Deutscher Betriebsräte-Preis

Betriebsrätetag in Bonn im Oktober 2011

Petra Meyer-Spreckic, Stefan Glaser bei der Präsentation im alten Plenarsaal in Bonn

Der Betriebsrat von Harman/Becker war für sein Handeln gegen die Schließung für den deutschen Betriebsräte-Preis nominiert.  
Den Betriebsrätepreis gewannen sie nicht, die angereisten BR-Mitglieder von Harman/Becker. Dafür war die Auseinandersetzung gegen die Schließung zu sehr durch gewerkschaftliches und tarifpolitisches Handeln geprägt. Doch selbstbewusst wie immer erklärten sie: "Wir haben den größten Preis bereits mit der IG Metall erkämpft - den Tarifvertrag zum Erhalt der Arbeitsplätze."

Sozialplan wurde vereinbart

Faurecia: Schließung in Wörth geregelt

Wie bereits mehrfach berichtet, wurde seit Februar 2011 über die Zukunft der Arbeitsplätze der Faurecia-Beschäftigten in Wörth verhandelt. Betriebsrat und IG Metall setzten sich zum Ziel, einen Großteil der Arbeitsplätze zu verlagern.

Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass der Produktionsstandort in Wörth und die Entwicklung im benachbarten Hagenbach als ein Betrieb anzusehen sind. Die Arbeitnehmervertreter verlangten, dass in Hagenbach alle Leiharbeitsverträge beendet und von den dort rund 160 vorhandenen (Schein-)Werkverträgen diejenigen beendet werden, die ohne Probleme mit Mitarbeitern aus Wörth zu besetzen wären.
Gerfertigt wird in Wörth nur noch ein Produkt für die S-Klasse von Mercedes. Dieses läuft aus heutiger Sicht Ende des Jahres 2012 aus. Die Coupe-Version wird noch einige Wochen länger produziert, der Mietvertrag mit Daimler endet am 30. Juni 2013.
Nach insgesamt zehn Verhandlungsrunden konnte schließlich am 6. Oktober 2011 ein Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart werden.

Höhere Abfindung. Von den derzeit 125 Beschäftigten gehen 10 (Schlüsselpositionen) nach Hagenbach und 3 in Altersteilzeit. Für die restlichen Beschäftigten (112) wurde eine Abfindungssumme von 8,4 Millionen Euro vereinbart. "Wir konnen die Sozialplanabfindungen gegenüber dem letzten Sozialplan aus 2009 für die einzelnen Beschäftigten verdoppeln. Dies war unser Ziel und dies haben wir auch erreicht", erklärt Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Neustadt. "Wir haben den Sozialplan so gestaltet, dass junge Kolleginnen und Kollegen mit niedrigem Einkommen und wenig Aussichten auf eine Anschlussbeschäftigung, auch hohe Abfindungssummen bekommen, wenn sie schon ihren Arbeitsplatz verlieren. Dies war unser Beitrag zu mehr Gerechtigkeit innerhalb der Belegschaft. Das wurde von den Beschäftigten auch so akzeptiert", betont Werner Dietrich.
"Es ist schon makaber, dass trotz finanzieller Zusagen des Landes Rheinland-Pfalz und der Bereitschaft der Beschäftigten, ebenfalls finanzielle Beiträge zu leisten, die Arbeitgeberseite nicht bereit war, ein Konzept zu beschließen, wodurch die Arbeitsplätze in der Nähe von Wörth/Hagenbach hätten weiter existieren können. Zusammen mit der Abfindungssumme von 8,4 Millionen Euro hätte man eine Erweiterung des Standortes Hagenbach realisieren können", kritisiert Werner Dietrich. "Etwa eine Ersatzteilproduktion in Hagenbach hätte die Arbeitsplätze gerettet. Aber es gab eine politische Entscheidung in Frankreich: An der war nicht zu rütteln."

Erfolg nach schwierigen Verhandlungen

Tarifabschluss bei Faurecia

Entgelterhöhungen konnten durchgesetzt und Arbeitsplätze durch Übernahme von Leiharbeitnehmern geschaffen werden.
Nach sehr schwierigen Verhandlungen konnte bei der dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten bei Faurecia Innenraum Systeme (unter anderem für die Standorte Wörth/Hagenbach, Scheuerfeld, Böblingen, Köln und ab 1. Januar 2012 auch Saarlouis) endlich ein Ergebnis erzielt werden.
1. Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen ab 1. April 2011 um 3,3 Prozent, ab 1. April 2012 um weitere 3,3 Prozent. Laufzeit 24 Monate. Keine Anrechnung der Entgelterhöhung auf übertarifliche Zulagen.
2. Befristete Übernahme der Auszubildenden nach bestandener Prüfung für mindestens 12 Monate. Textierung nach Tarifvertrag Holz und Kunststoff verarbeitende Industrie vom 27./28. April 2000.
3. Begrenzung der Leiharbeitnehmer für jede Betriebsstätte auf 22,5 Prozent der Gesamtbelegschaft.
4. Verlängerung des Firmentarifvertrages nebst Anhängen bis zum 31. März 2012.
5. Nebenabrede zu Gesprächen über den flexiblen Übergang in die Altersrente.
"Leider konnten wir keine Regelung zum Thema Equal Pay für Leiharbeitnehmer durchsetzen", sagt der Verhandlungsführer Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter in Neustadt.
"Aber wir haben es geschafft, dass die Zahl der Leiharbeitnehmer endlich begrenzt wird. Die ist zwar immer noch zu hoch, aber man muss dabei die momentane Ausgangslage in den Betrieben zu Grunde legen. Die ist nämlich eine Katastrophe", erklärt Werner Dietrich.
So sind am Standort Köln 32 Prozent der Beschäftigten Leiharbeitnehmer, in Scheuerfeld 42 Prozent und in Böblingen 35 Prozent. Hinzu kommen noch Befristungen zwischen sieben bis zehn Prozent der Belegschaften. "Das ist eindeutig zu viel", sagt Werner Dietrich. "Dies war der Anlass, für eine Begrenzung tarifliche Vereinbarungen zu treffen. Dies ist uns gelungen. Der Abschluss bedeutet, dass eine nicht unerhebliche Zahl von Leiharbeitnehmern nun Arbeitsverträge von Faurecia bekommt. Wir schaffen mit diesem Abschluss Beschäftigung. Diese Übernahmen im Entleiherbetrieb bedeuten auch, dass die Kolleginnen und Kollegen von den Tariferhöhungen profitieren. Hinzu kommt noch, dass sie als Beschäftigte bei Faurecia dann endlich einen Tarifvertrag mit gleichen Bedingungen haben werden. Man könnte nun behaupten: Equal Pay ist uns für einen Teil der Leiharbeitnehmer dann doch gelungen", erklärt Werner Dietrich.

Bei Häussling und bei MVA Ansorge werden Tarife verhandelt

Lösungen zeichnen sich ab

"Ob in Unternehmen, die keiner tarifschließenden Verbandsbindung unterliegen trotzdem Tarifverträge zu Stande kommen, entscheidet die Durchsetzungsfähigkeit der IG Metall im Betrieb. Und das Maß hier ist die Mitgliederstärke, der Organisationsgrad", betont Uwe Schütz, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt.
Sowohl bei Häussling als auch bei Ansorge reichten die Grundlagen, mit dem Arbeitgeber in ernsthafte Verhandlungen einzutreten.
Bei Häussling in Neustadt ist es im vergangenen Jahr gelungen, einen ersten Schritt in Richtung Annäherung an das Entgeltniveau des Branchentarifvertrages Bekleidungsindustrie zu machen. Den Abstand weiter verkürzen soll nun ein Abschluss, der in der Auswirkung auf die Lohntabellen wiederum oberhalb des Textil-Bekleidungs-Abschlusses liegt. Der Stand der Verhandlungen lässt erwarten, dass dieses Ziel erreicht werden kann.

Schwierig.
MVA Ansorge in Landau hatte ein schwieriges Jahr 2010. Zur Überwindung der Folgen der Krise mussten hier gar Zugeständnisse der Beschäftigten eingebracht werden. Eine Entgelterhöhung ist nun, da der Auftragseingang wieder deutlich gestiegen ist, fällig. Auch hier zeichnet sich eine angemessene Lösung ab.
Wir berichten weiter ...

Harman/Becker: Rückblick und Ausblick

Kurt Beck im Kreise der Metallerinnen und Metaller

Betriebsrat und Tarifkommission von Harman/Becker trafen sich am 13. und 14. Mai 2011 in Gleiszellen zur Klausur. Ein Blick zurück auf eine intensive und erfolgreiche Auseinandersetzung, ein Blick nach vorne auf anstehende Aufgaben.
"Die erkämpften Tarifverträge sind für uns ein Zwischenschritt", so Petra Meyer-Spreckic, Betriebsratsvorsitzende, "es geht nun darum, die Zukunft in Schaidt über die erreichte Regelung hinaus zu entwickeln und zu sichern."
Armin Schild und Stefan Schaumburg verdeutlichten, dass die Mitgliedschaft in der IG Metall die entscheidende Bedingung für den Erfolg war und künftig sein wird. Und auch Ministerpräsident Kurt Beck sagte seine weitere Unterstützung für die Beschäftigten in Schaidt zu.

Firmentarifvertrag wird bundesweit verhandelt

Faurecia: Tarife werden verhandelt

Werner Dietrich (links) mit den Betriebsrats-Vorsitzenden Thorsten Kuntz und Robert Schmitt am Faurecia-Werk Wörth

Die Tarifverhandlungen Faurecia Innenraum Systeme (FIS) haben am 7. April begonnen. Betroffen sind neben den Standorten Wörth und Hagenbach auch die Werke in Scheuerfeld, Köln, Böblingen und Neutraubling.
Werner Dietrich übermittelte der Arbeitgeberseite die Forderungen, wie sie auf der Tarifkommissionssitzung am 10. Februar 2011 beschlossen wurden: Erhöhung der Entgelte um zehn Prozent, Laufzeit zwölf Monate, Equal Pay für Leiharbeiter und Übernahme aller Azubis.
"Offenbar waren die Arbeitgeber unter Beteiligung ihres Verbandsvertreters so geschockt, dass sie uns ein Angebot unterbreiteten, welches angesichts der hervorragenen wirtschaftlichen Entwicklung von Faurecia ein Hohn ist", erklärt Dietrich. "Sie wollen von uns einen Tarifvertrag über 39 Monate mit drei Nullmonaten und jeweils zum 1. Juli 2011, 2012 und 2013 eine läppische Tariferhöhung von jeweils 1,5 Prozent." 
Bei den Azubis scheint eine befristete Übernahme analog des Tarifvertrags Beschäftigungssicherung möglich, "aber bei den Leiharbeitern bewegen die sich nicht. Sie wollen billige Arbeitskräfte und Manöveriermasse für schlechte Zeiten", erklärt Werner Dietrich. Am 18. April gehen die Verhandlungen weiter. Ob es dann einen Durchbruch oder gar ein Ergebnis gibt, hängt jetzt allein von der Arbeitgeberseite ab. "Wenn keine Bewegung in die Verhandlungen kommt, dann müssen wir betriebliche Aktionen starten. Davor hat Faurecia scheinbar große Angst", glaubt Werner Dietrich. Wir werden über den Fortgang weiter berichten.

Die Verhandlungen über Schließungsvorhaben in Wörth sind schwierig

Das Gesamtpaket bei Faurecia muss stimmen

Wie bereits berichtet, wird zur Zeit über einen Schließungs-Sozialplan für das Werk Wörth verhandelt. Das Automobil-Zulieferer-Werk wurde 1996 von Mercedes Benz (ehemalige Kunststoffteile-Fertigung des LKW-Werks) an die damalige Sommer Allibert Industries (SAI) verkauft. Betroffen waren damals rund 600 Beschäftigte. Später wurde das Unternehmen von Faurecia übernommen.

Keine Aufträge.

Heute arbeiten am Standort Wörth noch zirka 150 Beschäftigte. Bereits im Jahre 2003 zeichnete sich ab, dass keine weiteren Folgeaufträge mehr nach Wörth vergeben werden. Alle Anstrengungen des Betriebsrats mit Unterstüzung der IG Metall blieben ohne Erfolg. Zurzeit läuft lediglich noch die Produktion für die S-Klasse, deren Ende aber aller Voraussicht nach im Dezember 2012 sein wird. "Ein Hinderungsgrund für die Erhaltung der Arbeitsplätze ist natürlich, dass die Halle von Daimler gemietet ist und dort Interesse besteht, diese Halle baldmöglichst zurückzubekommen. Der Mietvertrag läuft bis Mitte 2013. Dann ist aber Schluss", sagt Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle. "Unsere Versuche, Arbeitsplätze bei Faurecia an einem anderen Standort in der Südpfalz zu retten, schlugen fehl. Der Preis, den Faurecia dafür wollte, war für uns nicht akzeptabel."
In der zweiten Verhandlung wurde über den Interessenausgleich geredet. Dort gibt es einige strittige Punkte. "Der Arbeitgeber will, dass wir zuerst einem Interessenausgleich zustimmen. Erst dann wäre er bereit, über die Modalitäten eines Sozialplanes zu verhandeln", erklärt Dietrich. "Das läuft aber so nicht. Das gibt ein Gesamtpaket. Und das muss stimmen." Die weiteren Verhandlungen sind somit schon vorbelastet. Betriebsrat und IG Metall wollen noch vor den Sommerferien unterschriebene Verträge haben.
"Wenn das am Arbeitgeber scheitert, dann ist der Krach vorprogrammiert. Und dieser Krach wird heftig angesichts der Tatsache, dass die S-Klasse dermaßen boomt, dass sich Faurecia einen Bandabriss bei Daimler sicherlich nicht leisten kann", bekräftigt Werner Dietrich. Auch hier werden wir über den Fortgang weiter berichten.

Schwierige Tarifrunde bei Faurecia beginnt

Am 10. Februar 2011 tagte die große Tarifkommission Faurecia Innenraum Systeme in Landau. Einstimmig beschlossen wurde die Kündigung des laufenden Entgelttarifvertrages zum 31. März 2011.
Der Verhandlungsführer der IG Metall, Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Neustadt, geht davon aus, dass es eine harte Auseinandersetzung mit der Arbeitgeberseite geben wird. "Die Kolleginnen und Kollegen wollen angesichts des hohen Gewinns von Faurecia ein Stück vom Kuchen abhaben", bekräftigte Werner Dietrich. Verhandelt wird für die Standorte Wörth/Hagenbach, Scheuerfeld, Köln, Böblingen und Sassenburg.
Über den Fortgang der Faurecia-Tarifrunde werden wir weiter berichten.

Harman/Becker in Wörth-Schaidt

670 Arbeitsplätze gesichert

Große Erleichterung bei den 670 Beschäftigten des Automobilzulieferers Harman/ Becker in Wörth-Schaidt: Nach einer langen und harten Auseinandersetzung können die Kolleginnen und Kollegen endlich aufatmen. Das von den Mitgliedern mit nur einer Enthaltung angenommene Ergebnis sichert den Standort bis mindestens 2016. Zudem erhält der Betriebsrat Mitspracherechte bei wichtigen strategischen Entscheidungen.

Nachdem Harman USA im Herbst verkündet hat, die Fertigung ins europäische Ausland zu verlagern oder das Werk verkaufen zu wollen, kämpfen Betriebsrat, Belegschaft und IG Metall. Über die Weihnachtsfeiertage hatten die Beschäftigten "ihr Werk" selbst bewacht. "Uffbasse" hieß da die Parole der gleichnamigen Initiative der Mitarbeiter.

Gutes Ergebnis

Bis Ende 2013 sind betriebsbedingte Kündigungen komplett ausgeschlossen, alle befristet eingestellten Beschäftigte erhalten eine um 9 Monate verlängerte Fortsetzung ihres Arbeitsvertrags. Ab 2014 müssen am Standort mindestens 190 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Harman/Becker hat sich vertraglich dazu verpflichtet für einen Auftragsbestand zu sorgen, der eine Weiterbeschäftigung aller unbefristet Beschäftigten über 2014 hinaus ermöglicht.

"Durch das Verhandlungsergebnis hat nun der Standort in Schaidt eine mittel- und langfristige Perspektive, dennoch bleiben wir wachsam", verspricht Uwe Schütz, 2. Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle Neustadt und Mitglied der Verhandlungskommission. Die Vorsitzende des 11-köpfigen Betriebsrats, Petra Meyer-Spreckic freut sich zurecht: "Das Ergebnis gibt den Kolleginnen und Kollegen und ihren Familien Sicherheit. Wir haben immer gesagt: solange wir zusammenstehen, bleiben wir hier. Das ist unser Erfolg. Solidarität und Widerstand haben sich gelohnt."

Gemeinsamer Erfolg

IG Metall und Betriebsrat waren treibende Kräfte in der Auseinandersetzung mit Harman/Becker und der US-Mutter Harman Inc. Gemeinsam mit den Beschäftigten ist es gelungen, Druck aufzubauen, der auch außerhalb der Werkstore auf das Management wirkte. Neben Ministerpräsident Kurt Beck waren es vor allem die Kunden aus der Automobilbranche, die Druck ausübten.

"Vermittelt durch die IG Metall haben verschiedene Kunden der Automobilbranche gemeinsam mit den Beschäftigten an einem Strang gezogen, mit dem Ziel den Standort und damit die Arbeitsplätze in Schaidt zu sichern", berichtet Stefan Schaumburg, zuständiger Bezirkssekretär und Leiter der Verhandlungskommission.
Schaumburg stellt aber auch fest: "Ohne die Bereitschaft der Beschäftigten aktiv zu werden und ohne ihr Durchhaltevermögen hätten wir dieses Ergebnis nicht erreicht. Vor allem der letzte Warnstreik über die gesamte Spätschicht an Rosenmontag hat entscheidenden Druck auf das Management ausgeübt, zu einer Einigung zu kommen."

Chronologie

  • September 2010:
    Es verdichten sich Informationen, dass bedenkliche Entscheidungen bezüglich der Zukunft des Harman/Becker-Standorts Schaidt anstehen
  • Oktober 2010:
    In Absprache mit der Bezirksleitung wird bewertet und entschieden: Schließung droht, sofortige Info an die Mitglieder.
  • 9. Oktober 2010:
    Offene Mitgliederversammlung in Kapsweyer. IG Metall und Betriebsrat informieren über die verschiedenen drohenden Szenarien. Fazit der Versammlung: Der Organisationsgrad muss rasch gesteigert werden, damit gegen Schließungspläne wirksam vorgegangen werden kann.
    Die Kolleginnen und Kollegen tragen die Botschaft in den Betrieb. Allein an den folgenden drei Werktagen treten weit über 100 Kolleginnen und Kollegen der IG Metall bei.
    Dinesh Paliwal liefert in diesen Tagen das Motto „Wenn es hart auf hart geht….“ Den Button tragen fortan alle im Betrieb an der Kleidung.
  • 19. Oktober 2010:
    Betriebsversammlung in Schaidt. Als eine Chance des weiteren Bestehens des Standorts wird der Verkauf beschrieben. Darauf konzentrieren sich die Hoffnungen der folgenden Wochen.
  • 21. Oktober 2010:
    Der BR zieht Winfried Ott, TBS, als Berater hinzu. Ziel ist die Unterstützung bei der Gestaltung von Verkaufsszenarien oder anderer eigenständiger Fortführung.
  • 26. Oktober 2010:
    "Gemeinsam für ein gutes Leben" – der bundesweite Aktionstag der IG Metall auch in Schaidt. Mit dabei: Bezirksleiter Armin Schild. Sein Ausruf "Die IG Metall wird eine Schließung des Standorts Schaidt nicht akzeptieren!" ist Programm. Der Organisationsgrad hat inzwischen rund 90 Prozent erreicht.
  • 29. Oktober 2010:
    Die erste von zahlreich folgenden Telefonkonferenzen der IG Metall und Betriebsräte der Produktionsstandorte von Harman/Becker. Die Beschäftigten wollen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Darauf folgende Koordinationstreffen fanden statt am 2. November und am18./19. November.
  • 11. November 2010:
    Aktionstag in Kaiserslautern mit großer Beteiligung aus Schaidt. Armin Schild geht in seiner Rede auf die Vorgänge ein.
  • 23.11.2010:
    Für den Fall der Zuspitzung wird eine betriebliche Tarifkommission gewählt.
  • 6. Dezember 2010:
    Mahnwache vor dem Tor in Schaidt mit prominenter Unterstützung: Kurt Beck hilft auch bei der Suche nach Lösungen.
  • 13. Dezember 2010:
    Eine Lösung scheint in Sicht, es kommt eine Absichtserklärung mit einem Übernehmer zu Stande.
  • 20. Dezember 2010:
    Betriebsversammlung, Hoffnung, aber: Uffbasse!
  • 22. Dezember 2010 bis 3. Januar 2011:
    Im Bauwagen bewachen die Kolleginnen und Kollegen das Werk, nichts soll abgebaut werden. Über die Tage kommen viele Besucher, auch wieder dabei Kurt Beck, Gewerbetreibende aus Schaidt unterstützen.
  • 24./25. Januar 2011:
    Der Verkauf ist geplatzt! Wut und Sorge um die Zukunft macht sich beim Betriebsrat Luft, alle 3 Schichten verlangen Informationen.
  • 27. Januar 2011:
    Alles deutet auf eine schwere Auseinandersetzung um die Schließung hin. Die Tarifkommission beschließt die Forderung zum Sozialtarifvertrag.
  • 3. Februar 2011
    Erste Tarifverhandlung. Weitere ohne Ergebnis folgen am 10., 17. und 25. Februar. Der Druck im Betrieb wird spürbar stärker.
  • 17. und 24. Februar 2011:
    Warnstreiks begleiten die Tarifverhandlungen.
  • 7. März 2011:
    Rosenmontag. Und ein Warnstreik über die gesamte Spätschicht.
  • 9./10. März 2011:
    Kurz vor 7:00 Uhr morgens, nach 17 Stunden schwierigen Verhandlungen, steht das Verhandlungsergebnis. Noch einige Tage der Unsicherheit, die Erklärungsfrist endete am 18. März. Dann haben wir einen Tarifvertrag.
  • 12. März:
    Mit nur einer Enthaltung nehmen die am Standort Schaidt beschäftigten Mitglieder das Verhandlungsergebnis an

Ziel ist Abschluss vor dem Sommer

Faurecia: Sozialplan muss her

Nach wochenlangem Drängen des Betriebsrates und der IG Metall gab es am 14. März 2011 ein erstes Gespräch über einen Schließungssozialplan für das Werk in Wörth.

Ab 2013 gibt es keinen Folgeauftrag mehr, der jetzige Auftrag (S-Klasse Mercedes) läuft Ende 2012 aus. Bereits im letzten Jahr gab es zahlreiche Verhandlungen über die Zukunft der Arbeitsplätze. "Wir wollten möglichst viele Arbeitsplätze an einem anderen Standort in der Südpfalz weiterführen, aber der Preis, den das Unternehmen forderte, war zu hoch", sagte Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt. "Alle Anstrengungen liefen leer. Deshalb wollen wir schon jetzt einen Sozialplan abschließen, der bis zum endgültigen Aus des Werk in Wörth Gültigkeit hat. " Ziel ist ein Abschluss vor den Sommerferien. Betroffen sind derzeit rund 150 Arbeitnehmer in Wörth. Die nächste Verhandlung ist für den 5. April angesetzt. Am 7. April beginnen die bundesweiten Tarifverhandlungen Faurecia Innenraum Systeme.

Nolte Möbel

Der Arbeitgeber hat die Einigungsstelle zum Personalabbau angerufen: Auf eine zeitliche Streckung und Abbau durch Fluktuation wollte sich der Arbeitgeber nicht einlassen. Nun prüft die Einigungsstelle, ob Kündigungen erforderlich sind.

Kardex

Strategische Veränderungen ohne Kündigungen möglich.

Betriebsrat und Arbeitgeber sind auf dem Weg, eine Lösung auf Basis freiwilliger Regelungen herbeizuführen. Zur Sicherheit sollen trotzdem Sozialplanregelungen vereinbart werden.

Harman/Becker

IG Metall und Großkunden machen Druck

Nachdem sich IG Metall und Betriebsrat der geplanten Schließung und Produktionsverlagerung nach Osteuropa widersetzt haben, üben nun auch große Automobilhersteller Druck auf Harman/Becker aus. Armin Schild, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Frankfurt (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen) verurteilte die Pläne des Automobilzulieferers.
 
"Die IG Metall wird alles dafür tun, dass der Standort und die über 600 Arbeitsplätze erhalten werden. Wer dieses Werk schließen will, der handelt grob fahrlässig", so Armin Schild. „Abnehmer haben deutlich gemacht, dass es nicht nur auf Kosten ankommt, sondern auch auf verlässliche Qualität und Termintreue. Wer Premium-Autos herstellt, der erwartet auch Premium-Qualität von den Zulieferern“, sagte Schild. „Das Management von Harman/Becker hat sich in eine unkomfortable Situation gebracht. Es ist jetzt am Zug alles dafür zu tun, dass das Know-how und die Arbeitsplätze am Standort erhalten bleiben“, fordert der Bezirksleiter.

Harman/Becker

600 Arbeitsplätze in Schaidt bedroht

Bild zum Thema Kundgebung zum Erhalt des Standorts Schaidt

Wenn der Verkauf zum Schauspiel wird: Bereits zum zweiten Mal ist der geplante Verkauf des Harman/Becker-Produktionsstandorts in Schaidt geplatzt. Am Montag gab das Unternehmen bekannt, dass die Verhandlungen mit TechniSat gescheitert seien.

„Aus Sicht der IG Metall zeigt die Geschäftsführung durch ihre Handlungen, dass sie entgegen der öffentlich gemachten Aussagen nicht wirklich und ehrlich am Verkauf und Erhalt des Werkes mit 600 Beschäftigten interessiert ist", so Armin Schild, Bezirksleiter des IG Metall-Bezirks Frankfurt (zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen). Er sehe sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass das Werk nur solange erhalten werden solle, bis in einem Billiglohnland die Produktion aufgebaut ist. „Wir werden diesem Schauspiel nicht tatenlos zusehen“, sagte Schild, „hier werden zugunsten überzogener Renditeerwartungen zukunftsfähige Arbeitsplätze vernichtet und das gefährdet die Zukunft vieler Menschen.“

Harman/Becker: Belegschaft passt auf

Werkwache im Bauwagen

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Er wachte auch: Ministerpräsident Kurt Beck im Bauwagen.
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Tag und Nacht war die Wache besetzt.

Um klammheimliche Verlagerungen zu verhindern, bewachten die Kolleginnen und Kollegen den Betrieb während der Betriebsruhe.
Wir dokumentieren einen Text der Betriebsratsvorsitzenden Petra Meyer-Spreckic aus dem Internetblog zum Jahreswechsel. Nachzulesen unter: www.uffbasse.info.
Erwartungen an das neue Jahr
Das "alte" Jahr geht nun seinem Ende zu! Dieses Jahr war reich an Arbeit, aber auch reich an Sorgen um die Sicherheit der Arbeitsplätze - reich an Verunsicherung, aber auch reich an Mut und Entschlossenheit!
Wir alle haben etwas dagegen gesetzt, mit unserer beispielgebenden Solidarität - die in den Medien als "spektakulär" bezeichnet wurde, und dies sollte uns alle mit Stolz erfüllen.
Danke an alle, die sich mit soviel Elan für diese wichtige Aktion eingesetzt haben.
Nun, was sind die Wünsche an das neue Jahr?
-  Erhalt des Werkes Schaidt mit allen 680 Beschäftigten.
-  Eine Geschäftsführung, die unsere Leistungen auch wertschätzt.
-  Beschäftigungs- und Einkommenssicherung für alle.
-  Übernahme der Befristeten und der Leiharbeitnehmer - unserer Kolleginnen und Kollegen, die engagiert an unserer Seite stehen und mit uns gemeinsam für den Erhalt der Arbeitplätze kämpfen.
Wünsche uns allen, dass sich unsere Hoffnungen und Erwartungen an das neue Jahr erfüllen. Wünsche unseren Kolleginnen und Kollegen, die zur Zeit krank sind, dass alles schnell wieder gut wird. Kurz und gut: alles Gute für alle im neuen Jahr. Danke für die großartige Solidarität. Petra Meyer-Spreckic 

Nach dem BAG Urteil

IG Metall: Leiharbeitnehmer müssen jetzt Stammbelegschaften gleichgestellt werden

Die IG Metall im Bezirk Frankfurt fordert nach dem Urteil des BAG zur Tarifunfähigkeit des CGZP alle Arbeitgeber in den Entleihfirmen auf, unverzüglich Leiharbeitnehmer und Stammbelegschaft gleichzustellen.
IG Metall Bezirksleiter Armin Schild erklärte: „Der Spuk des Tarifdumping im scheinchristlichen Gewand ist vorbei. Wir bestehen auf gleiche Arbeits- und Einkommensbedingungen in den Entleihbetrieben. Darin hat uns das Urteil des BAG eindeutig bestärkt."
"Die Bezahlung nach dem BZA und IGZ Tarifvertrag ist für uns nur in entleihfreien Zeiten und in Betrieben oder Branchen ohne Equal Pay Vereinbarung richtig." Grundlage für solche Equal Pay Vereinbarungen sei § 7.1 des Entgelt-Tarifvertrages BZA und § 4 desselben Vertrages bei iGZ. Dort ist ausdrücklich die Möglichkeit eröffnet, dreiseitige Equal Pay Vereinbarungen in den Entleihbetrieben und Branchen abschließen zu können.
Schild erklärte: "Nur mit der IG Metall als Vertragspartner sind die Unternehmen auch juristisch auf der sicheren Seite.“ In annähernd 100 Betrieben im Bezirk seien bereits solche Besservereinbarungen erreicht worden.

Herbstaktivitäten der IG Metall ...

Bei Daimler in Wörth protestierten 1000 Beschäftigte

Bild zum Thema 2010_Oktober_Protestkundgebung

Am 20. Oktober 2010 sagten die Kolleginnen und Kollegen in Wörth: "Schluss jetzt: Kurswechsel - gemeinsam für ein gutes Leben".
Der Protest der 1000 Metallerinnen und Metaller richtete sich gegen die Klientelpolitik der Regierung für Reiche und Superreiche. Stattdessen forderte Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt, umgehend die Umsetzung der "Rente mit 67" aufzugeben, Leiharbeit einzudämmen und der jungen Generation eine Perspektive zu geben.

Bei Harman/Becker in Schaidt heißt es: Hart rangehen

Bild zum Thema 2010_HarmanBecker

500 waren draußen, Stillstand im Betrieb: Am 26. Oktober 2010 gab es in Schaidt eine Protestaktion gegen die falsche Politik. doch für die Beschäftigten in Schaidt geht es um mehr: Der Harman-Konzern ist ein Paradebeispiel für falsche Weichenstellungen, begünstigt durch globale politische Rahmenbedingungen und eine strikte Finanzmarktorientierung. Die Folge: Die Arbeitsplätze in Schaidt sind akut gefährdet, die Schließung des Standorts droht.
"Hart rangehen" heißt es daher bei den Beschäftigten "beim Becker". Und die Kolleginnen und Kollegen waren froh, eine Solidaritäts-Delegation von Daimler-Vertrauensleuten begrüßen zu können.
Ebenso dabei: Bezirksleiter Armin Schild. Er machte deutlich, dass die Konzernstrategie sehr ernst zu nehmen sei, die IG Metall aber keineswegs bereit sein wird, eine Schließung kampflos hinzunehmen.
Die Handlungsfähigkeit stellte der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Neustadt, Uwe Schütz, heraus: "Rund 90 Prozent der Beschäftigten sind in der IG Metall organisiert. Das ist Ausdruck der Entscheidung der Beschäftigten, diese anstehende Auseinandersetzung offensiv zu führen und ein klares Signal an die Unternehmensleitung."

Die Gespräche verlaufen sehr schleppend

Faurecia Wörth: Hängepartie geht weiter

Geschäftsleitung verweigert weiter Signale zum Erhalt des Standortes. Die IG Metall unternimmt alles, um die Arbeitsplätze am Standort zu retten.
Nachdem bei Faurecia in Wörth zu Beginn des Jahres eine Arbeitsgruppe unter Beteiligung der Arbeitgeberseite mit dem Betriebsrat und dem Kollegen Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter und Betriebsbetreuer, gegründet wurde, gab es zahlreiche Gespräche über Möglichkeiten zur Rettung der Arbeitsplätze im Werk Wörth. Die letzte Produktion der S-Klasse Daimler läuft Ende des Jahres 2012 aus. Dies bedeutet: Faurecia muss den Standort auf dem Werksgelände Daimler verlassen, da auch der Mietvertrag endet und nicht verlängert werden kann.
Die äußerst zähen Gespräche, an denen auf Arbeitgeberseite auch der Verbandsgeschäftsführer des Verbandes Holz und Kunststoff beteiligt war, verliefen bisher wenig erfolgversprechend. Dann kam die Hiobsbotschaft, dass die CLC-Fertigung Daimler früher als geplant ausläuft. Kurz danach endet die Fertigung des R 171. Betroffen davon sind ein Großteil der Beschäftigten in Wörth. Fakt ist: Die Leiharbeiter müssen alle gehen und zusätzlich noch einige Stamm-Mitarbeiter.
"Wir befürchten, dass die Salamitaktik der Unternehmensleitung schon voll im Gange ist", sagt Kollege Dietrich. "Wenn jetzt noch die Stückzahlen bei der S-Klasse einbrechen, dann haben wir in Wörth das absolute Chaos." Die Motivation der noch verbleibenden Mitarbeiter ist miserabel. "Wenn keine positiven Signale an die Mitarbeiter ausgehen, dann kann ich ihre Haltung verstehen.", sagt Dietrich. Viele tragen sich mit dem Gedanken, das Unternehmen freiwillig zu verlassen. Wir berichten weiter über den Fortgang.

Nolte Möbel Germersheim: Schwierige Entscheidung

Jetzt ist es entschieden: Es wird einen weiteren Standortsicherungstarifvertrag für Nolte Möbel in Germersheim mit zwei Jahren Laufzeit ab dem 1. Januar 2011 geben. Aber der Weg dahin war schwierig.
Bereits am 29. Juli 2010 waren die zähen Verhandlungen abgeschlossen, die Eckpunkte standen nach diesem letzten Verhandlungstermin fest. Die anfangs völlig überzogenen Forderungen der Geschäftsleitung konnten auf ein, nach wirtschaftlicher Prüfung durch das Info-Institut Saarbrücken, angemessenes Maß reduziert werden. Die Verhandlungskommission der IG Metall unter Federführung von Josef Windpassinger, Bezirksleitung Frankfurt, konnte den erzielten Kompromiss vertreten. Allerdings: Die IG Metall hat zu jedem Zeitpunkt der Gespräche deutlich gemacht, dass eine Mitgliederversammlung über das erzielte Ergebnis am Ende entscheiden wird.
Es folgte die Informationsarbeit im Betrieb, am 13. August gab es eine Vertrauensleuteversammlung, am 20. August die zur Entscheidung einberufene Mitgliederversammlung. 409 Mitglieder kamen, das Ergebnis wäre eine knappe Zustimmung gewesen - wenn nicht die IG Metall die Abstimmung hätte wiederholen müssen. Die Wiederholung in der folgenden Woche ergab erneut ein knappes Ergebnis, nun allerdings eine Ablehnung.
Die Geschäftsleitung entfaltete eine betriebsame Hektik. Uwe Schütz, Verhandlungs-Beteiligter der IG Metall Neustadt sagte zu dem Geschäftsführer: "Sie haben sich drei Wochen lang versteckt gehalten, jetzt haben Sie das Ergebnis. Wie wollen Sie Zustimmung zu etwas erhalten, wozu Sie sich weder positionieren noch die Notwendigkeit darlegen?"
Die Geschäftsleitung wollte nun ihr Versäumnis nachholen. Sie bat die IG Metall, nach einer Mitarbeiterversammlung am 16. September noch einmal den Mitgliedern die Gelegenheit zur Abstimmung zu geben. "Dass das nicht leicht zu vermitteln sein würde, war klar", sagte Kollege Schütz: "Aber eine Entscheidung darf, wenn neue relevante Informationen vorgelegt werden, nochmals überprüft werden. Entscheidungen sind nur so gut und treffsicher, wie die Informationen, die zu Grunde liegen. Wenn die Geschäftsleitung hier etwas Relevantes hinzuzufügen hat, werden wir den Mitgliedern eine nochmalige Bewertung des Kompromisses empfehlen."
Die Abstimmung am 16. September ergab eine äußerst knappe Zustimmung. "Natürlich habe ich mir ein eindeutiges Ergebnis mit deutlicher Mehrheit in der einen oder anderen Richtung gewünscht", sagt Schütz. "Das Ergebnis und die vielen Diskussionen zeigen, dass die Geschäftsleitung erhebliche Anstrengungen unternehmen muss, um verlorenes Vertrauen wieder zu erlangen." Auch IG Metall und der Betriebsrat wurden teilweise kritisiert. Schütz: "Wir werden das alles noch einmal erklären müssen. Eine Aufarbeitung, nicht ohne Rückblick auf den bisherigen Standortsicherungs-Tarifvertrag mit fünf Jahren Laufzeit und dessen Wirkungen, ist notwendig." 

Verdient in die Ruhephase

Wir sagen herzlichen Dank, Klaus

Klaus Lippoth
Klaus Lippoth

Die BR-Wahlen bringen viel neuen Schwung. Aber manchmal markieren sie auch den Ausstieg aus dem Betriebsrat von Kolleginnen und Kollegen. So auch den von Klaus Lippoth, langjähriger Betriebsratsvorsitzender von Nolte Möbel: Eine starke Person im Betrieb und in unserer IG Metall. Wir sagen danke.
Jetzt geht er tatsächlich: ein Kollege, der eigentlich gar nicht aus dem Betrieb und aus den Gremien wegzudenken ist, Klaus Lippoth, BR-Vorsitzender von Nolte Möbel, dort im Betriebsrat seit 1987.
Doch nicht nur im Betrieb war er ein Urgestein: Kollege Lippoth wurde schon 1983 Mitglied der Gewerkschaft Holz und Kunststoff. Ab dem Jahr 2000 zeigte er beispielhaft, wie ein gelungener Zusammenschluss von IG Metall und GHK aussehen kann: In der IG Metall war Klaus in allen wichtigen Gremien vertreten, ist bis heute im Ortsvorstand, der Delegiertenversammlung, in der Bezirkskommission, war sogar bis 2008 im Beirat der IG Metall. Er erwarb sich dabei überall große Anerkennung.
Wir wünschen uns, dass Klaus Lippoth weiter in der IG Metall mitwirkt. Für das, was er bis heute für die Arbeitnehmer getan hat, danken wir ganz herzlich.

83 Prozent Wahlbeteiligung stärken dem neuen Betriebsrat den Rücken.

Wahlen bei Kardex mit hoher Beteiligung

Der neue Betriebsrat bei Kardex

"Die beteiligungsorientierte Arbeit im vergangenen Jahr wird uns auch mit der Wahlbeteiligung gedankt", sagte Ursula Hitschler, die bestätigte Betriebsratsvorsitzende von Kardex in Bellheim. Hans Glang, VK-Leiter und seit der Konstituierung Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, bekräftigt: "So wollen wir auch weitermachen. In wichtigen Themen beteiligen wir die Belegschaft, in tariflichen Angelegenheiten erfragen wir das Votum der IG Metall-Mitglieder."
Viel vorgenommen hat sich der neue Betriebsrat: Noch mehr betriebliche Informationsarbeit soll geleistet werden, die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat am Standort Neuburg soll zu einem arbeitsfähigen Gesamtbetriebsrat führen. Das wichtigste sei aber, sagen Ursula Hitschler und Hans Glang einvernehmlich, die Beschäftigung in Bellheim trotz andauernder Krise zu sichern und unangemessene Einbußen der Beschäftigten zu verhindern. Die IG Metall hilft dabei mit.

Petra Meyer-Spreckic und Stefan Glaser stellten sich erneut zur Wahl - mit Erfolg.

Wahlen: Die BR-Vorsitzenden wurden bestätigt

Nur kurze Zeit, nachdem Kollegin Meyer-Spreckic Vorsitzende und Kollege Glaser Stellvertretender Vorsitzender wurden, konnten nun die Wählerinnen und Wähler mit ihren Stimmen die bisherige Arbeit würdigen. Das ist eindrucksvoll geschehen: Beide erhielten deutlich über 80 Prozent Zustimmung bei der Personenwahl und wurden in der Funktion bestätigt.

Petra Meyer-Spreckic
Stefan Glaser

Da geht was

Kompetenz übergeben

Foto:Agentur-HOF-W.Hahl

Der bisherige Betriebsratschef der Firma Faurecia geht bald in den Ruhestand. Damit mit ihm nicht sein ganzes Knowhow verschwindet, hat er vorsorglich den Platz freigemacht und unterstützt nun seinen Nachfolger.
Wenn in Betrieben der Betriebsratsvorsitzende in den Ruhestand verschwindet, geht häufig auch dessen langjährige Erfahrung flöten. Damit das nicht passiert, hat der Betriebsratschef der Firma Faurecia vorausschauend geplant und dem Nachfolger frühzeitig Platz gemacht.
Bei dem Autozulieferer wude Metaller Robert Schmitt vor drei Jahren zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt. Er gehörte schon lange dem Betriebsrat an. Auch dieses Jahr wählten die Kollegen ihn wieder in den Betriebsrat. Bei der konstituierenden Sitzung kandiderte er allerdings nicht mehr für den Vorsitz. Sein Ruhestand ist in Sichtweite, er will das Amt in jüngere Hände weitergeben.
Rollentausch. Thorsten Kuntz, junger Metaller und bisher schon Schmitts Stellvertreter, wurde mit deutlicher Mehrheit zum neuen Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt. Schmitt ist nun dessen Stellvertreter. Ein vernünftiger Rollentausch. Denn der erfahrene Schmitt steht nun seinem jungen Nachfolger bei auftauchenden Problemen stets zur Verfügung. Ein enormer Vorteil für den jungen Kollegen und die Faurecia-Beschäftigten. Besonders bei Rechtsfragen und Betriebsvereinbarungen sind die Kenntnisse eines erfahrenen "Fahrensmannes" ungemein wertvoll. Ein wichtiger Faktor, wenn es um "Waffengleichheit" gegenüber dem Arbeitgeber geht. Umso besser, wenn Kuntz noch einige Zeit vom Wissen und von der Erfahrung des älteren Kollegen profitieren kann. Kennt dieser doch alle erlaubten und nicht erlaubten Tricks der Gegenseite. Die Stärke des Betriebsrats wird also bei Faurecia an jüngere Kollegen weitergegeben.
Der Autolackierer Thorsten Kuntz schätzt den Rat seines Vorgängers. Mit Werner Dietrich, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Verwaltungsstelle Neustadt, steht Kuntz eine weitere wertvolle Stütze an der Seite. Auf die kurze Frage, wie es mit der Zusammenarbeit zwischen Faurecia-Betriebsrat und der IG Metall vor Ort klappt, kommt noch kürzer die Antwort: "Reibungslos!" Kuntz und Schmitt sind schon ein gutes Gespann, und wenn es erforderlich ist, kommt Werner Dietrich von der Verwaltungsstelle noch dazu. Die Beschäftigten wissen was sie an den Dreien haben. Denn in kleinen Betrieben wie Faurecia mit nur zwei freigestellten Betriebsräten ist es wichtig, dass die Erfahrung immer wieder an den Nachwuchs weitergegeben wird.  

Hintergrund: Autozulieferer Faurecia
Der Autozulieferer Faurecia hat etwa 175 Beschäftigte. Das Unternehmen ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des französischen PSA-Konzerns. Vier Bereiche hat die Produktion: Abgas (Auspuff), Innenraumverkleidungen, Sitze, Kunststoff. Fast die gesamte europäische Autoindustrie zählt zu den Kunden.

2010-05-01 | Werner Hahl

Bei IAC stärkten die Beschäftigten Bernd Bay den Rücken

Wahlen: Vorsitzender gestärkt

Bernd Bay

"Das war nicht immer einfach, die vergangenen Jahre", lässt Kollege Bay die vergangene Amtszeit Revue passieren. "Wir als Betriebsrat hätten viel lieber Wohltaten verteilt, als die Einschnitte gestalten zu müssen." Um so mehr freut sich Kollege Bay über sein Wahlergebnis. Er wertet dies als Zeichen, dass auch in schwierigen Zeiten engagierte Betriebsratsarbeit von den Kollegen anerkannt wird. Mit dem neuen Gremium soll es nun erfolgreich weitergehen.

Bisherige BR-Mitglieder erhalten gute Ergebnisse - Veränderung im Vorsitz

Betriebsrat von Faurecia gestaltet den Übergang

Der neue Betriebsratsvorsitzende ist Thorsten Kuntz. Robert Schmitt, bisher BR-Vorsitzender, ist nun sein Stellvertreter. "Wir haben einfach getauscht", meint Robert Schmitt schmunzelnd. Allerdings steckt mehr dahinter. Weil Kollege Schmitt voraussichtlich während der nun beginnenden Amtszeit in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird, wurde vor dem dadurch notwendigen Wechsel im Vorsitz diese Wahl schon bei der Konstituierung getroffen. "In schwierigen Zeiten den Wechsel im Betriebsrat fließend zu gestalten, war unser Ansinnen. Mit der Wahl von Kollegen Kuntz zum Vorsitzenden haben wir das eingeleitet", sagt Robert Schmitt zufrieden.

Robert Schmitt
Thorsten Kuntz

Ergebnisse im Bezirk Frankfurt

IG Metall legt bei Betriebsratswahlen deutlich zu

Im Vergleich zu den letzten Betriebsratswahlen 2010 konnte die IG Metall im Bezirk Frankfurt (zuständig für die Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen) sowohl bei der Wahlbeteiligung als auch bei den Betriebsratsmandaten zulegen. So stieg die Wahlbeteiligung unter den insgesamt 400.000 Beschäftigten auf 75,04 % gegenüber 74,7 % in 2006. Die IG Metall stellt 73% der Betriebsräte. Insgesamt haben sich 1.510 Betriebe an den Betriebsratswahlen 2010 beteiligt. Die deutlich höhere Wahlbeteiligung zeige die Bedeutung der Interessenvertretung durch Betriebsräte, sagte Bezirksleiter Armin Schild. "Dies ist ein unübersehbares Indiz dafür, dass die Menschen die Arbeit der IG Metall und ihrer Betriebsräte honorieren. Solche Zustimmung kann nur erreichen, wer ebenso entschieden wie erfolgreich gegen Entlassungen eintritt und für soziale Gerechtigkeit und Demokratie, die nicht am Werkstor halt macht," so Schild. Die Arbeitnehmer hätten sich für eine starke Gewerkschaft entschieden. Andere Gewerkschaften, wie CGM (Christliche Gewerkschaft Metall) und AUB (Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger) blieben unter einem Prozent in den Betrieben. Bemerkenswert ist, dass 38% der Betriebsräte neu gewählt wurden. 85% der Betriebsratsvorsitzenden sind IG Metall Mitglieder.

Die Ergebnisse der Betriebsratswahlen im Bezirk Frankfurt finden Sie im folgenden Foliensatz.

Personenwahl als Mehrheitswahl wurde verhindert.

Betriebsratswahlen bei Daimler

Die IG Metall initiierte schon 2009 den Versuch, auch bei Daimler in Wörth und Germersheim zu ermöglichen, dass die Beschäftigten die Kandidatinnen und Kandidaten ihres Vertrauens persönlich wählen. Der Versuch ist gescheitert, die Personenwahl wurde verhindert. Wir dokumentieren die Info der Vertrauensleute Daimler und fordern auf zur Wahl der Liste 5 - IG Metall am 10. März 2010.

STICHWORT Personenwahl
In Betrieben mit mehr als drei zu wählenden Betriebsratsmitgliedern erfolgt die Wahl auf Grund von Vorschlagslisten. In den meisten Betrieben aber wird von den Kandidatinnen und Kandidaten nur eine Vorschlagsliste eingereicht. Die Folge: Die Wähler können auf der einen Liste die Bewerberinnen und Bewerber ihres Vertrauens direkt wählen. Sie haben so viele Stimmen, wie Mandate zu vergeben sind.
Die IG Metall favorisiert in den meisten Betrieben die so zu Stande kommende Personenwahl, falls nicht auf Grund der besonderen Struktur außerordentliche Gründe entgegenstehen.

Management auf Irrwegen

Faurecia-Chefs verrechnen sich

Der Stein der Weisen ist in Wörth noch nicht vom Himmel gefallen. Das Management glaubt offenbar, dass die Beschäftigten für die Fehlplanungen in den Chefetagen büßen müssen.
Wenige Tage nach Erscheinen des Artikels in der Januar-metallzeitung wurde der Wörther Betriebsrat mit dem Antrag der Werkleitung konfrontiert, umgehend 21 Leiharbeitnehmer einzustellen. Die Begründung: die Stückzahlen in der S-Klasse-Fertigung gingen ab Mitte Januar 2010 von 270 auf 395 Einheiten hoch. Mit dem noch vorhandenen Personal wäre diese Stückzahl nicht zu erreichen.
"Jetzt ist genau das passiert, was wir in den Sozialplanverhandlungen Ende 2008/Anfang 2009 befürchtet und der Arbeitgeberseite immer wieder vorgehalten haben: Eure Planungen der Stückzahlen für 2010 und dem damit verbundenen Personalbedarf basieren auf Annahmen und Schätzungen, welche doch kein Mensch so lange voraussagen kann", betont Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter.
"Es wird Probleme bei Anhebung der Stückzahlen geben. Und genau das ist jetzt eingetroffen." Die CLC-Fertigung (41 Personen) sollte zum Jahreswechsel verlagert werden. "Der Zeitpunkt wurde gewählt, weil die CLC-Fertigung beim Daimler ruhte", sagt Werner Dietrich. "Aus heutiger Sicht macht es aber keinen Sinn mehr, die CLC-Fertigung im Jahre 2010 zu verlagern, da diese aller Voraussicht nach schon im ersten Quartal 2011 auslaufen wird. Verlagerungskosten und eventuelle Probleme beim Anlauf an einem neuen Standort legen eine unternehmerische Fehlentscheidung nahe." Da zusätzlich aber immer noch elf Personen aus dem laufenden Sozialplan 2009 auf der Kündigungsliste stehen, ist es in Wörth schwierig. Die Zeit drängt beim Arbeitgeber, schnellstens Leiharbeiter einzustellen, damit der erhöhte Personalbedarf für Daimler ab sofort auch realisiert werden kann.
Betriebsrat und IG Metall fordern von der Unternehmensleitung die schriftliche Zusage, dass die CLC-Fertigung bis zu deren Auslauf in Wörth bleibt. Zudem dürfen die elf Personen aus dem laufenden Sozialplan nicht entlassen werden. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Betriebsrat der Einstellung von Leiharbeitern zustimmen, allerdings zu equal-pay-Bedingungen. "Wir werden nicht zulassen, dass Faurecia durch Fehlentscheidungen Leiharbeiter zu Dumpinglöhnen beschäftigt und daraus Profit schlägt", sagt Werner Dietrich.
Kurz vor Redaktionsschluss erreicht uns die Nachricht, dass die Unternehmensleitung verhandeln will. Die CLC-Fertigung könnte in Wörth verbleiben, jedoch nur unter zwei Bedingungen: 1. Der Betriebsrat stimmt dem Einsatz von Leiharbeitnehmern zu, jedoch zu equal-pay-Bedingungen, 2. Bei der Akkordentlohnung, somit bei allen Arbeitnehmern, sollen Kürzungen stattfinden. "Das läuft mit uns nicht. Akkordregelung ist ausschließlich Sache der Tarifvertragsparteien. Wenn die jetzt noch glauben, dass wir die Löhne auch bei der S-Klassen-Fertigung, die gerade boomt, kürzen, um ein Produkt in Wörth zu behalten, das in spätestens einem Jahr ausläuft, kann ich nur sagen: Eine völlig schwachsinnige Forderung, die auch nicht vermittelbar wäre", betont Werner Dietrich. "Ohne Beschäftigungszusagen ist dies eine Kampfansage an uns. Wenn die glauben, dass wir durch ihre Fehlentscheidungen herbeigeführte Personalengpässe dadurch beheben, dass wir ihnen noch Geld geben, dann kann ich nur sagen: Die Herren sind eine Fehlbesetzung auf ihren Posten und gehören ausgetauscht."
Aktuelle Info nach Redaktionsschluss: die CLC-Fertigung bleibt.   

Plant Faurecia den Kahlschlag in Wörth?

Zu Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008 wurde bei Faurecia in Wörth über einen Sozialplan verhandelt, weil die Stückzahlen auf absehbare Zeit nach unten gehen würden. Dem Sozialplan wurde letztendlich im Januar 2009 zugestimmt (Abbau von 110 Arbeitsplätzen), weil Betriebsrat und IG Metall davon ausgingen, dass der Standort und die Arbeitsplätze für die Zukunft abgesichert wären. Dies war auch die Aussage der Geschäftsleitung gegenüber der Belegschaft nach Unterzeichnung des Sozialplanes.
Bei Faurecia in Wörth werden nur noch drei Produkte gefertigt, deren Auslaufzeitpunkt heute schon fest steht. Am 26. Oktober 2009 wurden der Betriebsrat und kurz danach Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Neustadt, darüber informiert, dass die CLC-Fertigung für Daimler verlagert werden soll, betroffen wären 41 Personen. Begründung: Umsatzrückgang und zu hohe Nebenkosten in Wörth. Die Verlagerung soll laut Werkleitung die Verluste am Standort Wörth reduzieren (etwa 30 Millionen Euro Verlust in den Jahren 2010 bis 2012).
Werner Dietrich fühlt sich über den Tisch gezogen: "Wenn die Werkleitung sich im Januar 2009 vor die Mannschaft stellt und sagt, die Arbeitsplätze sollen bis zum Auslauf der Produkte erhalten bleiben, dann bin ich über den Plan der Verlagerung der CLC-Fertigung nicht nur überrascht, sondern fühle mich getäuscht." Sogar während der Aufsichtsratssitzung davor am 25. September 2009 wurde von dem Vorstand ein klares Nein ausgesprochen. "So geht man mit den Menschen nicht um. Man muss sich anschließend nicht wundern, wenn die Motivation bei den Beschäftigten in Wörth am Nullpunkt angelangt ist", beschreibt Werner Dietrich die Situation.
Das Vorgehen der Unternehmensleitung und des Konzerns legt die Befürchtung nahe, dass hier versucht wird, den Standort scheibchenweise abzuwickeln. Betriebsrat und IG Metall fordern den Erhalt aller derzeit vorhandenen Arbeitsplätze in Wörth und die Rücknahme der Verlagerungspläne. Sämtliche Überstundenanträge der vergangenen Wochen wurden von dem Betriebsrat abgelehnt. Die Werkleitung wünscht diese Überstunden auf freiwilliger Basis, findet nur unter den Beschäftigten niemanden, der am Samstag in den Betrieb kommt.
Betriebsrat und IG Metall haben dem Unternehmen gegenüber einen Sozialtarifvertrag gefordert: Keine betriebsbedingten Kündigungen bis November 2012, bei krisenbedingten Beschäftigungsproblemen Angebote von Alternativarbeitsplätzen in Hagenbach (Entwicklung), Erarbeitung eines Konzepts zum Erhalt und möglichen Aufbau weiterer Arbeitsplätze an einem alternativen Standort in der Südpfalz. Was daraus wird, werden die Verhandlungen zeigen.
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