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Europäisches Arbeitnehmerforum Opel/Vauxhall: Unternehmenskommunikation streut Falschmeldungen

 | 2010-04-20

Schließung Opel Standort Antwerpen

Wahlalternative

In einer Veröffentlichung des Europäischen Arbeitnehmerforums Opel/Vauxhall heißt es, die Medienberichte der letzten Tage erweckten den Eindruck, dass die Schließung von Antwerpen von allen Seiten akzeptiert sei und definitiv erfolgen werde. Meldungen über Abfindungssummen von 144.000 € und die angebliche Zustimmung des Betriebsrats zur Schließung sind schlichtweg falsch und haben erheblichen Unmut und Verunsicherung bei den Beschäftigten in Antwerpen verursacht. Als Folge dieser unverantwortlichen und chaotischen Falschmeldungen haben Teile der Beschäftigten in Antwerpen die Arbeit niedergelegt.

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Schließung des Opel-Standorts Antwerpen

 | 2010-01-21

Schild: „Das ist eine Kriegserklärung“

Wahlalternative

Frankfurt. Die IG Metall hat die Entscheidung von General Motors, das Werk in Antwerpen zu schließen, als Kriegserklärung gegenüber allen europäischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei Opel bewertet. Das GM Management setze auf Kahlschlag und Standortkonkurrenz. „Das ist die konsequente Fortsetzung von 15 Jahren GM-Desaster und 15 Monaten Geisterfahrt. Nun begibt sich GM offenbar auf den nächsten Horrortrip“, sagte IG Metall Bezirksleiter und Aufsichtsratsmitglied Armin Schild. „Es gab ein Konzept, das ohne Standortschließungen auskam und zu dem GM gesagt hat, das können wir besser. Nun legt man uns ein Konzept vor, das weder finanziert ist, noch eine Chance auf Arbeitnehmerbeiträge hat."

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Gemeinsame Erklärung der Arbeitnehmervertreter (EEF) und der für Opel Europa zuständigen Gewerkschaften

 | 2009-11-13
Wahlalternative

Die Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsvertreter von Opel Europa sind am 13. November erstmals nach der Entscheidung von General Motors, Opel nicht zu verkaufen, in Mainz zusammen gekommen, um über ihr weiteres Vorgehen zu beraten. In einer gemeinsamen Erklärung wurden Bedingungen für weitere Verhandlungen an General Motors formuliert.

„Mit dieser Entscheidung haben die europäischen Arbeitnehmervertreter von Opel/Vauxhall erneut deutlich gemacht, dass sie auch nach dem Richtungsschwenk von General Motors mit einer Stimme reden und in den Verhandlungen gemeinsam auftreten werden. Eine Restrukturierung von Opel/Vauxhall kann nur unter Einbeziehung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer  in Europa und nicht gegen deren Willen erfolgreich sein“, erklärte Klaus Franz, Vorsitzender des Europäischen Arbeitnehmerforums.


Dokument 
Link zur gemeinsamen Erklärung

Dr. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall: "Thesen zur Entwicklung Europas und des europäischen Sozialmodells"


Dokument Foliensatz

Poul Nyrup Ramussen, Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Europas:

 | 2009-04-30

Offener Brief an die europäischen Gewerkschaften zum 1. Mai 2009

Wahlalternative

Liebe Genossen,

ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um am Tag der Arbeit alle europäischen Gewerkschaftler herzlich zu grüßen. Für mich ist der Erste Mai die Feier für die Werte unserer Arbeiterbewegung: Solidarität, Gleichheit und Füreinander-Einstehen. Ich erinnere mich sehr gut an die Tage der Arbeit, die ich in den 1950er Jahren als Jugendlicher in Esbjerg erlebt habe. In dieser Zeit, als die Gewerkschaften stark waren, entstand der dänische Wohlfahrtsstaat. Doch damals, in meiner Jugend, habe ich auch die harte Wirklichkeit der Arbeitslosigkeit und ihre Auswirkungen auf normale Familien wie die meine erleben müssen.

Dieses Jahr feiern wir den Tag der Arbeit zu Beginn der Europa-Wahlkampagne und mitten in der schlimmsten Rezession seit den 1930er Jahren. Jede Woche werden die Wirtschaftsprognosen schlechter: Wenn wir nicht mehr tun, um diesen Teufelskreis zu bekämpfen, besteht die Gefahr ein, dass es bis zum Jahr 2010 27 Millionen Arbeitslose geben wird.

Letzten Freitag war ich in Toulouse, wo ich mit Arbeitern von Airbus und Molex gesprochen habe. Sie werden momentan von Stellenverlusten und Lohnkürzungen bedroht, was Unsicherheit und Verarmung mit sich bringen wird. In ganz Europa sind Millionen von Arbeitnehmern in dieser Situation. Arbeitnehmer, die für diese Krise nicht verantwortlich sind, aber den Preis für diese bezahlen. Die Konservativen wie Kanzlerin Merkel, Präsident Sarkozy oder Premier Minister Juncker sagen, dass genug getan worden sei. Aber ich meine, dass es 27 Millionen Gründe gibt mehr zu tun. Wir brauchen einen starken, neuen europäischen Konjunkturplan, um Arbeitsplätze zu sichern und um zu verhindern, dass die Familien in ganz Europa von Massenarbeitslosigkeit getroffen werden.

Seit fünf Jahren haben die Konservativen eine Mehrheit in Europa – in allen EU-Institutionen und in den meisten Mitgliedsstaaten. Während dieser Zeit hat es wiederholt schwerwiegende Angriffe auf Arbeitnehmerrechte und auf die öffentliche Daseinsvorsorge gegeben. Die Barroso-Kommission hat es zugelassen, dass aus der Grundfreiheit der Mobilität von Arbeitnehmern ein Instrument wird, dass die Sozialpolitik unterhöhlt. Der Europäische Gerichtshof hat auf Basis der EU-Entsenderrichtlinie eine ganze Reihe von fragwürdigen Urteilen (Laval, Viking, Rüffert, Luxemburg) getroffen, die die Prinzipien der gleichen Entlohnung, der Tariffreiheit und das Streikrecht in Frage stellen. Im Fall Laval war es eine lettische Firma, die eine Schule in Schweden gebaut und sich geweigert hat, die dortigen Gesetze zu Löhnen und Arbeitsverhältnissen anzuerkennen. Diese Firma hat vom Europäischen Gerichtshof wegen der Zweideutigkeiten der Richtlinie Recht bekommen. Die Sozialdemokratische Partei Europas ist zutiefst davon überzeugt, dass diese ”Spirale nach unten” für unsere Sozialpolitik inakzeptabel ist. Doch die Kommission hat sich mehrfach geweigert, die Schlupflöcher zu stopfen.

Wir werden uns dafür stark machen, neuen Respekt für anständige Arbeit und ordentliche Arbeitsstätten zu schaffen. Für viel zu lang haben die Finanzmarktakteure wie außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen unsere Arbeitsstätten wie ein Haufen Vermögensgegenstände, die nach Belieben gekauft und verkauft werden können, ohne sich um die Auswirkungen für die Beschäftigten zu kümmern. Sie laden gesunde Firmen mit Schulden auf, um schnell Gewinne zu erzeugen, was zu Stellenverlusten, verschlechterten Arbeitsverhältnissen und geringeren Ruhestandsgehälten für die Arbeitsnehmer und Arbeitsnehmerinnen führt. Die Regulierung in diesem Bereich ist offenkundig ungenügend. Mein Bericht über außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen wurde im September vom Europäischen Parlament gebilligt,, aber die Europäische Kommission hat unsere Forderungen ignoriert. Diese Woche hat sie ihren Gesetzvorschlag veröffentlicht, der so voller Schlupflöcher ist, das er vollkommen ineffektiv ist.

Das ist das Problem, das uns am Tag der Arbeit gegenübersteht, und das uns auch an jedem Arbeitstag gegenüberstehen wird, solange wir in einer von Konservativen geführten Europäischen Union leben. Meine Partei, die Sozialdemokratische Partei Europas, hat einen klaren und konkreten Plan zur Veränderung. Wir haben sieben politische Forderungen für den Kampf gegen die Krise vorgestellt, deren Implementation wir innerhalb der ersten 100 Tage nach dem Europa-Wahl verlangen:

1. Ein neuer, starker Aufschwungsplan für Europa
2. Ein Europäischer Beschäftigungspakt
3. Eine Europäische Charta der Frauenrechte
4. Ein Europäischer Pakt für Sozialen Fortschritt
5. Effektive Regulierung und Überwachung der Finanzmärkte
6. Neue gegenseitige Solidarität in allen EU-Mitgliedsstaaten
7. Ein europäischer Fahrplan für einen globalen ‘New Deal’

Unser Manifest für die Wahl fasst 71 spezifische Vorschläge zusammen, um Europa während der nächsten fünf Jahre eine neue Richtung zu geben. Wie ich am Dienstag zu Gespräch beim Europäischen Gewerkschaftsbund sagte, stimmt unser Manifest mit den Vorschlägen des EGB Manifests überwiegend überein. Es enthält echte Verpflichtungen zum Kampf gegen die Rezession, zur Umsetzung eines stärkeren europäischen Aufschwungsplan, zur Revision der EU-Entsenderrichtlinie, zu einem europäischen Rahmen für grenzübergreifende Tarifverhandlungen und –verträge, zu gestärkten Mitbestimmungsrechten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, zur Umsetzung eines Europäischen Paktes für Löhne, zur Schaffung eines europäischen Rechtsrahmens für öffentliche Dienstleistungen und zu einer Regulierung die alle Finanzakteure umfasst. Die Gewerkschaften sollten in der Zukunft bei Entscheidungen mitbestimmen können.

Ich bitte euch also dringend darum, am 4. – 7. Juni die Wahlberechtigten dazu zu ermutigen, wählen zu gehen. Bei dieser Wahl befindet sich Europa an einer Wegkreuzung. Es muss sich zwischen zwei sehr verschiedenen politischen Visionen entscheiden. Ich freue mich darauf, mit den Gewerkschaften in enger Kooperation zusammenzuarbeiten, um zu versichern, dass Arbeiter in der ganzen EU die neue Richtung für Europa bekommen, die sie verdient haben.

Mit freundlichen Grüssen,
Poul Nyrup Ramussen Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Europas

Das Original des Briefes kann hier herunter geladen werden:
 Dokument 
Offener Brief von Poul Nyrup Ramussen
 

Lohnentwicklung im EU-Vergleich

 | 2009-02-06
Wahlalternative

Das Europäische Gewerkschaftsinstitut hat eine Studie zur Lohnentwicklung seit Mitte der 90er Jahre in 17 EU Ländern veröffentlicht. Die Haupterkenntnis der Studie ist, dass Lohnzurückhaltung in Tarifverhandlungen zur Regel geworden ist. Zwischen 1995 and 2007 ist der Anteil der Gehälter am Bruttosozialprodukt in der EU-27 von 59,5% auf 56,9% gefallen. Gleichzeitig sind die Gehälter einschließlich der Sozialbeiträge der Arbeitgeber um 13,9% gewachsen, während die Arbeitsproduktivität um 20,3% zunahm. Als wichtigstes Instrument, diese Trends zu stoppen, werden Mindestlöhne angesehen. Ein weiterer Trend sei die zunehmende Dezentralisierung und abnehmende Reichweite von Tarifverhandlungen.

http://www.etui-rehs.org/research/activities/Workers-representation/Books/Wages-and-wage-bargaining-in-Europe

Sozialen Dialog verstärken

 | 2009-02-06
Wahlalternative
Die Europäische Kommission hat am 3. Februar 2009 einen Bericht zu den Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Europa und dem sozialen Dialog im Jahr 2008 vorgelegt. Sie ist der Meinung, ein strukturierter Dialog zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern helfe die Wirtschaftskrise besser zu bewältigen. Eine starke Sozialpartnerschaft trage wesentlich dazu bei, dem wirtschaftlichen Wandel und seinen Kosten zu begegnen, Arbeitskräfte und Unternehmen bei der Anpassung an den Wandel zu unterstützen und zu schützen. Festzustellen ist die weiterhin große Bedeutung von Tarifverträgen. Fast zwei Drittel der Arbeitnehmer unterlagen im Jahr 2006 einem Tarifvertrag. Andererseits ging der Anteil von Arbeitnehmern, die Mitglied in einer Gewerkschaft sind, von 27,4% im Jahr 2000 auf 25,6% im Jahr 2005 zurück. In den verschiedenen Mitgliedstaaten variiert der Grad der gewerkschaftlichen Organisation zwischen 8 und 80%. Deutschland liegt mit unter 25% im letzten Drittel.

Jugendarbeitsmarkt in Europa

 | 2009-02-06
Wahlalternative
Die Kommission hat am 2. Februar 2009 eine Studie über Tendenzen auf dem Jugendarbeitsmarkt veröffentlicht. Es ging darum, die wichtigsten Herausforderungen für die Politik zu analysieren. Trotz der Bedeutung Jugendlicher für die Erneuerung der Gesellschaft, gelänge es auf den europäischen Arbeitsmärkten nicht, ihre Ressourcen voll auszuschöpfen. Zwischen 2000 und 2005 sanken die Erwerbs- und Beschäftigungsquoten Jugendlicher und ihre Arbeitslosigkeit nahm zu, wobei es signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede gebe. Jugendliche seien überdurchschnittlich häufig in niedrig qualifizierten und bezahlten Arbeitsverhältnissen zu finden. Dies trage zu lang dauernder wirtschaftlicher Abhängigkeit von ihren Eltern und damit später eigener Familiengründung bei. Nun wurden Indikatoren festgelegt, um die Situation Jugendlicher in individuellen und landesspezifischen Clustern zu analysieren und um die Wirksamkeit der Politik zu überprüfen.

Europaparlament

 | 2009-01-19

Ende einer 10jährigen Baustelle: Die neue EBR-Richtlinie kommt

Wahlalternative

Es ist soweit: Am 16.12.2008 hat das Europäische Parlament in erster Lesung eine Neufassung der EBR-Richtlinie verabschiedet. Am selben Tag wurde die Neufassung auch vom Ausschuss der Ständigen Vertreteter (Botschafterebene des Rates) angenommen. Somit ist die neue EBR-Richtlinie angenommen.

Fünf EU-Staaten erhöhen Mindestlöhne

 | 2008-09-04

Aktuelle Europa-Auswertung des WSI

Wahlalternative
Von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verfügen 20 über einen allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Fünf von ihnen haben die untere Lohngrenze in den vergangenen Monaten angehoben. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Mindestlohnentwicklung in Europa, die das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung vorlegt.

In 12 von 20 EU-Staaten waren die gesetzlichen Mindestlöhne bereits zum 1. Januar 2008 erhöht worden. Zwischen März und Juli haben nun Luxemburg, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Slowenien das gesetzliche Lohnminimum angehoben. In Belgien und den Niederlanden wurde der Mindestlohn damit zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöht. In Belgien, wie auch in Frankreich und Luxemburg, werden die Mindestlöhne über ein Indexierungsverfahren an die Preisentwicklung angepasst.

In den westeuropäischen Euro-Ländern liegen die Mindestlöhne jetzt über 8,30 Euro, in Luxemburg bei 9,30 Euro.
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EU: Einigung bei Arbeitszeit und Leiharbeit

 | 2008-06-10
Wahlalternative
Am 9. Juni haben die EU-Arbeitsminister eine Einigung über die seit Jahren umstrittenen Richtlinien zur Arbeitszeit und Leiharbeit erzielt. Die Richtlinien gewährleisten nach Meinung von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz, ein europaweites Schutzniveau, das für alle Mitgliedstaaten akzeptabel und umsetzbar ist. Die durchschnittliche maximale Wochenarbeitszeit liegt nach der Kompromisslösung der slowenischen Ratspräsidentschaft wie bisher bei 48 Stunden. Über Ausnahmen sind aber in einzelnen Branchen bis zu 60 oder 65 Stunden möglich. Mittels Tarifvereinbarungen kann diese Höchstgrenze noch überschritten werden. In Deutschland darf nach dem Arbeitszeitgesetz die wöchentliche Arbeitszeit durchschnittlich 48 Stunden nicht überschreiten. Bereitschaftsdienst gilt in vollem Umfang als Arbeitszeit. Die Richtlinie fordert die Mitgliedstaaten ferner auf, auf die Sozialpartner einzuwirken, dass diese die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben fördern. Die seit 2002 verhandelte Richtlinie zu Leiharbeit wurde im Paket mit der Arbeitszeit beschlossen. Zeitarbeiter bekommen danach künftig vom ersten Arbeitstag an gleiche Rechte wie die regulär Beschäftigten im selben Betrieb. Über Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern sind Ausnahmen möglich. Die Mitgliedstaaten können zulassen, dass in Tarifverträgen andere Regelungen getroffen werden können (z.B. Tarifvertrag der DGB-Gewerkschaften). Die beiden Richtlinien werden vom Europäischen Parlament in einer 2. Lesung beraten. Ein Termin ist noch nicht bekannt. Danach soll unter Einbeziehung der Sozialpartner die Anpassung des deutschen Rechts vorgenommen werden.

Wirtschaft im Euroraum wächst 2008 nur um 1,6 Prozent

 | 2008-05-16

Prognose des Europan Labour Network for Economic Policy

Wahlalternative
Die internationale Finanzkrise, die schwächere Konjunktur in den USA und der hohe Euro-Kurs bremsen die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum 2008 und 2009 drastisch. Die Wirtschaft in der Eurozone wächst in diesem Jahr lediglich um 1,6 Prozent - 2007 war es noch ein voller Prozentpunkt mehr. Zu diesen Ergebnissen kommt das European Labour Network for Economic Policy (ELNEP) in seiner neuen Frühjahrsprognose. Deutsches Partnerinstitut im ELNEP ist das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.
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Keine Zunahme von Betriebsverlagerungen feststellbar

 | 2008-04-23
Wahlalternative
Standortverlagerungen gehören mittlerweile zum betrieblichen Alltag, in den letzten Jahren ist aber keine spürbare Zunahme von Verlagerungen festzustellen. Ein Fünftel der angedrohten Verlagerungen wird nicht umgesetzt. Mehr als zwei Drittel der Betriebe, die verlagern, tun das innerhalb Deutschlands. Anfang Januar 2008 veröffentlichte die Hans-Böckler-Stiftung erste Ergebnisse einer WSI-Befragung von 2.000 deutschen Betriebsräten. Danach waren etwa 8% aller Betriebe von einer Verlagerung betroffen. Die meisten Verlagerungen fanden innerhalb Deutschlands statt – nämlich 69 Prozent, nur 20 Prozent gingen ins Ausland. Fast ein Drittel der seit 2005 verlagerten Betriebe war in der Hand einer ausländischen Mutter. In einem Fünftel der Betriebe, in denen das Thema auf der Tagesordnung stand, wurde eine angedrohte Standortverlagerung später zurück genommen. Durch Zugeständnisse der Belegschaft, durch Druck der Öffentlichkeit und durch die massive Intervention von Gewerkschaft und Politik konnten häufig Standorte gerettet werden. Durchgeführte Standortverlagerungen erweisen sich nicht immer als betriebswirtschaftlich sinnvoll. So kam es laut Betriebsrätebefragung in immerhin 13 Prozent der Fälle später zu Rückverlagerungen.
Mehr unter:
Link Link zur Hans-Böckler-Stiftung

EBR-Vereinbarung bei ArcelorMittal perfekt

 | 2007-09-05

Unterschrift am 9. Juli in Luxemburg

Wahlalternative

Am 9. Juli 2007 fand in Luxemburg in Anwesenheit von Lakshmi Mittal die Unterzeichnung der Vereinbarung über einen Europäischen Betriebsrat (EBR) für ArcelorMittal statt. Der indische Milliardär wird nach französischen Gepflogenheiten persönlich den Vorsitz im EBR übernehmen, obwohl insbesondere die IG Metall das deutsche Modell mit einem Arbeitnehmervertreter als Vorsitzenden bevorzugt hätte.


Die Verhandlungen über die Zusammenlegung der beiden Europäischen Betriebsräte von Arcelor und Mittal Steel waren am 18. April 2007 in Spanien abgeschlossen worden Dem neuen EBR gehören 54 Delegierte aus folgenden Ländern an: Frankreich und Polen (je neun Mandate), Belgien und Rumänien (je acht), Deutschland, Spanien, Luxemburg und Tschechien (je drei) sowie Italien (zwei Mandate). Die Arbeitnehmervertreter wählen ein dreiköpfiges Präsidium ("Sekretariat") und einen engeren Ausschuss aus 25 Mitgliedern.


Die neue Vereinbarung übernimmt die Grundzüge der bisherigen Arcelor-Vereinbarung und entspricht damit den Forderungen der Gewerkschaften. Neben einer Arbeitnehmerbeteiligung im Verwaltungsrat sieht das Abkommen für den EBR Beteiligungsrechte wie in der SE-Richtlinie vor, die an einigen Punkten über die Regelungen der EBR-Richtlinie hinausgeht. ArcelorMittal denkt über eine Umwandlung in eine Europäische Aktiengesellschaft nach.

Restrukturierungen in der Hausgeräteindustrie

 | 2007-09-05

Ergebnisse einer Tagung Ende Juini 2007 in Arezzo

Wahlalternative

Vom 27. bis 29. Juni 2007 trafen sich in Arezzo (Italien) Vertreter von Gewerkschaften, Unternehmen und Wissenschaft aus den neuen und alten EU-Ländern, um Alternativen zu den aktuellen Restrukturierungen in der Hausgeräteindustrie zu diskutieren. Eine Untersuchung des Istituto per il Lavoro in Bologna zeigt das dramatische Ausmaß der Verlagerung in Billiglohnländer und den Verlust an Arbeitsplätzen. Besondere Aufmerksamkeit hatte in Deutschland die Schließung des AEG-Werkes Nürnberg hervorgerufen. Gemessen an den Beschäftigtenzahlen rangiert der Industriezweig in Italien, Spanien und einigen zentraleuropäischen Ländern immer noch an zweiter Stelle nach der Automobilindustrie. 

Ursprünglich wurde die "Weiße Ware" vorwiegend in Deutschland, Schweden und Italien hergestellt. Aber bereits Mitte der 80-er Jahre fand eine Verlagerung nach Südeuropa statt. Während Kleingeräte wie Bügeleisen, Kaffeemaschinen oder Staubsauger heute fast nur noch in Südostasien produziert werden, wanderte die Fertigung der Großgeräte (Wasch- und Geschirrspülmaschinen, Trockner, Backöfen) in Richtung Mittel- und Osteuropa inklusive Russland und Türkei ab, wo der Absatzmarkt stetig wächst und die Löhne noch niedrig sind. Wie sollen sich Gewerkschaften und Europäische Betriebsräten bei solchen Umstrukturierungen verhalten? 

Auf der Konferenz wurden unterschiedliche Ansätze anhand von Fallstudien diskutiert und dabei auch die Herausforderungen für die neuen EU-Länder bewertet. Manche Produktlinien sollen bereits aus Osteuropa weiter nach China verlagert werden. Welche Rolle spielten die Europäischen Betriebsräte von Electrolux, Whirlpool, BSH und Indesit bei den zurückliegenden Produktionsverlagerungen? In all diesen Fällen war ein erheblicher Mangel an grenzüberschreitender Koordinierung zu beobachten. Wie haben sich Arbeitnehmervertretungen vor Ort verhalten? Auch darüber gab es zwei Fallstudien: die Unternehmen Arctic aus Rumänien und De' Longhi aus Italien. Am Ende der Konferenz stellte Prof. Bierbaum vom INFO-Institut in Saarbrücken einen Vorschlag für eine bessere Koordinierung der EBR-Arbeit in dieser Branche vor. Alle Präsentationen und Dokumente der Konferenz sind auf einer eigenen Webseite im Internet verfügbar.

·         Webseite des Projektes (www.fipl.it/progetti/prohai/index.html) 

·         Presseerklärung der Konferenz (www.fipl.it/progetti/prohai/docs/Arezzo_press_release_DE.pdf)

aus EBR-News 2/2007 unter: Link wwww.euro-betriebsrat.de 

Europa aus erster Hand

 | 2007-07-10

Geschäftsführer tagten in Brüssel

Wahlalternative
igmetall_europa.jpgErstmals hat der Bezirk Frankfurt eine Geschäftsführer- konferenz in Brüssel abgehalten - vom 27. bis 29. Juni. Die Geschäftsführer trafen mit EU-Abgeordneten ihrer Region zusammen und informierten sich zu aktuellen Themen "Europa - wie weiter?", zum "Grünbuch Arbeitsrecht" der EU-Kommission und zu aktuellen Fragen des EU-Reformvertrags. Als Gäste begrüßte Bezirksleiter Armin Schild unter anderem den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert Pöttering, die Europa-Abgeordneten Udo Bullmann, Jo Leinen sowie zahlreiche weitere EU-Abgeordnete aus dem Bezirk. Schild machte deutlich, dass europapolitische Themen in der Arbeit der Verwaltungsstellen, in den Betrieben und in der politischen Arbeit der IG Metall immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Resolution des EU-Projektes "General Motors Europe Employees Cooperation" (GMEECO) zur Weiterentwicklung der EU-Richtlinie über Europäische Betriebsräte demonstriert diese Bedeutung. Schon 2005 hat der Bezirk unter der Überschrift "IG Metall goes Europe" das Thema Europa als Schwerpunkt insein Arbeitsprogramm aufgenommen.

Infos über aktuelle Themen, Ansprechpartner und Förderprogramme:

Dokument Programm Geschäftsführertagung
Dokument EU-Reformvertrag
Dokument EU-Gruenbuch Arbeitsrecht
Dokument EMB-Thesen zu Kooperationen bei Umstrukturierungen
Dokument Resolution zur EBR-Richtlinie
Dokument EU-Abgeordnete und Landesvertretungen
Dokument EU-Globalisierungsfonds
Dokument Europäischer Sozialfonds

Euro-Betriebsräte und Betriebsräte in Europa

 | 2006-07-11

Newsletter mit Infos aus den EU-Ländern

Wahlalternative

Viermal im Jahr erscheint ein Newsletter, der über die Arbeit von Euro-Betriebsräten und über die unterschiedliche politische und juristische Stellung von Betriebsräten in den EU-Ländern informiert. Mit wichtigen Hinweisen und Tipps für die Zusammenarbeit der Interessenvertretungen in europäischen Konzernen. Die neuste Ausgabe enthält unter anderem Infos über neue Gesetze in Polen und Irland über die Einrichtung und Stellung von Betriebsräten.


Link Hier geht's zu den bisher erschienen Newslettern

"Wir müssen uns europäisch aufstellen"

 | 2005-09-26

IG Metall Bezirk Frankfurt goes Europe

Wahlalternative
Europa wächst zusammen: Die nationalen Handlungsmöglichkeiten der Regierungen und der Parteien werden durch europäische Regelungen zusätzlich eingeschränkt - durch den EU-Stablitätspakt, durch die Verlagerung der Zinspolitik auf die europäische Ebene, durch die schnelle Aufnahme der ost- europäischen Staaten in sie EU. Die Wirtschaftsräume verzahnen sich. Dabei stehen bisher die Kapitalinteressen im Vordergrund. Eine rein nationalstaatlich ausgerichtete Gewerkschaftspolitik kann dem in Zukunft wenig entgegensetzen.
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Weg zur europäischen Tarifpolitik

 | 2005-09-26

Das Beispiel General Motors Europe

Wahlalternative
Arbeitnehmer-Vertreter in Europa müssen enger zusammenarbeiten, um einen
Unterbietungswettbewerb zu verhindern.
Dass das möglich ist, zeigt eine Vereinbarung von General Motors Europe, die im Dezember 2004 geschlossen wurde. Der Text wurde in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Rundschau" am 10. August 2005 veröffentlicht

Die Autoren: Peter Scherrer, Generalsekretär des EMB und Rainer Weinert, WZB Berlin.
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