Aus dem Kurzreport des Fachbereich Wirtschaft-Technologie-Umwelt der IG Metall Vorstandsverwaltung geht hervor, dass das Frühjahrsgutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute im Vergleich zum letzen Jahr ein Wirtschaftswachstum für das Jahr 2008 von 1,8 Prozent und für das Jahr 2009 von 1,4 Prozent erwartet. Die Bedingungen für eine Prognose sind zur Zeit ausgesprochen schwierig. Die Folgen der in den USA ausgelösten internationalen Finanzmarktkrise für die USA selbst und die gesamte Weltwirtschaft lassen sich nur schwer voraussagen. Die Forschungsinstitute vertreten eine allerdings optimistische Einschätzung, die von der IG Metall bislang noch geteilt wird. Das Wachstum in den USA soll sich nur leicht abschwächen und wird in diesem Jahr voraussichtlich um 1,5 Prozent und für 2009 um zwei Prozent steigen. Die Schwellenländer profitierten teilweise von den steigenden Rohstoffpreisen. Damit konnten sie – als Verkäufer der Rohstoffstoffe – ihre Binnennachfrage ankurbeln. Dies führte in Folge dazu, dass sie mehr Güter importieren konnten. Die Märkte der Schwellenländer gehören mit zu den Wachstumsmärkten und somit war es teilweise möglich Exportverluste aus dem Geschäft mit den USA zu kompensieren. In Deutschland bleibt der größte Wachstumstreiber der Außenhandel (Export), während der Private Konsum weiter hin schwach ist. Gerade die Schmiedebranche in Deutschland kann über ihre Hauptabnehmer direkt vom weiteren Anstieg des Exportvolumens profitieren. Für die Schmiedebranche in Deutschland war das Jahr 2007 das vierte Jahr in Folge mit einer Steigerung des Umsatzes im zweistelligen Bereich (+13%). Seit dem Jahr 1997 konnte die Schmiedebranche einen kontinuierlichen Aufwärtstrend verzeichnen und ab dem Jahr 2000 hat sich der Aufwärtstrend verfestigt. Allein der Umsatz war im Jahr 2007 um 80 Prozent höher als der Umsatz des Jahres 2000 und auch die Produktion ist in diesem Zeitraum um die Hälfte gestiegen. Die Hauptabnehmer für Produkte der Schmiedebranche gehören zu den exportorientierten Branchen wie die Automobilindustrie und der Maschinenbau. Im Jahr 2007 ist die Anzahl der Beschäftigten um weitere sechs Prozent in Betrieben mit 50 und mehr Beschäftigten gestiegen. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von mehr als 17 Milliarden Euro. Im Jahr 2007 konnten alle Teilbranchen Umsatzsteigerungen verzeichnen. Die Umsatzsteigerung wurde nicht nur über die Erhöhung der Tonnage sondern auch über die realisiert Preissteigerungen für Produkte der Schmiedebranche erreicht. Trotz einem Rückgang des Auftragseingangs im ersten Halbjahr des Jahres 2007 konnte das Niveau der Auftragseingänge im zweiten Halbjahr des Jahres 2007 wieder gesteigert werden. Damit liegt im ersten Quartal diesen Jahres der Auftragseingang annähernd auf gleicher Höhe mit dem Vorjahresquartal. Von den aktuellen Zahlen für den Auftragseingang zu Beginn des Jahres 2008 für die Schmiedebranche und ihrer wichtigsten Abnehmer in Deutschland kann davon ausgegangen werden, dass für die Schmiedebranche auch das Jahr 2008 ein weiteres gutes Jahr werden wird, auch wenn Steigerungsraten vielleicht nicht mehr ganz so hoch ausfallen werden, wie im Jahr 2007. Im ersten Quartal 2008 sind die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorquartal weiter gestiegen, auch wenn sie mit knapp einem Prozent unter dem des Vorjahreswertes liegen. Aus diesem Grund und auch, weil die Auftragsbücher der wichtigsten Abnehmerbranchen gut gefüllt sind, ist davon auszugehen, dass das Jahr 2008 ein weiteres gutes Jahr für die Schmiedebranche in Deutschland werden wird. Allerdings werden die Abnehmer weiterhin versuchen, ihre Kosten zu senken. Die Zulieferer werden dies als Erste - wie schon in den letzten Jahren - durch den auf sie ausgeübten Preisdruck zu spüren bekommen. In der momentanen wirtschaftlichen Lage dürfte es der Schmiedebranche keine zu großen Probleme bereiten, dem Preisdruck zu widerstehen und auch moderate Preiserhöhungen durchzusetzen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte für Eisen, Stahl, Schrott und NE Metallen im Jahr 2008 entwickeln werden. Schon jetzt gibt es bei diesen Materialen Kapazitätsengpässe und die Qualität dieser Materialien könnte zu einem Problem werden.
|