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Kompetenz übergeben


Wenn in Betrieben der Betriebsratsvorsitzende in den Ruhestand verschwindet, geht häufig auch dessen langjährige Erfahrung flöten. Damit das nicht passiert, hat der Betriebsratschef der Firma Faurecia vorausschauend geplant und dem Nachfolger frühzeitig Platz gemacht.
Bei dem Autozulieferer wurde Metaller Robert Schmitt vor drei Jahren zum Betriebsratsvorsitzenden gewählt. Er gehörte schon lange dem Betriebsrat an. Auch dieses Jahr wählten die Kollegen ihn wieder in den Betriebsrat. Bei der konstituierenden Sitzung kandidierte er allerdings nicht mehr für den Vorsitz. Sein Ruhestand ist in Sichtweite, er will das Amt in jüngere Hände weitergeben.
Rollentausch. Thorsten Kuntz, junger Metaller und bisher schon Schmitts Stellvertreter, wurde mit deutlicher Mehrheit zum neuen Vorsitzenden des Betriebrates gewählt. Schmitt ist nun dessen Stellvertreter. Ein vernünftiger Rollentausch. Denn der erfahrene Schmitt steht nun seinem jungen Nachfolger bei auftauchenden Problemen stets zur Verfügung. Ein enormer Vorteil für den jungen Kollegen und die Faurecia-Beschäftigten. Besonders bei Rechtsfragen und Betriebsvereinbarungen sind die Kenntnisse eines erfahrenen "Fahrensmannes" ungemein wertvoll. Ein wichtiger Faktor, wenn es um "Waffengleichheit" gegenüber dem Arbeitgeber geht. Umso besser, wenn Kuntz noch einige Zeit vom Wissen und von der Erfahrung des älteren Kollegen profitieren kann. Kennt dieser doch alle erlaubten und nicht erlaubten Tricks der Gegenseite. Die Stärke des Betriebsrats wird also bei Faurecia an jüngere Kollegen weitergegeben.
Der Autolackierer Thorsten Kuntz schätzt den Rat seines Vorgängers. Mit Werner Dietrich, 1. Bevollmächtigter der Verwaltungsstelle Neustadt, steht Kuntz eine weitere wertvolle Stütze an der Seite. Auf die kurze Frage, wie es mit der Zusammenarbeit zwischen Faurecia-Betriebsrat und der IG Metall vor Ort klappt, kommt noch kürzer die Antwort: "Reibungslos!" Kuntz und Schmitt sind schon ein gutes Gespann, und wenn es erforderlich ist, kommt Werner Dietrich von der Verwaltungsstelle noch dazu. Die Beschäftigten wissen was sie an den Dreien haben. Denn in kleinen Betrieben wie Faurecia mit nur zwei freigestellten Betriebsräten ist es wichtig, dass die Erfahrung immer wieder an den Nachwuchs weitergegeben wird.

Hintergrund: Autozulieferer Faurecia
Der Autozulieferer Faurecia hat etwa 175 Beschäftigte. Das Unternehmen ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des französischen PSA-Konzerns. Vier Bereiche hat die Produktion: Abgas (Auspuff), Innenraumverkleidungen, Sitze, Kunststoff. Fast die gesamte europäische Autoindustrie zählt zu den Kunden.   

2010-05-01 | Werner Hahl

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