"Die Wirtschaft soll dem Menschen dienen", forderte Ulli Edelmann, Betriebsratsvorsitzender bei Daimler in Wörth und Germersheim, nach der Eröffnung durch Helmut Dumser. Er zeigte auf, wie sich die Krise bei Daimler auswirkte und wie der Betriebsrat mit dem Instrument Kurzarbeit und mit der Solidarität unter den Beschäftigten Arbeit umverteilt hat.
Hauptredner Werner Dietrich, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt, stellte auch die Finanz- und Wirtschaftskrise in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er zeigte Ursachen in den unregulierten Finanzmärkten auf und forderte, die Lasten der Krise an die Verursacher, "Zocker und Spekulanten" zu adressieren, anstatt sie mit Boni zu belohnen. Angriffe auf die sozialen Sicherungssysteme zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, begründet mit Sparzwängen durch die Krise, wies Kollege Dietrich entschieden zurück. Großen Zuspruch erhielt er für die Forderung nach Verbesserung der Situation der "jungen Generation". Kollege Dietrich nannte es eine Schande, wie mit Praktika, befristeten Verträgen und Niedriglöhnen, beispielsweise in Leiharbeitsverhältnissen, mit jungen Menschen umgegangen wird.
 ... und auch in Neustadt am Kartoffelmarkt stand bei Mairedner Uwe Schütz die Krise und ihre Auswirkungen im Vordergrund.
"Ja, wir bezahlen für die Krise, ob wir wollen oder nicht", führte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Neustadt aus. Mit Blick auf die Entwicklungen in Griechenland betonte er die Bereitschaft zur Solidarität im Euroraum und wies populistische Meinungsmache gegen Griechenland und brachialen Sozialabbau zur Krisenbewältigung zurück. Ebenso wie Werner Dietrich in Wörth forderte Schütz, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen. Jeder Euro, welcher in der Hand von Spekulanten anstatt in Händen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern landet, sei eine Gefahr, da dann nicht in Zukunft, Ökologie und nachhaltiges Wirtschaften investiert, sondern gezockt werde. Eine umfassende Demokratisierung der Wirtschaft mit maßgeblicher wirtschaftlicher Mitbestimmung sei hier der richtige Weg. Die beiden Veranstaltungen kamen trotz schlechten Wetters bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gut an. In Neustadt soll es auch in den kommenden Jahren Maikundgebungen geben. Die Veranstalter wollen allerdings über eine Bündelung der vielen Aktionen nachdenken.
|