Die Sitzung des bezirklichen Vertrauensleute-Ausschusses am 21. Januar 2010 stand ganz im Zeichen der aktuellen gewerkschaftspolitischen Top-Themen Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie sowie Betriebsratswahlen. In der Diskussion wurde deutlich, dass die wirtschaftliche Krise noch lange nicht überwunden ist. Daher drehten sich viele Debatten mit den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb um das Ziel, auch bei schlechter Auslastung die Beschäftigten „an Bord“ zu halten. Außer der Verhinderung von Entlassungen steht die Sicherung der Berufs- und Zukunftsperspektiven der Ausgebildeten im Vordergrund. Zugleich wurde aber auch darauf hingewiesen, dass die Krise die Betriebe in unterschiedlicher Weise trifft und dass Prognosen über den weiteren Krisenverlauf bzw. über Zeitpunkt und Umfang eines kommenden Aufschwungs sehr schwierig sind. Angesichts dessen wurde mehrheitlich ein Tarifvertrag mit einer kurzen Laufzeit für angemessen gehalten. Völlig unstrittig war, dass die Beschäftigten nicht in Form einer Null-Runde für die Krise bezahlen dürften, deren Ursachen andere zu verantworten hätten. Aus Sicht des bezirklichen Vertrauensleute-Ausschusses wird es sehr wichtig sein, dass die in diesem Frühjahr neu gewählten Betriebsräte von Anfang an in engem Kontakt zur IG Metall stehen und die Qualifizierungs- und Diskussionsangebote der IG Metall wahrnehmen. Die betriebliche und die gewerkschaftliche Interessenvertretungsarbeit müssten als eine Einheit angesehen werden. Schließlich komme es darauf an, Solidarität zu organisieren – bei allen Unterschieden, die es zwischen den Beschäftigten gebe (Stichworte hierfür sind z. B. Branche, Standort, Geschlecht, Alter, berufliche Position, Herkunft, Beschäftigungsverhältnis o. a.). Als gemeinsamen Orientierungspunkt sieht der Vertrauensleute-Ausschuss die „Leitlinien für gute Betriebsratsarbeit“ an, die der Vorstand der IG Metall im November 2009 beschlossen hat.
Leitlinien gute Betriebsratsarbeit
In der Klausurtagung im Mai 2010 sollen im Vertrauensleute-Ausschuss Beispiele aus Betrieben und Verwaltungsstellen vorgestellt werden, wie die Arbeit und die Qualifizierung der neuen Betriebsräte angepackt wird.
Thorsten Zangerle (Vertrauenskörper-Leiter bei Opel in Kaiserslautern) machte in der Diskussion deutlich, wie eng der Zusammenhang zwischen den Zukunftschancen der jungen Kolleginnen und Kollegen und den Zukunftschancen einer Region sei.
Daher habe sich die IG Metall in der Verwaltungsstelle Kaiserslautern zum Ziel gesetzt, nicht nur die Ausbildungskapazitäten in den Betrieben in der Region zu erhalten, sondern den Ausgebildeten auch Chancen für die Zeit nach der Berufsausbildung zu eröffnen. Dafür seien auch Kontakte mit der Arbeitsagentur sowie mit Ansprechpartnern in der Regional- und Landespolitik hergestellt worden.
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