Gerade die junge Generation treffe diese Auswirkungen der Wirtschaftskrise besonders hart. Die Mehrzahl der jungen Arbeitnehmer in Deutschland sei befristet, in Leiharbeit oder auf andere Weise prekär beschäftigt. Die Übernahme der Auszubildenden in der Metall- und Elektroindustrie findet in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen fast durchgängig nur noch befristet statt. „Generation prekär ist keine Perspektive, weder für die jungen Menschen noch für die Betriebe“, sagte der IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild.
Mit den Arbeitgeberverbänden soll bis 30. September sondiert werden, ob tarifvertragliche Regelungen zur Fachkräftesicherung in den Betrieben gefunden werden können. Schon heute sei der Fachkräftemangel in den Betrieben deutlich spürbar. Das Problem werde sich aufgrund der demografischen Entwicklung und der rückläufigen Ausbildungszahlen in der Metall- und Elektroindustrie in den kommenden Jahren weiter verstärken.
Schild kündigte an, der IG Metall Bezirk Frankfurt werde ab dem 15. Juni bis zum Jahresende in einer groß angelegten Kampagne gegen den Trend zu immer mehr prekärer Beschäftigung und für bessere Berufsperspektiven der jungen Generation starten. Nachdem sich die Arbeitgeber der Mittelgruppe und Thüringens in den Tarifgesprächen in diesem Jahr verweigert hätten, tarifvertragliche Regelungen in der Leiharbeit zu vereinbaren, sei Bestandteil dieser Kampagne die Aufnahme von Gesprächen mit den Landesregierungen in den genannten Bundesländern, mit dem Ziel, die Zeitarbeit in die Vergabegesetze der Länder aufzunehmen und Zertifizierungsstellen für regionale Vereinbarungen einzurichten. „Darüber hinaus werden wir alle Industriebetriebe auf ihren Umgang mit Leiharbeitern prüfen und da, wo die Leihkräfte als Menschen zweiter Klasse behandelt werden, die Öffentlichkeit informieren“, sagte der Metallgewerkschafter heute in Wetzlar. |