"Jetzt ist genau das passiert, was wir in den Sozialplanverhandlungen Ende 2008 / Anfang 2009 befürchtet und der Arbeitgeberseite immer wieder vorgehalten haben: Eure Planungen der Stückzahlen für 2010 und dem damit verbundenen Personalbedarf basieren auf Annahmen und Schätzungen, welche doch kein Mensch so lange voraussagen kann", betont Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter. "Es wird Probleme bei Anhebung der Stückzahlen geben. Und genau das ist jetzt eingetroffen." Die CLC-Fertigung (41 Personen) sollte zum Jahreswechsel verlagert werden. "Der Zeitpunkt wurde gewählt, weil die CLC-Fertigung beim Daimler ruhte", sagt Werner Dietrich. "Aus heutiger Sicht macht es aber keinen Sinn mehr, die CLC-Fertigung im Jahre 2010 zu verlagern, da diese aller Voraussicht nach schon im ersten Quartal 2011 auslaufen wird. Verlagerungskosten und eventuelle Probleme beim Anlauf an einem neuen Standort legen eine unternehmerische Fehlentscheidung nahe." Da zusätzlich aber immer noch elf Personen aus dem laufenden Sozialplan 2009 auf der Kündigungsliste stehen, ist es in Wörth schwierig. Die Zeit drängt beim Arbeitgeber, schnellstens Leiharbeiter einzustellen, damit der erhöhte Produktionsbedarf für Daimler ab sofort auch realisiert werden kann. Betriebsrat und IG Metall fordern von der Unternehmensleitung die schriftliche Zusage, dass die CLC-Fertigung bis zu deren Auslauf in Wörth bleibt. Zudem dürfen die elf Personen aus dem laufenden Sozialplan nicht entlassen werden. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, wird der Betriebsrat der Einstellung von Leiharbeitnehmern zustimmen, allerdings zu equal-pay-Bedingungen. "Wir werden nicht zulassen, dass Faurecia durch Fehlentscheidungen Leiharbeiter zu Dumpinglöhnen beschäftigt und daraus Profit schlägt" sagt Werner Dietrich. Kurz vor Redaktionsschluss erreicht uns die Nachricht, dass die Unternehmensleitung verhandeln will. Die CLC-Fertigung könnte in Wörth verbleiben, jedoch unter zwei Bedingungen: 1. Der Betriebsrat stimmt dem Einsatz von Leiharbeitnehmern zu, jedoch zu equal-pay-Bedingungen, 2. Bei der Akkordentlohnung, somit bei allen Arbeitnehmern, sollen Kürzungen stattfinden. "Das läuft mit uns nicht. Akkordregelung ist ausschließlich Sache der Tarifvertragsparteien. Wenn die jetzt noch glauben, dass wir die Löhne auch bei der S-Klassen-Fertigung, die gerade boomt, kürzen, um ein Produkt in Wörth zu behalten, das in spätestens einem Jahr ausläuft, kann ich nur sagen: Eine völlig schwachsinnige Forderung, die auch nicht vermittelbar wäre" betont Werner Dietrich. "Ohne Beschäftigungszusagen ist dies eine Kampfansage an uns. Wenn die glauben, dass wir durch ihre Fehlentscheidungen herbeigeführte Personalengpässe dadurch beheben, dass wir ihnen noch Geld geben, dann kann ich nur sagen, die sind bekloppt und wissen nicht, was sie anrichten. Ich könnte auch sagen: Die Herren sind eine Fehlbesetzung auf ihren Posten und gehören ausgetauscht." Aktuelle Info nach Redaktionsschluss der metallzeitung: die CLC-Fertigung bleibt. |