09.05.2017 | Zukunft der Automobil- und Zuliefererindustrie

IG Metall diskutiert den Transformationsprozess der Automobilindustrie

Jörg Köhlinger

Mit mehreren Veranstaltungen setzt sich die IG Metall, u.a. in Kooperation mit der Technologiebratungsstelle Rheinland-Pfalz, zur Zukunft der Automobil- und Zuliefererindustrie auseinander.

Dazu fand im April die eine Tagung in Grünstadt für die Arbeitnehmervertreter aus der Pfalz statt. Ziel ist es, die Betriebsräte aus Dienstleistungs- und Servicebetrieben rund um Daimler Wörth, dem GLC und Opel Kaiserslautern an einen Tisch zu holen. Wir entwickeln ein lokales Netzwerk der Arbeitnehmervertreter, die sich austauschen und voneinander lernen können.

Einige Dienstleister der Automobilbranche mit Betriebsräten im Bereich der IG Metall Neustadt sind: Webasto Mechatronics in Schaidt, Magna in Kandel, Faurecia in Hagenbach, Tenneco in Edenkoben, Eberspächer in Herxheim, David & Baader in Rülzheim, Eichenauer in Hatzenbühl.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen über die Zukunftsperspektiven des Dieselantriebs, autonomen Fahrens, zunehmender Vernetzung, neuer Geschäftsfelder und der Elektromobilität nehmen im Mai mehr als 120 Betriebsräte, Jugend- und Auszubildendenvertreter sowie Vertrauensleute aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen an der Konferenz im hessischen Niederhausen teil.

Im Juni wird die Reihe mit einem Workshop der Pfälzer Zuliefererbetriebe in Grünstadt sowie einer Schulung zur Zukunft der Arbeit – Schwerpunkt Personalentwicklung und Qualifizierung in Neustadt fortgesetzt. Weitere Angebote zur Beteiligung und der Gestaltung der bevorstehenden Umwälzungen in unserer Arbeitswelt werden folgen.

Die Automobilindustrie ist einer der wirtschaftlichen Motoren Deutschlands. Allein im Bezirk Mitte arbeiten mehr als 155.000 Beschäftigte in der Branche. Die Struktur ist sehr vielfältig: In den vier Bundesländern des Bezirks gibt es sowohl namhafte Automobilhersteller als auch große und kleine Zulieferer- und Dienstleistungsunternehmen.

Umso wichtiger ist daher eine nachhaltige Industriepolitik, die die Standorte und die Beschäftigung sichert.  Mehr als 93 Prozent der Befragten sprachen sich in der großangelegten Beschäftigtenbefragung, die die IG Metall im Frühjahr dieses Jahres durchführte, für Sicherheit und sichere berufliche Perspektiven in der Industrie (4.0) aus. Wenn wir künftig mehr Einfluss auf Politik und Wirtschaft ausüben wollen, brauchen wir eine größere Bewegung bei diesen Themen. Denn ohne Aktion, gibt es keine Reaktion!

Die Kolleginnen und Kollegen, die in der Automobil- und Zuliefererindustrie beschäftigt sind, sehen einem schwierigen Wandel entgegen – sie wissen nicht, wie sich ihr Arbeitsplatz in den kommenden Jahren entwickeln wird. Die IG Metall will daher den Transformationsprozess offensiv mitgestalten und beeinflussen. Ziel ist ein höchstmögliche Standort- und Beschäftigungssicherheit für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

03.04.2017 | Mitbestimmen!

Innovationspreis Mitbestimmung 2017 Rheinland-Pfalz

Im Auftrag des DGB geben wir den Start zum Innovationspreis Mitbestimmung Rheinland-Pfalz für 2017 bekannt. Die Ausschreibung für Aktive in der ArbeitnehmerInnen-Vertretung (Betriebsräte, Personalräte, JAV'en, Mitarbeitervertretungen, Schwerbehindertenvertretungen) läuft ab sofort.
Der Anmeldeschluss ist Freitag, 16. Juni 2017.
Der Teilnahmebogen ist hier erhältlich.
Der Mitbestimmungspreis ist ausgeschrieben vom DGB Rheinland-Pfalz/Saarland unter der Schirmherrschaft von Malu Dreyer, Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz.

Sozialgipfel Pfalz am 25. März 2017 in Altrip

IG Metall hatte zur Diskussion mit Bundestagsabgeordneten eingeladen

Bild zum Thema 2017_Sozialgipfel Pfalz

Aktuell bewegt sich etwas in der Politik. Ursache ist nicht nur der "Schulzeffekt". Immer mehr wollen nicht nur passiv Bürger sein und von der Politik verwaltet werden. Sie wollen sich einmischen und selbst mitbestimmen.

Hier bot die IG Metall für alle Pfälzer die richtige Veranstaltung an. Wir fragten die Kandidaten zur Bundestagswahl, welche Ideen und Konzepte sie für die Menschen haben. Eröffnet wurde die hochkarätig besetzte Tagung mit einem Referat und anschließender Diskussion von Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall.
Hier zwei Filme vom „Sozialgipfel der Kooperationsregion“

Anschließend wurden vier Foren zu aktuellen gesellschafts- und sozialpolitischen Themen durchgeführt. Hier brachten sich Gewerkschaftsmitglieder, Experten und die Kandidaten zur Bundestagswahl aus der Pfalz in die Diskussion ein.

21.02.2017 | Außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit (AGA)

Wir mischen mit - Aktion zur Beschäftigtenbefragung

Bild zum Thema 2017_Aktion_AGA
Foto: IG Metall Neustadt

Mit viel Engagement hat der AGA-Arbeitskreis eine Fragebogenaktion in Landau am Rathausplatz durchgeführt. Lebendige Diskussionen aber auch sachliche Argumente waren gefragt: Wir wollen es wissen! Wir fordern zum Mitmachen auf! Ob Jung oder alt - erst zögerlich - dann doch bereit. Schließlich geht es um Positionen bzw. um Meinungen. Die IG Metall hört genauer hin.

Für alle bis Ende Februar ausgefüllten Fragebogen stellt die IG Metall jeweils einen Euro für Spenden zur Verfügung. In diesem Jahr werden das FFZ Familien- und Frauenzentrum e. V. in Kandel und das Chawwerusch-Theater in Herxheim begünstigt.

Wir bedanken uns bei allen Aktiven für diese gelungene Aktion.  
Die nächste Sitzung des AGA-Arbeitskreises findet am 04.04.2017 statt.
Wer den Arbeitskreis einmal kennenlernen möchte, melde sich bitte in unserer IG Metall Geschäftsstelle.

17.02.2017 | Politikwechsel für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Einladung zum Seminartag zur Bundestagswahl 2017

Zum Seminartag zur Bundestagswahl 2017 lädt der DGB Rheinland-Pfalz/Saarland am Samstag, 01. April 2017, nach Kirkel ein.
Anmeldung bitte bis zum 10. März 2017 direkt an den DGB.

14.02.2017 | Sozialwahl 2017

Mitbestimmen! IG Metall wählen!

2017 haben wir nicht nur die Bundestagswahl und Landtagswahlen, sondern auch die Sozialwahl 2017!
Bei der Sozialwahl können Versicherte darüber bestimmen, wer ihre Interessen in den Entscheidungsgremien der Sozialversicherungen vertritt. Sie findet alle 6 Jahre statt. Das ist quasi die andere Hälfte der Mitbestimmung: soziale Mitbestimmung!
Für einen Wahlerfolg der IG Metall ist es deshalb wichtig, im Betrieb und im privaten Umfeld für die Sozialwahl zu werben. Alle sollen wissen: Wenn der Wahlbrief kommt, heißt es: Liste IG Metall wählen!
Weitere Infos online - bitte hier klicken

08.02.2016 | Diskussion am 9. März in Landau

Die Politik von Trump und ihre Auswirkungen

Make America Great Again!

Im Wahlkampf haute er mächtig auf die Pauke. Wenn es ihm ins Konzept passte, war ihm kein Angriff zu geschmacklos, kein Thema zu heikel. Spätestens jedoch seit seiner Amtseinführung zeigt der neue US-amerikanische Präsident sein wahres Gesicht, macht wahr, was viele zuvor nur als leere Versprechen bzw. Drohungen abtaten.

Wer sind die Unterstützenden, wer sind die Gegner seiner Politik und welche Vorstellungen und Wünsche haben sie? Welche Folgen wird das Verhalten des neuen US-amerikanischen Präsidenten auf wichtige Handelspartner der USA - und damit auch auf Deutschland - haben?

Martin Krämer, Ökonom bei der IG Metall, wird die jüngste Entwicklung am 9. März in Landau skizzieren, die gesellschaftspolitischen Auswirkungen dieser Politik einschätzend darstellen und mit den Teilnehmern diskutieren. 

24.01.2017 | Beschäftigtenbefragung 2017

IG Metall startet "Befragung 2017" zur Arbeitssituation in Betrieben

Die IG Metall hat am 16. Januar 2017 eine bundesweite Befragung der Beschäftigten zur persönlichen Arbeitssituation gestartet. Die IG Metall will sich so mit dem Votum der Beschäftigten am diesjährigen Bundestagswahlkampf beteiligen und ihre Wünsch, Ziele und Vorstellungen für eine arbeitnehmerorientierte Politik, einen Sozialstaat 4.0, öffentlich bekräftigen und einbringen. 

"Mit der Beantwortung setzen sich die Beschäftigten zeitgleich für einen guten Zweck ein. Für jeden ausgefüllten Fragebogen spendet die IG Metall einen Euro für ein regionales soziales Projekt und steht somit für gelebte Solidarität", sagte Koll. Ralf Köhler.  "Die IG Metall Neustadt möchte mit dieser Umfrage viele Mitglieder und Beschäftigte an der Weiterentwicklung wichtiger Projekte beteiligen. Die Ergebnisse der Befragung sind ein wichtiger Ausgangspunkt für die gewerkschaftliche Arbeit im Betrieb, um unser Handeln sowohl vor Ort als auch bundesweit noch genauer an den Interessen der Beschäftigten auszurichten."

23.01.2017 | Aktion Parität

Unterschriften an Bundesgesundheitsminister Gröhe übergeben

Im Rahmen der IG Metall „Aktion Parität“ wurden mittlerweile insgesamt mehr als 115.000 Unterschriften gesammelt.
Wie verabredet wurde der Großteil der Unterschriften jeweils vor Ort Politikerinnen und Politikern übergeben mit dem Ziel, sie für die paritätische Beitragsfinanzierung der GKV zu gewinnen.
Über 30.000 Unterschriften (inklusive der Online-Unterschriften) haben die Vorstandsverwaltung auch direkt erreicht. Diese Unterschriften hat  Bundesgesundheitsminister Gröhe mit Verweis auf die Gesamtaktion vor Weihnachten erhalten. Im Begleitschreiben haben Jörg Hofmann und Hans-Jürgen Urban ihn aufgefordert, sich für eine Abschaffung der Zusatzbeiträge und die Wiederherstellung der Parität einzusetzen. Auch die gesundheitspolitischen Sprecherinnen der Fraktionen haben einen solches Unterschriften-Paket erhalten.

Wir bitten euch, weitere gesammelte Unterschriften zu übergeben. 

03.01.2017 | Newsletter des DGB RLP/Saarland

Was im Jahr 2017 auf uns zukommt

Zum neuen Jahr treten wieder einige Änderungen in Kraft, beispielsweise Neuerungen bei der Steuer, den Hartz IV-Regelsätzen, bei der Rente und den Krankenkassenbeiträgen. In guter Tradition wollen wir Dich in diesem Newsletter über die wichtigsten Neuerungen zum Jahreswechsel informieren.

29.09.2016

IG Metall Neustadt in Agentur für Arbeit Landau

Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt, ist zum Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses der Agentur für Arbeit Landau gewählt worden. Für die Arbeitnehmerseite sind auch Petra Meyer-Spreckic, Betriebsratsvorsitzende Schaidt Innovations (IG Metall), Horst Schwarz, Energie Südwest Landau (ver.di) und Siegfried Diettrich, Forstamt Hinterweidenthal (IG BAU) in diesem Kontrollgremium vertreten. 
Die Agentur für Arbeit Landau hat Dienststellen in Kandel, Neustadt, Bad Dürkheim und Germersheim. Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk liegt mit Stand von Ende August 2016 bei 4,5 % und ist während der Ferienzeit leicht angestiegen. Insgesamt sind in SGB II und SGB III etwa 11.500 Personen als arbeitssuchend registriert. Dem gegenüber waren ca. 3.500 offene Arbeitsstellen in der Region gemeldet. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent, auf aktuell etwa 140.000 Arbeitnehmer. Am Ausbildungsmarkt besteht von Bewerberseite weiterhin hoher Beratungsbedarf bei einem leichten Rückgang an gemeldeten Ausbildungsstellen.
Die Südpfalz-Initiative zur Förderung der Integration von Geflüchteten stellt einen weiteren Schwerpunkt der Tätigkeit der Agentur für Arbeit Landau dar. Bei der Errichtung von Arbeitsgelegenheiten mit Aufwandsentschädigung von 0,80 Euro je Stunde und Auswahl der Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen werden der Verwaltungsausschuss, mit Ralf Köhler für die IG Metall, Clemens Lüken, Geschäftsführer des Verbandes der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie und Thomas Hirsch, Oberbürgermeister von Landau , einbezogen.
Die nächste Sitzung findet am 1. Dezember 2016 statt. Anregungen und Hinweise sind herzlich willkommen.
  

03.09.2016 | Grillhütte in Kandel

Gelungenes Sommerfest der IG Metall Neustadt

Bei strahlend blauem Himmel feierte die IG Metall am 03.09.2016 mit allen Funktionären, Kolleginnen und Kollegen sowie deren Familien ihr diesjähriges Sommerfest. Mit Spiel und Spaß begann in Kandel ein lustiges Treiben. Keiner kam hier zu kurz. Ob Klein ob Groß - für alle war etwas dabei.
Intensive Gespräche zu Themen wie Arbeitszeit und Rente blieben an so einem Tag auch nicht aus. Die Forderung der Arbeitgeber nach weitgehender Flexibilität, ständig länger zu arbeiten und permanent erreichbar zu sein, beschäftigt die Kolleginnen und Kollegen, so Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt.
Aus diesem Grund startete die IG Metall eine Arbeitszeitkampagne. Denn wir brauchen: Mehr Selbstbestimmung, mehr Gerechtigkeit, mehr Gesundheit und mehr Sicherheit. "Die Rente wird zum Leben nicht ausreichen" ergänzt Eri Feuerbach, Politische Sekretärin der IG Metall Neustadt. Nach derzeit geltendem Recht wird das Rentenniveau weiter sinken und die Regelaltersgrenzen weiter steigen. Immer mehr Menschen droht im Alter der soziale Abstieg. Deshalb machen wir Druck und zwar jetzt, vor der Bundestagswahl 2017.
Positiv zu werten ist der Mitgliederzuwachs der Geschäftsstelle Neustadt. Aktuell sind 15.529 Metaller organisiert. Im Vergleich zum vorherigen Jahr haben wir jetzt 580 Kolleginnen und Kollegen mehr in unseren Reihen. Einen Teil tragen die Daimler-Ferienarbeiter dazu bei, die erkennen, wie wichtig es ist, Gewerkschaftsmitglied zu sein. Hier konnten viele Kolleginnen und Kollegen für die IG Metall gewonnen werden.  

19.08.2016 | Veranstaltung zum Antikriegstag

Neustadt, 06.09.2016 - Vortrag u. Diskussion, Thema: "Pulverfass Naher Osten"

Der DGB Stadtverband Neustadt veranstaltet anlässlich des Antikriegstags 2016 eine Veranstaltung zum Thema: "Pulverfass Naher Osten"

Vortrag und Diskussion mit dem freien Journalisten und Korrespondenten bei der UNO in Genf, Andreas Zumach

Dienstag, 06.09.2016, 19:30 Uhr im Saalbau, Beethovensaal, Bahnhofstr. 1, 67434 Neustadt/Weinstraße

Der Eintritt ist frei.

21.06.2016 | Zukunft der gesetzlichen Krankenversicherung

IG Metall informiert zu Perspektiven des Gesundheitssystems

Interessierte IG Metall Mitglieder sind herzlich zu einer Gesprächsrunde am Montag, 27. Juni um 15.00 Uhr in St. Martin eingeladen.

Gerd Brücker, kompetenter Vertreter der IG Metall Bezirksleitung aus Frankfurt und Ralf Köhler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Neustadt präsentieren die Forderungen zur Reform des Gesundheitssystems und stellen sich den Fragen der Teilnehmer.

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21.06.2016 | Rentenerhöhung zum 1.Juli 2016

Erfolgreiche Tarifabschlüsse sorgen für deutliche Rentensteigerung

Zum 1. Juli 2016 erhalten die Rentner in den alten Bundesländern eine Rentenerhöhung von 4,25 Prozent, in den neuen Bundesländern von 5,95 Prozent.

Bedingt durch die Gesamteinkommensentwicklung der abhängig Beschäftigten, erhöhten sich die Renten regelmäßig. Als Grundlage wird die Entwicklung der Löhne und Gehälter herangezogen. Vielen ist bewusst, dass sich ihre gewerkschaftliche Mitgliedschaft auch in den eigenen Geldbeuteln positiv auswirkt. Die einfache Formel hierfür lautet = steigen die Einkommen, steigen die Renten! Gebremst wird die Rentenerhöhung jedoch durch sogenannte Dämpungsfaktoren.

Ab 01.07.2016 beträgt die Brutto-Standartrente in den alten Bundesländern 1.370,00 Euro (+4,25%) vor Abzug von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen. Die Standardrente ist die monatliche Regelaltersrente eines Versicherten in der allgemeinen Rentenversicherung, der 45 Jahre lang stets ein Entgelt in Höhe des Durchschnittsentgelts aller Versicherten bezogen hat.

Das vorläufige durchschnittliche Bruttojahresarbeitsentgelt (= ein Entgeltpunkt) für 2016 beträgt 36.267 Euro und der aktuelle Rentenwert des zweiten Halbjahres 30,45 Euro.

Rentenberechnung
Die Rentenformel erscheint vielen als ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei steckt gar kein großes Geheimnis dahinter. Vier Faktoren reichen aus, um die spätere Rente zu bestimmen: Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert = Monatsrente


Link zum online-Rechner der Rentenversicherung 

01.05.2016 | 1. Mai - Zeit für mehr Solidarität

IG Metall fordert gute Löhne und gute Renten

"Zeit für mehr Solidarität - Viel erreicht und noch viel vor!"
lautete das Motto des 1. Mai 2016.


Koll. Ralf Köhler sprach bei den Maikundgebungen im Bürgerpark in Wörth und im Naturfreundhaus in Haßloch. 
 
 

14.04.2016 | Europa neu begründen

Das Flüchtlingsdrama: Ein Apell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland

Die Initiative "Europa neu begründen" fordert mit ihrem Appell "Das Flüchtlingsdrama: ein Appell zum Umsteuern. In Europa und in Deutschland" zu einem Kurswechsel in der Europapolitik zu mehr Solidarität und einem zukunftsfähigen, gerechten und starken Gemeinwesen, auf.

Mit den Eckpunkten des Appells fordern die Unterzeichner unter anderem dazu auf, ein sofortiges humanitäres Sofort- Programm in Europa zu starten. Dazu gehören Unterstützungsleistungen in den Heimatregionen der Flüchtenden, wie Bildungseinrichtungen und Erwerbsmöglichkeiten. Darüber hinaus sollen in Zusammenarbeit mit der UN geordnete Fluchtmöglichkeiten und eine legale Einreisemöglichkeiten nach Europa geschaffen werden.

Ein weiterer Eckpunkt des Appells ist die Forderung nach mehr Investitionen. Mehr EU- Staaten sollen bei der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen finanziell unterstützt werden, durch beispielsweise Sonderprogramme im Wohnungsbau, für Schulen und ähnliches.

Dies ist auch ein Schritt zu einem notwendigen europäischen Investitionspaket. Auch dies ist Teil eines europäischen Kurswechsels, mit dem Ziel einer Erneuerung und Verbesserung der sozialen Infrastruktur aller hier lebenden Menschen. Beispielsweise brauchen Kommunen finanzielle Unterstützung des Bundes, um die Bildungsinfrastruktur zu verbessern und zu erneuern. 

zur Unterzeichnung des Aufrufs

01.04.2016 | Respekt! Kein Platz für Rassismus

Eine Kampagne auf Expansionskurs

Respektbotschafter Frank Hauck, Ortsvorstandsmitglied der IG Metall Neustadt, Helmut Kindler, Herbergsleiter Stefan Schenk, Respektbotschafter Hellgard Penno

Die beiden Respekt-Botschafter von Mercedes Benz Werk Wörth und GLC Germersheim, Hellgard Penno und Frank Hauck, sind weiter im Namen von "Respekt! Kein Platz für Rassismus" in der Region unterwegs.
Ein neues Respektschild hängt nun auch seit dem 17. September 2015 an der Tür des Rahmenhofs der Naturfreunde Hertlingshausen. In diesen Räumlichkeiten veranstalten die Pfälzer Geschäftsstellen Einstiegsseminare für Mitglieder sowie verschiedene Funktionärsseminare.
Wir als Respektbotschafter freuen uns natürlich sehr darüber, dass der Herbergsleiter Stefan Schenk sofort von dieser Idee begeistert war. Er betonte ausdrücklich, dass die Naturfreunde-Häuser und die Philosophie, die dahinter steckt, keinen Unterschied zwischen Kulturen, Religionen, Nationalitäten oder gar ethnischer Abstammung machen.

09.03.2016 | Landtagswahl Rheinland-Pfalz

IG Metall Mitte ruft auf, wählen zu gehen

„Wer nicht zu Wahlen geht, wird anschließend trotzdem regiert – und stärkt mit seiner Nicht-Teilnahme in aller Regel rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien“ - diese Konsequenz zieht Jörg Köhlinger, Bezirksleiter der IG Metall Mitte, aus den Ergebnissen der hessischen Kommunalwahlen mit Blick auf die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz.

Darüber hinaus erwartet er von der kommenden Landesregierung in Rheinland-Pfalz Investitionen in Zukunftstechnologien und Infrastrukturen, dabei gelte es, die Gewerkschaften in die Diskussionen und Entscheidungen mit einzubeziehen.

Auch erwartet Jörg Köhlinger von der zukünftigen Landesregierung einen Dialog zwischen der Landesregierung und Betriebsräten und Gewerkschaften auf Augenhöhe und die Berücksichtigung von Arbeitnehmerinnen- und Arbeitsnehmerinteressen.

In Rheinland- Pfalz wird am Sonntag, 13. März 2016, gewählt. Die IG Metall im Bezirk Mitte ruft nachdrücklich dazu auf, bei den Landtagswahlen vom Wahlrecht Gebrauch zu machen.

24.02.2016 | Einhaltung des Koalitionsvertrages

IG Metall Bezirk Mitte kritisiert CDU/CSU zu Gesetzentwurf Leiharbeit

Zur gesetzlichen Regelung von Werkverträgen und Leiharbeit liegt bereits ein zweiter Referentenentwurf vor.

Der von Arbeitsministerin Andrea Nahles vorgelegte Gesetzesentwurf ist hinter den Anforderungen zurückgeblieben, darüber hinaus ist er auf Wunsch der Bundeskanzlerin weiterhin entschärft worden. Der neue Entwurf sollte nun im März im Bundeskabinett beschlossen werden, um dann schließlich zum 01. Januar 2017 in Kraft treten zu können.

Mit Unverständnis hat die IG Metall im Bezirk Mitte auf den Verzögerungsversuch der CDU/CSU reagiert. „Die neuerliche Intervention der CDU/CSU führt nun zu einem Stillstand, der von uns nicht akzeptiert werden kann und auch nicht akzeptiert werden wird", so Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, Jörg Köhlinger. 

Dass nun aus den Reihen der CDU/CSU von neuem gegen den Kompromiss geschossen werde, mache deutlich, dass diese Fraktionen offenbar jeden Gesetzesentwurf zu diesen Themen torpedieren wollten, völlig unabhängig davon, dass man sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt habe.

„Zum einen ist es notwendig, dass wir zum Thema Werkverträge/Leiharbeit eine neue gesetzliche Grundlage brauchen, um die Realität in den Unternehmen und Betrieben einzufangen. Zum anderen muss der Koalitionsvertrag für alle Partner, aber auch für die Wählerinnen und Wähler eine verlässliche Grundlage bilden, sonst braucht man keine Koalition zu schließen. Ich fordere die CDU-Bundestagsabgeordneten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, aus dem Saarland und aus Thüringen jedenfalls eindringlich dazu auf, sich an die Abmachungen zu halten. Daran werden wir sie jedenfalls messen", so Köhlinger weiter.  

20.01.2016 | Mitgliederentwicklung IG Metall Bezirk Mitte

Starke Zuwächse in vier Bundesländern

Die IG Metall im Bezirk Mitte hat das vergangene Jahr mit einer erfolgreichen Mitgliederentwicklung abgeschlossen und damit das vierte Jahr infolge Wachstum zu verzeichnen.

Zum Jahresende waren insgesamt 315.197 Menschen Mitglied der IG Metall. Das sind 1.372 neue Mitglieder (0,4 Prozent) mehr als Ende des Vorjahres.

Im Bezirk Mitte hatten insbesondere Angestellte, Jugendliche und Frauen einen großen Zulauf zur IG Metall. Mit rund 1,2 Prozent am Wachstum hatten Angestellte einen besonders großen Anteil. Auch bemerkenswert ist, dass rund 16 Prozent der gesamten Mitglieder im Bezirk Mitte weiblich sind.

„Das ist eine gute Entwicklung für uns als IG Metall“, so Jörg Köhlinger, seit Juli 2015 Leiter des Bezirks Mitte. „Mit erfolgreicher Tarifpolitik, klaren Positionen bei wichtigen gesellschaftspolitischen Themen und systematischer Mitgliederwerbung wird die IG Metall als durchsetzungsfähige Interessenvertretung der Beschäftigten in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft wahrgenommen. 2016 werden wir verstärkt den Missbrauch von Werkverträgen thematisieren. Darüber hinaus werden wir uns weiteren zukünftigen Herausforderungen stellen, wie beispielsweise dem demografischen Wandel, der auch vor betrieblichen Realitäten nicht Halt macht. Dazu haben wir in diesem Jahr mit einem bezirksweiten Projekt zur Mitgliedergewinnung eine langfristige Strategie angelegt“, kündigt er an.

04.12.2015 | DGB Rheinland-Pfalz

Innovationspreis Mitbestimmung 2015

Der DGB Rheinland-Pfalz hat zum ersten Mal den "Innovationspreis Mitbestimmung" für Mitbestimmungsprojekte mit den Schwerpunkten Arbeitsschutz, Personalangelegenheiten, der Gestaltung des Arbeitsplatzes oder mit der Optimierung von Arbeitsabläufen in rheinland-pfälzischen Betrieben und Dienststellen.

Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), übernommen. 

Auch unter den Siegern sind in diesem Jahr in der Kategorie „Betriebsrat Großunternehmen" der Betriebsrat der Stabilus GmbH Koblenz und der Sieger in der Kategorie „Betriebsrat kleine und mittelständische Unternehmen" der Betriebsrat der John Deere GmbH & Co. KG in Kaiserslautern.

Zu erfüllende Kriterien sind unter anderem die Umsetzbarkeit, der Innovationsgrad, die Übertragbarkeit und die tatsächlichen Auswirkungen auf den Alltag.

10.11.2015 | Weihnachtsgeld 2015

Alle Jahre wieder zeigt sich: Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen können dem Weihnachtsfest noch entspannter entgegensehen. Die Chancen in einem tarifgebundenen Unternehmen Weihnachtsgeld zu erhalten ist ungleich höher als in einem nicht tarifgebunden. Die Beschäftigten eines tarifgebundenen Unternehmens bekommen zu 71 Prozent ein Weihnachtsgeld ausgezahlt, während nur zu 42 Prozent die Beschäftigten aus nicht tarifgebundenen Unternehmen Weihnachtsgeld bekommen.

Etwa 54 Prozent aller Beschäftigten erhalten ein Weihnachtsgeld. Etwa 15 Prozent werden am Gewinn beteiligt und rund 19 Prozent werden über andere Sonderzahlungen beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom WSI- Tarifarchiv und der Hans- Böckler- Stiftung Umfrage unter 10.000 Beschäftigten.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist, dass die Chancen auf Weihnachtsgeld in mehrfacher Hinsicht ungleich verteilt ist.

So ist nicht nur der Unterschied zwischen tarif- und nicht tarifgebundenen Unternehmen relativ groß. Auch der Unterschied zwischen Ost und West ist erkennbar. In ostdeutschen Bundesländern erhalten rund 40 Prozent der Beschäftigten Weihnachtsgeld, während in westdeutschen Bundesländern etwa 57 Prozent eine solche Sonderzahlung erhalten.

Im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen erhalten Frauen seltener ein Weihnachtsgeld. Etwa 51 Prozent der Frauen bekommen eines, während rund 56 Prozent der Männer eines erhalten.  

20.10.2015 | Neues Vorsitzendenduo

Hofmann und Benner stellen neue Führungsspitze

Die IG Metall hat eine neue Führungsspitze. Der 23. Ordentliche Gewerkschaftstag der IG Metall hat Jörg Hofmann zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Erstmals ist eine Frau an die Spitze der IG Metall gewählt worden. Christiane Benner rückt auf an die Stelle der Zweiten Vorsitzenden. Alter und neuer Hauptkassierer ist Jürgen Kerner.

Jörg Hofmann wurde mit einer Zustimmung von 91,3 Prozent gewählt, Christiane Benner erhielt als Zweite Vorsitzende 91,1 Prozent. Für Jürgen Kerner als neuen Hauptkassierer stimmten 98,5 Prozent.

Für eine weitere Amtszeit wurden Hans-Jürgen Urban, Irene Schulz und Wolfgang Lemb gewählt. Erstmals für das Amt eines geschäftsführenden Vorstandsmitglieds wurde Ralf Kutzner gewählt. Zuvor war er seit 2005 erster Bevollmächtigter und Kassierer der Geschäftsstelle Rhein-Bonn-Sieg.

Rund 485 Delegierte berieten in Frankfurt am Main über Anträge und wählten eine neue Führungsspitze.

Gewählte ehrenamtliche Vorstandsmitglieder auf dem 23. Ordentlichen Gewerkschaftstag:

Als ehrenamtliche Vorstandsmitglieder wurden gewählt: Andreas Wendland und Gerhard Gertsen aus Bocholt, Ulrike Kletezka (Dortmund), Wilhelm Segerath (Duisburg-Dinslaken), Heinz Pfeffer (Rheine), Jan Heinrich (Ludwigshafen-Frankenthal), Elke Volkmann (Nordhessen), Hans Peter Kurtz (Saarbrücken), Bernd Lösche (Eisenach), Benjamin Gruschka (Köln-Leverkusen), André Arenz (Olpe), Volker Stahmann (Bremen), Herta Everwien (Emden), Michael Eilers (Wesermarsch), Manfred Zaffke (Süd-Niedersachsen-Harz), Brigitte Runge (Salzgitter-Peine), Bernd Osterloh (Wolfsburg), Carmen Bahlo (Potsdam), Maria Heinrich (Augsburg), Johann Horn (Ingolstadt), Horst Lischka (München), Gerald Eberwein (Nürnberg), Bernd Kruppa (Leipzig), Jens Rothe (Zwickau), Sabine Pfleghar (Friedrichshafen-Oberschwaben), Rainer Wietstock (Mannheim), Rolf Ebe (Ulm), Uwe Meinhardt und Ergun Lümali (Stuttgart).

Gewählter Kontrollausschuss auf dem 23. Ordentlichen Gewerkschaftstag:

Die Delegierten wählten Dieter Dicke (Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt), Rolf Haucke (Bezirk Bayern), Wolfgang Mädel (Bezirk Küste), Walter Vogt (Bezirk Mitte), Dieter Knauß (Bezirk Baden-Württemberg), Günther Marks (Bezirk Berlin Brandenburg-Sachsen) und Roswitha Etheber-Schavier (Bezirk Nordrhein-Westfalen) in den Kontrollausschuss.

06.10.2015 | Flüchtlinge willkommen

IG Metall Mitglieder engagieren sich für Flüchtlinge

JAV Opel Rüsselsheim

Die Beschäftigten im IG Metall Bezirk Mitte zusammen mit den Geschäftsstellen zeigen jeden Tag in privaten Initiativen und auch in der Beteiligung an größeren Kooperationen mit Kirchen, Verbänden und Gewerkschaften, ihr Engagement in der Flüchtlingshilfe.
Bezirksweit gibt es viele Aktionen und Kooperationen. In vielen Betriebsversammlungen wird die Situation der Geflüchteten thematisiert. Auch in den Ortsvorständen wird beraten, was getan werden kann und wo geholfen werden muss.
Oft sind es in erster Linie Geld- und Sachspenden, die in die Erstaufnahmelager gebracht werden. So auch beispielsweise in Calden bei Kassel; hier sind derzeit rund 1.600 Menschen untergebracht. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung von Volkswagen unterstützt in der Kleiderkammer, um die Kleiderspenden an die Flüchtlinge auszugeben. Darüber hinaus wird an dem geplanten Fußballturnier im September eine „Flüchtlingsmannschaft“ mitspielen. Die Hälfte der Einnahmen in die Unterstützung der Flüchtlingsunterkunft in Calden.
Auch in Rüsselsheim sind Hilfsaktionen und Unterstützung Geflohener ein großes Thema. Die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) bei Opel Rüsselsheim hat in Erstaufnahmeunterbringungen im Raum Groß Gerau nachgefragt, was benötigt wird und im Anschluss zu einer Spendenaktion für Sachspenden aufgerufen. Die Beteiligung der Beschäftigten war überragend. Die JAV hat die gesammelten Spenden – darunter 25 Fahrräder – bereits abgegeben.
In Thüringen gibt es einerseits -wie in vielen anderen Bundesländern- Bilder von brennenden Unterkünften, in die keine Flüchtlinge mehr werden einziehen können. Aber es gibt auch ermutigende Bilder vom Ankommen und Willkommenskultur an den Bahnhöfen in Saalfeld und Erfurt. Hunderte Menschen spendeten schon an den Bahngleisen Wasser, Lebensmittel und vieles andere. Unter ihnen auch Mitglieder und Funktionäre der Thüringer IG Metall Geschäftsstellen. In Gera und Jena-Saalfeld wurde auf den Delegiertenversammlungen spontan Geld für Flüchtlinge gesammelt und gespendet.
Deutlich wird in allen Hilfs- und Unterstützungsaktionen, dass Koordinierung besonders wichtig ist. Dies ist auch aus der Sicht der IG Metall Nordhessen klar, die sich in allen Aktivitäten eng mit dem Betriebsrat, dem Vertrauenskörper sowie der Personalabteilung von Volkswagen abstimmt. Deswegen ist ein gemeinsames „Koordinierungsnetz“ zwischen IG Metall Nordhessen, dem Betriebsrat und der Vertrauenskörperleitung der IG Metall bei Volkswagen Baunatal und der Personalabteilung Volkswagen Baunatal und der Stadt Baunatal geplant. Die Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe soll damit vereinfacht und effizienter gestaltet werden. Auch der Vorstand der IG Metall nimmt sich dem an: Die regionalen Aktivitäten der IG Metall Geschäftsstellen werden mit 500.00 Euro unterstützt.
Nach der Erstversorgung der Hilfesuchenden mit Wasser, Lebensmitteln, Kleidung und Unterkunft ist eine weitere Herausforderung, wie die Integration in den Arbeitsmarkt von denjenigen erfolgen kann, die in Deutschland bleiben.
„Wir werden jedenfalls nicht tatenlos zusehen, wenn Arbeitgeber die Situation der Flüchtlinge zu Lohndumping oder Unterlaufen der tariflichen Standards benutzen wollen.“, so Jörg Köhlinger, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte. „Auch die geplante Aufhebung des Leiharbeitsverbots für Asylbewerber und Geduldete nach drei Monaten lehnen wir ab. Wir wollen keine Ausweitung der Leiharbeitsverhältnisse.“

04.09.2015 | Besuch in Rheinland-Pfalz

Gespräch mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Foto: Stefan Sämmer

Die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung Rheinland- Pfalz und der IG Metall Bezirk Mitte soll weiterhin so erfolgreich fortgesetzt werden. IG Metall Bezirksleiter im Bezirk Mitte, Jörg Köhlinger, hat am vergangenen Freitag seinen Amtsantrittsbesuch in der rheinland- pfälzischen Staatskanzlei gemacht.
„Nur durch die Zusammenarbeit mit engagierten Partnern wie der IG Metall ist es möglich, den Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz zu stärken und Rahmenbedingungen für gute Arbeit zu setzen", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer beim Antrittsbesuch von Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall Bezirk Mitte. „Gemeinsam können wir damit auch dafür sorgen, dass Rheinland-Pfalz ein attraktiver Standort zum Leben und Arbeiten ist", so die Ministerpräsidentin. 
„Die Zukunft der Arbeit im Zeitalter von Industrie 4.0, die Neuregelung der Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Rahmen einer lebensphasenorientierten Personalpolitik werden Schwerpunkte meiner Arbeit sein“, so Köhlinger. Tarifautonomie und Mitbestimmung bieten eine gute und stabile Grundlage, um diese Herausforderungen zu bewältigen.

01.09.2015 | Zum Antikriegstag 2015

Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus - für mehr Menschlichkeit in Europa

Am 1. September gedenken wir der über 50 Mio. Opfer der Nazi-Diktatur. Wir erinnern an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939. Dieser Krieg hat unfassbares Leid und Elend über unzählige Menschen in Europa gebracht, viele mussten fliehen, viele verloren ihr Leben. Umso mehr steht es in unserer Verpflichtung, dass wir uns entschieden gegen Krieg und Faschismus stellen und demokratische Werte wie Toleranz, Respekt und Menschlichkeit vertreten. 
Heute erleben wir vielerorts in Deutschland rassistisches Denken und fast täglich gewaltsame Übergriffe auf Flüchtlinge. Diese Menschen fliehen aus Krieg, Terror und Not und suchen bei uns Schutz. Viele sind traumatisiert. „Rassistischem Denken und Handeln müssen wir uns entschieden entgegenstellen. Hass und Gewalt gegenüber Flüchtlingen können und wollen wir nicht unwidersprochen lassen. Die Würde und die körperliche Unversehrtheit von Menschen ist keine Frage von Meinungsfreiheit, das ist nicht zu diskutieren und wir stellen uns entschieden gegen solche Positionen, die das Recht auf Würde und körperliche Unversehrtheit mit ihrem Handeln infrage stellen. In solidarischem Handeln müssen wir Flüchtenden Schutz und Hilfe gewähren. Wir werden uns für Toleranz und Mitmenschlichkeit einsetzen,“ so Jörg Köhlinger, Bezirksleiter des IG Metall Bezirk Mitte.

24.07.2015 | Betreuungsgeld verfassungswidrig

IG Metall: Notwendig ist mehr Geld in Betreuungsplätze

Bild: Fotolia

Das bereits vorab umstrittene Betreuungsgeld wurde in einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes gekippt, mit der Begründung, dass der Bund nicht die Kompetenz habe, um ein solches Gesetz zu erlassen. Ein Betreuungsgeld ist Angelegenheit der Länder ist und nicht des Bundes, da es nicht zur Herstellung gleichwertiger Lebensumstände notwendig ist.
Die IG Metall begrüßt diese Entscheidung grundsätzlich, da das Betreuungsgeld in erster Linie weiterhin die ungleichen Chancen und Nachteile von Frauen am Arbeitsmarkt und letztlich das spätere Altersarmutsrisiko verschärft. Das Betreuungsgeld wurde bislang in 95 Prozent der Fälle von Frauen genutzt, nur wenige Männer nahmen es bislang in Anspruch. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter dreijährige Kinder fördert und erleichtert den Wiedereinstieg in das Berufsleben.
Tatsächliche Wahlmöglichkeiten entstehen durch den Ausbau von Kita-Plätzen und von Betreuungsstrukturen, um Frauen den Wiedereinstieg in das Erwerbsleben zu erleichtern und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie voranzubringen. Das Betreuungsgeld hat bislang eher den Verzicht auf einen Betreuungsplatz belohnt und nur wenig zur Vereinbarkeit beigetragen.

23.07.2015 | Tarifbindung sichert Urlaubsgeld

Urlaubsgeld mit Tarifvertrag

Beschäftigte, die in einem Unternehmen mit Tarifbindung arbeiten, erhalten deutlich häufiger Urlaubsgeld als ihre Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Unternehmen.
Das hat eine Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans- Böckler- Stiftung (WSI) unter knapp 8.000 Beschäftigten ergeben.
Erschreckendes Ergebnis der Befragung ist auch, dass rund 57 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kein Urlaubsgeld erhalten. Damit geht knapp über der Hälfte der Beschäftigten ohne Urlaubsgeld in die Ferien und nur 43 Prozent gehen zu den Sommerferien nicht leer aus.
Besonders brisant sind die Ergebnisse dieser Befragung, wenn man sich einzelne Beschäftigtengruppen näher ansieht.
Unter den Geringverdienenden gehen rund 83 Prozent zum Sommer leer aus. In dieser Gruppe sind besonders viele Beschäftigte ohne Urlaubsgeld anzutreffen.
Auch im Vergleich zwischen Beschäftigten in den alten und neuen Bundesländern klaffen große Unterschiede. Rund 70 Prozent der Beschäftigten in den neuen Bundesländern bekommen kein Urlaubsgeld.
Ähnlich verhält es sich in der Gruppe von Betrieben mit einer Beschäftigtenzahl unter 100. Knapp 67 Prozent der Kolleginnen und Kollegen in Betrieben unter 100 Beschäftigten erhalten kein Urlaubsgeld.

24.06.2015 | IG Metall Mitte besucht Gedenkstätte Buchenwald

Gewerkschafter setzen Zeichen

Über 250 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der IG Metall haben am Mittwochnachmittag den Opfern des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar gedacht.

Einen Tag vor ihrer 65. ordentlichen Bezirkskonferenz in Weimar wollte die IG Metall ein Zeichen setzen gegen das Vergessen und gegen rechte Gewalt. IG Metall Bezirksleiter Armin Schild verurteilte stellvertretend für die IG Metall die Übergriffe auf DGB Veranstaltungen am 1. Mai in Weimar und an anderen Orten in Thüringen. „In Thüringen lebt Thügida und Sügida - ausgerechnet vor den Toren Buchenwald. Am rechten Rand braut sich wieder etwas zusammen. Unser Engagement gegen rechts beginnt im Alltag und im Betrieb, wenn irgendjemand rechtsradikale und ausländerfeindliche Sprüche klopft. Das sind wir auch Gewerkschaftern wie Willi Bleicher schuldig, der in Buchenwald inhaftiert war.“

Die IG Metall wird am Donnerstag im Rahmen der Bezirkskonferenz die Georg Bernard-Plakette zum neunten Mal verleihen. Die Plakette geht an Gruppen, Verbände und Einzelpersonen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen.

 

 

25.06.2015 | 65. ordentliche Bezirkskonferenz

Industriepolitik muss aktivierend und nachhaltig wirken

Bezirkskonferenz Weimar (Bild: Maik Schuck/IG Metall)

Die IG Metall im Bezirk Mitte hat sich auf ihrer 65. ordentlichen Bezirkskonferenz zur gemeinsamen Gestaltung von Tarif-, Betriebs- und Gesellschaftspolitik für die Mehrheit der Menschen bekannt. Garant dafür sei ein Wechselspiel von Politik und Gewerkschaften, die wieder zu einem neuen Normalarbeitsverhältnis kommen müsse. Das Zusammenwirken von guter Sozialpolitik, guter Arbeit, guten Löhnen und guter Industriepolitik sorge für Innovationen und Wachstum.

IG Metall Bezirksleiter Armin Schild: „Wir brauchen eine industrielle und wirtschaftspolitische Initiative,  die auf besser statt billiger setzt, auf produktive und zukunftsfähige Unternehmen, in denen es gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen gibt. Gute industrielle Struktur kann zum Innovationstreiber werden.“
Schild machte der thüringischen Landesregierung, insbesondere Wirtschaftsminister Tiefensee, den Vorschlag eine Neubelebung des Thüringer  Wirtschafts- und Innovationsrates vorzunehmen. Die aktuell erfreuliche Entwicklung in Thüringens Industrie dürfe nicht über strukturelle wirtschaftliche Risiken für den Freistaat hinwegtäuschen. Das neu gebildete Netzwerk Zukunft der Industrie beim Bundeswirtschaftsministerium sei ein Zeichen dafür, wie aktuell und wichtig eine solche Einrichtung ist.
Schild: „Industriepolitik muss aktivierend und nachhaltig wirken.“ In diesem Punkt unterstütze die IG Metall Wirtschaftsminister Tiefensee bei der Überlegung, Technologieberatungszentren und Wertschöpfungscluster in Thüringen voranzutreiben. Ein heterogener Industrieansatz in Thüringen mache es notwendig, Netzwerke für Industriearbeitsplätze in einzelnen Regionen in Thüringen aufzubauen. Daran wolle die IG Metall zusammen mit allen Industriegewerkschaften mitwirken. Konkret gehe es darum, in Thüringen „verlängerte Werkbänke“ in innovative und zukunftsfeste Betriebe und Arbeitsplätze umzugestalten. Ferner müssten die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erweitert und entwickelt werden.

Ministerpräsident Bodo Ramelow bedankte sich auf der Bezirkskonferenz für das Engagement der IG Metall im Vorfeld der Landtagswahl. Die rot-rot-grüne Landesregierung stehe zusammen mit den Gewerkschaften für gleichen Lohn für gleiche Arbeit am gleichen Arbeitsplatz. Thüringen brauche ein kraftvolles Bekenntnis für Solidarität. Die Gewerkschaften seien ein Garant dafür.

 

 

19.06.2015 | Als Geschäftsführer des Netzwerks Zukunft der Industrie bestellt

Armin Schild übernimmt neue Aufgaben in Berlin

Armin Schild wird Geschäftsführer des Vereins „Netzwerk Zukunft der Industrie“ und wird sein Amt als Bezirksleiter des IG Metall Bezirks zum 14. Juli niederlegen. Am Freitag wurde Schild in Berlin zusammen mit Markus Schulz, bisher Leiter Konzernrepräsentanz Berlin Evonik Industries AG, bestellt.  Am 14. Juli wird der IG Metall Vorstand einen neuen Bezirksleiter für den IG Metall Bezirk Mitte berufen. 

Der Verein „Netzwerk der Industrie e.V.“ bildet die operative Ebene des im März 2015 ins Leben gerufenen „Bündnisses Zukunft der Industrie“. Es hat 14 Partner aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften. Die Initiatoren des „Bündnisses Zukunft der Industrie“ sind der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, der IG-Metall-Vorsitzende Detlef Wetzel und BDI-Präsident Ulrich Grillo. Auf der Ebene des Bündnisses sollen im Trialog aus Politik, Unternehmensverbänden und Gewerkschaften konkrete Verabredungen und Maßnahmen zur Stärkung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland beschlossen werden. Der Verein „Netzwerk Zukunft der Industrie“ hat die Aufgabe, Maßnahmen des Bündnisses operativ umzusetzen. Mitglieder des Vereins „Netzwerk Zukunft der Industrie“ sind die Gewerkschaften IG Metall, DGB, IG BAU und IGBCE sowie die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände BDI, BACV, BDA, Gesamtmetall, HDB, VCI, VDA, VDMA und ZVEI.

Seit 2005 Bezirksleiter

Zehn Jahre hat Armin Schild den IG Metall Bezirk Mitte vom Saarland, über Rheinland-Pfalz, Hessen bis nach Thüringen geprägt. Er legte sehr viel Wert darauf, dass die IG Metall  Gestaltungskraft nicht nur im tariflichen und betrieblichen Raum entwickelt, sondern auch in der Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Schild: „320.000 IG Metall Mitglieder haben Anspruch auf anständige Einkommen, sie erwarten zurecht die IG Metall an ihrer Seite, wenn es um ihre Jobs und ihre Zukunft geht. Aber gutes Geld und sichere Jobs können nicht nur in Tarifverträgen und Betrieben durchgesetzt werden. Wenn die Rente gekürzt wird oder die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland auch noch aus Steuermitteln subventioniert wird, trifft das die Interessen der Beschäftigten genauso.“

Tarif macht stark

Ein wichtiges Anliegen war und ist für ihn die Sicherung von Arbeitsplätzen in  den Regionen des Bezirks - vor allem in den strukturschwachen Teilen. Schild: Sind die Arbeitsplätze dort einmal weg, werden dort keine neuen angesiedelt.“ 45.000 Arbeitsplätze sind derzeit durch Tarifverträge der IG Metall im Bezirk Mitte gesichert. Dafür mussten Belegschaften mobilisiert und nicht selten Arbeitskämpfe geführt werden. Bei besonders gut organisierten Belegschaften konnten in diesen Auseinandersetzungen bereits getroffene Unternehmensentscheidungen korrigiert werden. Zum Beispiel bei der Ansiedlung von N3 in Erfurt, 2008 bei der Vaccumschmelze in Hanau, bei der geplanten Verlagerung der Produktion bei Delphi, Franklin Electric, Faurecia Scheuerfeld, bei Harman Becker, beim jahrelangen Kampf für eine gute Zukunft von Opel und an vielen anderen Auseinandersetzungen.

"Ein Betrieb – eine Gewerkschaft – eine Solidarität“

Der Bezirk Mitte mit seiner differenzierten flächendeckenden Industriestruktur  war und ist immer ein Krisenbarometer für die gesamte Industrie in Deutschland. Hier sind nicht die großen Konzernzentralen zu Hause, sondern deren Ableger und der Mittelstand. Schild: „Krise findet hier schon statt, wenn woanders noch orakelt wird. Was unsere Betriebsräte schon im Vorfeld der Krise 2008/2009 mitteilten, war für unser politisches Handeln in Richtung Politik aber auch gegenüber den Arbeitgeberverbänden unglaublich wichtig.“ Zu dieser Zeit etablierte Schild ein rotes Telefon in alle Wirtschaftsministerien und zu den Arbeitgeberverbänden, um drohende Standortschließungen zu verhindern und alle Maßnahmen zur Sicherung der Arbeitsplätze einzuleiten.

„Fairnessabkommen Leiharbeit – ein Betrieb, eine Solidarität“

Die faire Regulierung von Leiharbeit und Werkverträgen war im Bezirk Mitte schon lange ein zentrales Thema. Das vom Bezirk Mitte mit den Arbeitgeberverbänden der Leiharbeit abgeschlossene „Fairnessabkommen“  trug seit 2008 zu einem schrittweisen Paradigmenwechsel in der IG Metall bei. Das Ziel: Ein Betrieb, eine Belegschaft, eine Solidarität – auch für Leiharbeitnehmer. Die Einführung von Branchenzuschlägen oder der viel beachtete „Tarifvertrag zur Vermeidung und Vergütung von Leiharbeit“ in der saarländischen Stahlindustrie, zeichneten Schild als routinierten Strategen und Tarifpolitiker aus. Sein Credo: Belegschaften, die sich spalten lassen, haben schon verloren.

Gute Arbeit – gut in Rente

Schild, der auch Mitglied im SPD Parteivorstand ist, hat versucht, Politik wieder näher mit den Gewerkschaften zusammenzubringen und die Gewerkschaften näher an die Arbeit von Parlamenten und Regierungen. Teile der Agenda 2010 und vor allem die Rente mit 67 waren nur denkbar, weil die Gewerkschaften kaum noch Einfluss hatten. Den Preis dafür zahlen Arbeitnehmer und Rentner. Deshalb nahm Schild auch das Mandat seiner Partei an, in den Koalitionsverhandlungen 2013 die Ziele der SPD, Rente mit 63, den Mindestlohn, die Stärkung der Tarifautonomie und die Neuordnung der Leiharbeit und der betrieblichen Altersversorgung durch die große Koalition mit auszuhandeln. Die Einführung der Rente mit 63 und flexibler Rentenübergänge war ihm bei den Koalitionsverhandlungen ein besonderes Anliegen.

14.05.2015 | Konferenz der Automobil- und Zulieferbranche

IG Metall will Netzwerk Zukunft der Industrie in den Bundesländern

Die IG Metall im Bezirk Mitte sieht in Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erhebliche Risiken für die Zukunft der Automobil- und Automobilzulieferindustrie. In den vier Bundesländern will sie daher ein „Netzwerk Zukunft der Industrie im Automobil-Zulieferbereich“ bilden. Das kündigte IG Metall Bezirksleiter Armin Schild vor 130  Betriebsräten der Automobil- und Automobilzulieferbranche des Bezirks an.

Zukünftig soll die Zusammenarbeit mit den Landesregierungen, den Betriebsräten und den Arbeitgebern und ihren Verbänden intensiviert werden. Schild forderte die Landesregierungen in Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen auf, eine aktivere Industriepolitik im Zulieferbereich voranzutreiben und erklärte: „Beim globalen und konzerninternen Standortpoker werden wir gerade in diesen Bundesländern verlieren, wenn wir nicht gegensteuern.“

Mit mehr als 210.000 Beschäftigten, mit Produktionsstandorten fast aller Automobilhersteller und fast aller namhafter Automobilzulieferer und über 200 mittelständischen Firmen ist die Automobilindustrie ist in allen vier Bundesländern des Bezirks eine prägende Industriebranche. Zugleich fehlen aber, bis auf Opel, die Konzernzentralen und oft auch die Forschungs- und Entwicklungszentren. Die hier angesiedelten OEM- und Zulieferer-Standorte sind umso mehr einem hohem Kosten- und Innovationsdruck ausgesetzt. „Wir sitzen oft nicht vorne am Lenker und nicht in unmittelbarer Nähe der Entscheider, aber wir spüren Veränderungsprozesse, die globale Verschiebung der Wachstumsregionen, die Volatilität der Märkte eher und intensiver als unsere Kollegen im Umfeld der Konzernzentralen. Und wir wissen, dass gut bezahlte Industriearbeitsplätze, die abgebaut werden, in keinem dieser Bundesländer durch gleichwertige Arbeitsplätze ersetzt werden. Was einmal weg ist, bleibt immer weg“, befürchtet Schild.

Die Diskussionsbeiträge vieler Betriebsräte zeigten, wie stark viele Belegschaften in den Zulieferunternehmen der vier Bundesländer den ständig zunehmenden Verlagerungsdruck spüren. In vielen Standorten wird zu wenig investiert. Latente Beschäftigungs- und Strukturrisiken haben unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigung und die Überlebensperspektiven der Standorte. Der Zwang zur Lokalisierung um die großen Automobilfabriken auch im Ausland und das angespannten Kostenverhältnis zwischen OEMs und Zulieferern kommt unmittelbar in den Betrieben und bei den Betriebsräten an.

Untermauert wurde diese These von Prof Dr. Stefan Bratzel, Leiter des Centers of Automotive, Bergisch-Gladbach. In einer Studie, die die Perspektiven der Zulieferindustrie bei Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten analysierte, wurde deutlich, dass der Internationalisierungsdruck auf die Zulieferer weiter steigen werde. Zudem setzten die Automobilkonzerne vermehrt auf Materialkostenreduzierung, Innovationsbündelung und extrem flexible Fertigungskonzepte. Das könnten viele Mittelständler zukünftig nicht mehr leisten und stelle ein erhebliches Risiko für Zuliefererstandorte in der zweiten und dritten Zuliefererkette dar.

Der IG Metall im Bezirk Mitte will auf die Veränderungen in der Branche nun eigene Strategien innerhalb eines Arbeitskreises Automobil-Zulieferer entwickeln.

Statements 

 

 

13.04.2015 | Kein Abbau von Arbeits-, Umwelt-, Verbraucher- und Sozialstandards

Demonstration gegen TTIP

Mit dem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA entstünde der größte gemeinsame Wirtschaftsraum der Welt. Der nahezu schrankenlose Handel soll laut Befürwortern die Produktivität steigern und die Importkosten und Preise für die Verbraucher senken. Ihr Versprechen: mehr Wachstum, mehr Wohlstand, mehr Arbeitsplätze auf beiden Seiten des Atlantiks. Die bislang dazu durchgeführten Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Verheißungen höchst ungewiss sind. Den geringen Wachstumseffekten stehen große Gefahren gegenüber.
Die Handelsliberalisierung zwischen EU und den USA führt zu mehr Druck auf die Arbeits- und Sozialstandards. Vor allem der geplante Investitionsschutz kann zur Beeinträchtigung von Arbeitnehmerrechten führen. Die IG Metall sagt dazu eindeutig Nein.

Daher möchten wir hier auf die Kundgebung am 18.04. um 14.00 Uhr am Eisernen Steg in Frankfurt hinweisen.

Mehr Informationen zu TTIP:

Welche Risiken bestehen?

Kritiker sehen durch die TTIP die Arbeits-, Sozial-, Produkt- und Umweltstandards in den Mitgliedsländern in Gefahr. Sie befürchten, dass diese als Ergebnis der Verhandlungen auf dem jeweils niedrigsten Niveau angeglichen werden. Das würde die Lebensqualität der Menschen in Europa und Amerika entscheidend  verschlechtern. Die Öffnung des europäischen Marktes für Chlorhühnchen, Hormonfleisch und nicht gekennzeichnete, gentechnisch veränderte Lebensmittel wäre dabei nur eine Seite der Medaille.

Folgen des Investitionsschutzes

Gewerkschaften stoßen sich vor allem am Investitionsschutz. Denn ein auf die Interessen der Investoren zugeschnittenes TTIP stärkt die Macht der Konzerne. Dadurch werden die demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten der Gesellschaft massiv einschränkt. Mögliche Folgen sind bereits heute zu beobachten: So hat der schwedische Energiekonzern Vattenfall die Bundesrepublik Deutschland wegen des Atomausstiegs auf Schadensersatz verklagt, weil das Stilllegen von Atommeilern den Gewinn des Unternehmens schmälert. Streitwert 3,7 Milliarden Euro. Zwar sind die USA Mitglied der internationalen Arbeitsorganisation (ILO), sie haben aber nur zwei der acht ILO-Kernarbeitsnormen ratifiziert. Nicht in Kraft gesetzt wurden Normen, die Grundlagen für gewerkschaftliche Aktivitäten und Tarifverhandlungen garantieren. Amerikanische Gewerkschaften befürchten deshalb, dass diese durch den geplanten Investitionsschutz auch in Zukunft nicht in den USA ratifiziert werden.

"Freihandelsabkommen dürfen weder Arbeitnehmer- noch Verbraucherschutz-, Sozial- und Umweltstandards  gefährden", sagte Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall. "Wir  lehnen jede Art von Investitionsschutzabkommen ab und erwarten, dass alle ILO-Kernarbeitsnormen von der US-Seite unterzeichnet werden. Ist auch nur einer dieser Punkte zweifelhaft, sagt die IG Metall "Nein" zu den TTIP-und CETA-Verhandlungen." Es genüge nicht zu beteuern, dass es bei Arbeits- und Sozialstandards keine Verschlechterung gebe, erklärte Wetzel. "Fakt ist: Handelsliberalisierung führt zu mehr Wettbewerbsdruck auch und gerade auf Arbeits- und Sozialstandards."

Weiterführende Informationen:

Dossier zu TTIP beim DGB-Bundesvorstand

Bündnis gegen TTIP

Detlef Wetzel über TTIP (Video)

06.03.2015 | Gegen unwürdige Arbeitsbedingungen

Hotline zum Mindestlohn

Eine mit 86 Prozent sehr große Mehrheit der Deutschen hält die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns für richtig. Das ergibt eine repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag des DGB. Der DGB hat von Anfang an eine ganze Reihe von Ausnahmen kritisiert, die das Gesetz nun beinhaltet und auch die Kontrollen erschweren werden. Um nicht der Willkür der Arbeitgeber ausgeliefert zu sein ist es wichtig seine Rechte zu kennen. Daher wollen wir hier auf die Mindestlohnhotline des DGB hinweisen (Telefonnummer zum Ortstarif: 0391/4088003//Mo-FR: 7-20 Uhr, Sa: 9-16 Uhr). Außerdem sind unter http://www.mindestlohn.de/hintergrund/faq/ die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen nachzulesen.

Neues Forschungsprojekt

Arbeitskräftesicherung in der ostdeutschen Automobilindustrie

Im Rahmen der global ausgerichteten deutschen Qualitätsproduktion nimmt die ostdeutsche Automobilindustrie eine besondere Stellung ein.

Diese Besonderheiten sind Ausgangspunkt für die Fragen nach der Rolle von Qualifizierung in zentralen Innovationsfeldern, auf die sich alle Akteuren entlang der automobilen Wertschöpfungskette einstellen müssen.

Der Fokus dieses Projektes ist auf personal- und arbeitsmarktpolitische Innovationsstrategien zur Bewältigung des Strukturwandels der wachsenden ostdeutschen Automobilindustrie gerichtet. Dabei geht es um die Absicherung und den Ausbau der qualitätsorientierten Beschäftigung im Sinne einer nachhaltigen Zukunftssicherung von industriellen Arbeitsplätzen in den ostdeutschen Bundesländern.

Das Projekt orientiert sich an folgenden Leitfragen:
· Wo gibt es im Zuge der Fachkräftesicherung noch Nachholbedarf?
· Was passiert auf betrieblicher Ebene an Zukunftsqualifizierung?
· Wie sind die ostdeutschen arbeitsmarktpolitischen Instrumente darauf vorbereitet?

Ansprechpartner:
Dr. Antje Blöcker
Hexenberg 6
31246 Münstedt
0170-7365778
antje.bloecker (at) rub.de 

Dr. Heinz-Rudolf Meißner
Parchimer Allee 89A
12359 Berlin
0170-7363573
hrmeissner [at] online.de

pdf (PDF 822 KB)

Aufruf für ein gerechtes und soziales Europa

Griechenland nach der Wahl - Keine Gefahr, sondern eine Chance für Europa

Der politische Erdrutsch in Griechenland ist eine Chance nicht nur für dieses krisengeschüttelte Land, sondern auch dafür, die Wirtschafts- und Sozialpolitik der EU grundsätzlich zu überdenken und zu korrigieren. Der IG Metall Vorsitzende Detlef Wetzel, der DGB Vorsitzende Reiner Hofmann und Armin Schild, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte zählen zu den Erstunterzeichnern eines Aufrufs, der ab sofort unterstützt werden kann. Hier geht’s zur Homepage:

http://europa-neu-begruenden.de/

20.11.2014 | Neue Broschüre zur Balance von Arbeit und Familie vorgestellt

Betriebsratsdialog zur Vereinbarkeit von Arbeit und Leben

Am 20.11.2014 fand in Frankfurt am Main der Betriebsrätedialog zum Thema Vereinbarkeit von Arbeit und Leben statt. Betriebsratsmitglieder aus dem gesamten Bezirk Mitte trafen sich im Saalbau Griesheim um die Erfahrungen und Konzepte aus ihren Betrieben vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Im Rahmen dieser Zusammenkunft wurde die Broschüre „Die Balance von Arbeit und Privatleben – Betriebliche Praxis im IG Metall Bezirk Mitte“ vorgestellt. Anhand praktischer Beispiele aus dem betrieblichen Alltag wird in dem Heft der Frage nachgegangen: Wie kann eine vernünftige Balance von Arbeit und Privatleben aussehen und wie kann man dem Facharbeiterverschleiß in den Betrieben entgegen wirken?

Gerade junge und hochqualifizierte Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sehnen sich in zunehmenden Maße nach einer besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit. Dafür braucht es flexible Arbeitszeitmodelle, die den verschieden Lebensrealitäten gerecht werden. Doch wird auch heute noch Flexibilität in vielen Unternehmen als Einbahnstraße gesehen. Flexibles Arbeiten bedeutet dann vor allem die ständige Verfügbarkeit der Belegschaft für Überstunden, oft auch gegen deren Willen. Diesen Trend belegen auch die Ergebnisse der jüngsten Beschäftigtenbefragung der IG Metall: 73,3% der Befragten gaben an, dass sie mehr als die tarifvertraglich festgelegte Arbeitszeit von 35 Stunden arbeiten. 45% wollen eine 35-Stunden-Woche. Zur gleichen Zeit nimmt die Zahl derjenigen zu, die unfreiwillig in Teilzeitbeschäftigung verharren. Viele wünschen sich eine ihrem Lebenslauf angepasste abgesenkte Arbeitszeit. Wo dieser Wunsch verwehrt wird, kommt es häufig zu einem Anstieg gesundheitlicher Probleme bei den Angestellten: psychische Belastungen, im Besonderen Burn-Out, nehmen zu. Diese Dynamik bringt nicht nur eine Belastung der Angestellten und ihrer Familien mit sich, sondern birgt auch eine Gefahr für die langfristige Fachkräftesicherung in den Betrieben mit sich.

Armin Schild, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, ließ in seiner Ansprache vor einem vollbesetztem Saal keinen Zweifel daran, dass die Frage nach Lebensqualität der Angestellten unteilbar mit ihren Arbeitsbedingungen verbunden ist. Sichere Jobs und angemessene Arbeitszeiten seien von größter Wichtigkeit, nicht nur um junge Leute für die Betriebe zu gewinnen, sondern auch um dem Facharbeiterverschleiß bei den älteren Angestellten entgegen zu wirken. Dazu sei eine Abkehr von prekären Beschäftigungsbedingungen unabdingbar. Es müssten wieder mehr Angestellte in die Betriebe geholt werden, statt die zusätzliche Arbeitsbelastung als Überstunden auf die Belegschaft abzuwälzen. Auch aus diesem Grund fordert die IG Metall ein Rückkehrrecht auf Vollzeitarbeit nach einer abgesenkten Teilzeitphase. IG-Metall Vorstandsmitglied Christiane Benner wies in ihrer Rede auch darauf hin, dass das Problem der Doppelbelastung von Familie und Arbeit immer noch in verstärktem Maße zu Lasten der Frauen geht.

06.10.2014 | Freihandelsabkommen TTIP und CETA

Aktionstag gegen Freihandelsabkommen

Für Samstag den 11. Oktober rufen verschiedene zivilgesellschaftliche Organisationen und Gewerkschaften zu einem europaweiten Aktionstag gegen die geplanten Handelsliberalisierungen zwischen EU und den USA (TTIP) sowie der EU und Kanada (CETA) auf. Die Freihandelsabkommen würden die Arbeits- und Sozialstandards in Europa weiter unter Druck setzen. Vor allem der geplante Investitionsschutz kann zur Beeinträchtigung von Arbeitnehmerrechten führen. Die IG Metall sagt dazu eindeutig Nein.  

Bedrohlich an den Plänen für die Freihandelsabkommen ist vor allem, dass Investoren weitreichende Schutzrechte bekommen sollen. Ausländische Investoren sollen das Recht erhalten, gegen staatliche Entscheidungen zu klagen, die die Rentabilität ihrer Investitionen beeinträchtigen. Was das heißt, zeigt die Klage einer französischen Firma gegen Ägypten, wo der gesetzliche Mindestlohn erhöht werden soll. Bekommt der Investor vor einem Schiedsgericht Recht, muss er letztlich vom Steuerzahler entschädigt werden. 

"Freihandelsabkommen dürfen weder Arbeitnehmer- noch Verbraucherschutz-, Sozial- und Umweltstandards  gefährden", sagte Detlef Wetzel, Erster Vorsitzender der IG Metall. "Wir  lehnen jede Art von Investitionsschutzabkommen ab und erwarten, dass alle ILO-Kernarbeitsnormen von der US-Seite unterzeichnet werden. Ist auch nur einer dieser Punkte zweifelhaft, sagt die IG Metall "Nein" zu den TTIP-und CETA-Verhandlungen." Es genüge nicht zu beteuern, dass es bei Arbeits- und Sozialstandards keine Verschlechterung gebe, erklärte Wetzel. "Fakt ist: Handelsliberalisierung führt zu mehr Wettbewerbsdruck auch und gerade auf Arbeits- und Sozialstandards." 

Aufruf zum Aktionstag am 11. Oktober 

Petition gegen Freihandelsabkommen unterzeichnen  

Position der IG Metall zum Freihandelsabkommen

06.06.2014 | Tagung zur KFZ-Zulieferindustrie

Mit guten Industriearbeitsplätzen mobil in die Zukunft

Gemeinam mit der TBS Rheinland-Pfalz lädt die IG Metall im Bezirk Mitte am 17. Juni 2014 zu einer Tagung zur Lage und Perspektive der KFZ-Zulieferindustrie und weiterer mobilitätsnaher Industrien im CongressForum Frankenthal ein.

Die Tagung findet im Rahmen einer neunteiligen Seminarreihe statt, in der sich die rheinland-pfälzischen IG Metall Geschäftsstellen mit betroffenen Betriebsräten und der TBS Rheinland-Pfalz über die spezifischen Schwierigkeiten und Chancen in der Automobilzuliefererindustrie verständigen. 

Nach dem Auftakt der Seminarreihe im Mai möchte die IG Metall mit der Tagung am 17. Juni die Diskussion für Betriebsräte der betroffenen Branchen aus dem gesamten Bezirk Mitte öffnen. Dort erhalten sie die Möglichkeit die generelle Lage und Handlungsmöglichkeiten von Betriebsrat und IG Metall zu erörtern und sich zu einzelnen Themenfeldern und zur Situationen an einzelnen Standorten auszutauschen. Für Austausch und Diskussion werden viel Betriebsratskollegen und Bevollmächtigte aus dem Bezirk Mitte, die Berater/innen der TBS Rheinland-Pfalz und IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen zu Ablauf und Anmeldung in der

04.06.2014 | Diskussion um die Folgen des EEG

Die Energiewende richtig machen!

Foto: Thomas Knauer/Panthermedia.

Das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG), das am 1. August 2014 in geänderter Fassung in Kraft treten soll, wird weitreichende Auswirkungen für das Leben und Arbeit in Deutschland haben. Vom Erfolg des komplexen industrie- und klimapolitischen Projekts Energiewende hängen tausende von Arbeitsplätzen ab. Damit die Beschäftigten am Ende nicht in die Röhre gucken mischt sich die IG Metall im Bezirk Mitte intensiv in die Diskussionen mit Politik und Wirtschaft ein. Mit einer Tagung am 17. Juli in Gießen-Kleinlinden soll diese Diskussion jetzt für einen größeren Kreis an Interessierten in Hessen geöffnet werden. 

Tagung | Gießen-Kleinlinden | 17. Juli
Auf die Klasse kommt es an: Energiekosten einsparen – Arbeitsplätze sichern
Die Veranstaltung richtet sich an Betriebsräte und Vertrauensleute aus
Hessen. Betriebsratsmitglieder können sich für die Teilnahme an dieser Tagung gemäß §37 (6) BetrVG ohne Minderung des Arbeitsentgeltes freistellen lassen.

13.05.2014 | 64. ordentliche Bezirkskonferenz

Zeit für neue Arbeitszeitdebatte: Neue Kultur der Flexibilität

Auf der 64. ordentlichen Bezirkskonferenz des IG Metall Bezirks Mitte in St. Ingbert unter dem Titel „Mehr Demokratie in Betrieb und Gesellschaft“ hat IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild den Beginn einer Debatte um eine neue Kultur flexibler Arbeitszeiten und individuelle Arbeitszeitverkürzung im Vorfeld der Tarifbewegung 2015 gefordert.

Vor rund 120 Delegierten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen verkündete er, die IG Metall sei 30 Jahre nach Einführung der 35-Stunden in einer historischen Situation, erneut eine Arbeitszeitdebatte zu führen. „Ein verbrieftes Recht auf eine abgesenkte Vollzeit mit Lohnausgleich könnte zu einer neuen Kultur flexibler Arbeitszeiten führen“, hob Schild hervor. Diese sei sicher nicht in einer Tarifrunde durchzusetzen, sondern müsse zum mittelfristigen Ziel der kommenden Tarifbewegungen werden. Deshalb müsse die IG Metall ihre tariflichen Arbeitszeitforderungen einbetten in die gesellschaftliche Debatte um flexible Übergänge in die Rente und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Gerade die Arbeitnehmer in Thüringen erwarten von der IG Metall den Einsatz für die weitere Angleichung der Tarifbestimmungen, die in vielen Punkten auch 25 Jahre nach dem Mauerfall noch weit hinter denen im Westen zurück bleiben. „Das müssen wir jetzt angehen“, so Schild.

„Der IG Metall Bezirk Mitte, der vor 35 Jahren - im Mai 1984 - mit Urabstimmung und Streik für die 35-Stunden-Woche gekämpft hat, nimmt es ernst, wenn 80 Prozent der 520.000 Arbeitnehmer in der größten Beschäftigtenbefragung, die jemals in der Bundesrepublik durchgeführt worden ist, erklären, sie wollen eine individuelle Option zur Verkürzung der Arbeitszeit, wenn sie privat erhöhten Belastungen ausgesetzt sind. Wir wollen die Lebenswirklichkeit der Beschäftigten verbessern und darüber in den Tarifrunden der nächsten Jahre verhandeln. Die Delegierten der Bezirkskonferenz haben diese Forderungen in einem beschlossenen Leitantrag in den Mittelpunkt ihres Arbeitsprogramm 2014/2015 gestellt. Dieser Leitantrag wurde einstimmig angenommen.

01.05.2014 | 1. Mai: Unser Tag!

Gute Arbeit. Soziales Europa.

Unter dem Motto "Gute Arbeit. Soziales Europa." finden am 1. Mai 2014 in der Region die Maikundgebungen des DGB statt. 

Hauptredner in Landau wird der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Neustadt, Uwe Schütz sein, Hauptredner in Kaiserslautern wird Armin Schild, Bezirkleiter des IG Metall Bezirks Mitte. 

Hier die Plakate der einzelnen Veranstaltungen in unserer Region:

07.04.2014 | Tagesveranstaltung des Bezirksmigrationsausschuss

Europa zwischen Rechtspopulismus und Festung gegen Migration

Für den 10. Mai lädt der Migrationsausschuss des Bezirk Mitte und das Ressort Migration/Integration des IG Metall-Vorstands zur Tagesveranstaltung "Europa zwischen Wahlen, Rechtspopulismus und "Festung" gegen Kriegs- und Armutsflüchtlinge" nach Frankfurt.

Ausgrenzendes und nationalistisches Denken steht in einem engen Zusammenhang mit Kapitalismus und Neoliberalismus. Die andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise macht dies erneut und in aller Brutalität deutlich: Als "Schuldige" an der Krise werden die "Anderen" identifiziert – sie werden als "faul", als "unfähig" oder als "Last" beschimpft. Die "Anderen", das sind zum einen soziale Gruppen innerhalb der europäischen Staaten, wie etwa Migrantinnen, Minderheiten oder Sozialleistungsabhängige. Es sind dies aber auch ganze Länder, etwa die südeuropäischen. 

01.03.2014 | Europawahl am 25. Mai 2014

Wählen gehen - damit unser Europa eine Chance bekommt!

Foto: sulupress - Fotolia.

Vom 22. bis 25. Mai 2014 sind die mehr als 500 Millionen Einwohner der Europäischen Union aufgerufen das Europäische Parlament zu wählen. In Deutschland findet die Wahl am 25. Mai statt. Für uns Arbeitnehmer geht es dabei um viel. Die Entscheidungen der Europäische Union betreffen immer stärker die Beschäftigten in Deutschland und anderen EU-Staaten. 

Die IG Metall ruft alle Beschäftigten dazu auf ihr Wahlrecht wahrzunehmen und damit das Gewicht des Europäischen Parlaments als einziger von der Bevölkerung der EU legitimierter Institution zu stärken. Machen wir mit unserer Wahlentscheidung deutlich, dass wir ein Europa für die Arbeitnehmer und nicht ein Europa für die Banken und Kapitalinteressen wollen. Dafür ist ein Kurswechsel in der EU-Politik notwendig.

Geht wählen - damit unser Europa eine Chance bekommt!

Informationen und Positionen der IG Metall zu Europa

Jugendarbeitslosigkeit in Europa bekämpfen

23.01.2014 | IG Metall fragt nach

Und was bewegt Dich?

Die Arbeitswelt wandelt sich und dreht sich immer schneller. Mit jeder neuen Herausforderung stellen sich für die Beschäftigten neue Fragen. Für die IG Metall als Gewerkschaft, die auf Beteiligung setzt, gilt deshalb: Sie interessiert sich für die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Deshalb fragt sie nach.

Ob Perspektiven, Sicherheit, Vereinbarkeit von Arbeit und Leben oder gutes Arbeiten: Auf wasmichbewegt.de gibt die IG Metall einen ersten Einblick, was die Gewerkschaft heute leistet.

Jede und jeder ist gefragt
Dass es die IG Metall ernst meint, hat sie im vergangenen Jahr bewiesen. Mit über einer halben Millionen Teilnehmern hat sie die umfassendste Beschäftigtenbefragung in Deutschland durchgeführt, um herauszufinden, was die Menschen bewegt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die weitere Arbeit der IG Metall.

Das Motto "Neue Zeiten, neue Fragen: Zusammen für neue Antworten" ist deshalb auch eine Einladung an alle Beschäftigten, sich mit ihren Interessen in die Arbeit der IG Metall einzubringen: Auf wasmichbewegt.de haben sie nun die Möglichkeit, direkt ihre Fragen zu dem, was sie in ihrem Beruf bewegt, an die IG Metall zu stellen.

Und was bewegt dich?

27.11.2013 | Bundestagswahl 2013

Koalitionsvertrag für einen gesellschaftlichen Kurswechsel

IG Metall Bezirksleiter Armin Schild hat den heute Nacht vereinbarten Koalitionsvertrag als "wirklich guten Kompromiss für mehr soziale Gerechtigkeit in Deutschland und Ordnung am Arbeitsmarkt" bewertet. "Wer hätte gedacht, dass zwei Monate nach diesem Wahlergebnis, der Mindestlohn und die Rente mit 63 in einem Koalitionsvertrag steht"?

Das sei ein Fortschritt, der ohne das Engagement vieler Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter niemals möglich gewesen wäre. Diesen politischen Druck aufgebaut zu haben ist unser gemeinsamer Verdienst. Dass der Druck am Verhandlungstisch in vielen Punkten nun zu praktischen politischen Vereinbarungen umgesetzt wurde zeigt, dass sich politisches Engagement der Gewerkschaften praktisch lohnt.

Natürlich gebe es auch schwierige Kompromisse und Schwächen. "Der Ausbau der Mitbestimmung und die Abschaffung sachgrundloser Befristung bleibt deshalb auf unserer Agenda", so Schild.

Insgesamt könne der Koalitionsvertrag den möglichen Ausgangspunkt für einen gesellschaftlichen Kurswechsel bieten. "Diese Chance müssen wir im Interesse der Menschen in unserem Land nutzen," erklärte der Bezirksleiter und fügte hinzu: "Als Sozialdemokrat, der nun in einem beispielhaften basisdemokratischen Mitgliedervotum gefragt ist, werde ich in diesem Sinne für diesen Koalitionsvertrag stimmen".

26.11.2013 | Ausserordentlicher Gewerkschaftstag

Wetzel und Hofmann zu Vorsitzenden gewählt

Detlef Wetzel ist der neue Erste Vorsitzende der IG Metall. Die Delegierten des 6. Außerordentlichen Gewerkschaftstages in Frankfurt am Main wählten den 60-jährigen Siegerländer mit 75,51 Prozent zum Nachfolger von Berthold Huber, der sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. An der Wahl haben sich 458 Delegierte beteiligt. Davon stimmten 333 mit Ja und 108 mit Nein. Enthalten haben sich 17 Delegierte.

Zum Zweiten Vorsitzenden der IG Metall wählten die Delegierten Jörg Hofmann. Der 57-Jährige leitete in den vergangenen zehn Jahren für die Gewerkschaft den Bezirk Baden-Württemberg. Hofmann erhielt 342 Ja-Stimmen und 98 Nein-Stimmen. Er wurde mit 77,73 Prozent gewählt. Enthalten haben sich 22 Dellegierte, beteiligt hatten sich insgesamt 463. Ein Stimmzettel war ungültig.

Außerdem wurde Jürgen Kerner mit 97,1 Prozent zum Hauptkassierer der IG Metall gewählt (Wahlbeteiligung: 457, davon 438 Ja-Stimmen, 13 Nein-Stimmen).
Am Nachmittag stehen nun noch die Wahlen zweier geschäftsführender Vorstandsmitglieder an: Irene Schulz und Wolfgang Lemb kandidieren als geschäftsführende Vorstandsmitglieder. Die Diplom-Politologin Schulz war zuletzt Gewerkschaftssekretärin im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachen und dort unter anderem für IT-Betriebe zuständig. Wolfgang Lemb ist seit 2011 Erster Bevollmächtigter der IG Metall Erfurt.

Der Bezirk Mitte gratuliert Wolfgang Lemb zur Wahl als geschäftsführendes Vorstandsmitglied.

26.11.2013 | Ver.di Streik bei Amazon

IG Metall solidarisch mit Amazon Beschäftigten

Seit Beginn der Frühschicht am Montag, den 25. November, ruft ver.di die Amazon-Beschäftigten in den Standorten Leipzig und Bad Hersfeld wieder zum Streik auf. In Bad Hersfeld wird in beiden Verteilzentren von Amazon gestreikt. Die Beschäftigten wollen bei dem Internet-Versandhändler einen Tarifvertrag auf dem Niveau des hessischen Einzel- und Versandhandels durchsetzen.

"Die IG Metall im Bezirk Mitte erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten von Amazon, die für ihr Grundrecht auf einen Tarifvertrag streiken. Damit wehren sie sich gegen einen respektlosen Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern und setzen somit ein wichtiges Zeichen. Der Amazon Konzern, der am liebsten eine gewerkschaftsfreie Zone bleiben würde, muss einsehen, das gute Arbeit auch ein gutes Leben ermöglichen muss und dafür ist ein Tarifvertrag existenziell wichtig.", so Bezirksleiter Armin Schild.

Weitere Informationen

20.11.2013 | IG Metall Gera unterstützt Flüchtlinge in Greiz

Gesicht zeigen gegen Rassismus

Kundgebung gegen Rassismus in Greiz

Der Arbeitskreis Außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit der IG Metall Gera hat am 19.11.2013 in einem Flüchtlingsheim in Greiz (Thüringen) gesammelte Spenden übergeben. 

Die neue eingerichtete Unterkunft für Flüchtlinge ist seit Wochen rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. Bereits am 9. November unterstützte die IG Metall Jena deshalb eine Demonstration gegen Rassismus in Greiz.

Mit der Übergabe von Winterkleidung für Kinder, Spielzeug, Schulsachen wollte der Arbeitskreis der IG Metall Gera ein Zeichen setzen und die Flüchtlinge praktisch in ihrer schwierigen Situation unterstützen. Besonders die Übergabe eines Kinderwagens wurde dankbar angenommen. 

Unverständnis herrscht jedoch darüber, dass die Vertreter der IG Metall gezwungen waren die Spenden vor der Flüchtlingsunterkunft zu überreichen, da das Landratsamt Greiz den Zutritt zum Haus untersagte.

Für Samstag, den 23. November, ruft erneut ein Bündnis zu einer antirassistischen Kundgebung gegen einen rassistischen Fackelmarsch von NPD und co. in Greiz auf.

12.11.2013 | Europawahl

Politikwechsel in Europa

Der DGB Bundesvorstand hat einen Beschluss zur Europawahl verabschiedet. In dem Beschluss, "Anforderung an die Parteien zur Europawahl 2014", geht es um die Gestaltung eines sozialen, gerechten und demokratischen Europas für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Die Forderugnen des Beschlusses richten sich an alle Parteien, die zur Europawahl im Mai 2014 antreten.

Dabei stehen drei Themen im Mittelpunkt der Europapolitk:

- Gute Arbeit, faire Mobilität und soziale Sicherheit in Europa

- Zukunftsinvestitionen in ein wirtschaftlich starkes und soziale gerechtes Europa

- Demokratische Reformen, mehr Teilhabe und starke Grundrechte in Europa

29.10.2013 | Bundestagswahl 2013

Armin Schild nimmt an Koalitionsverhandlungen teil

Armin Schild nimmt in seiner Funktion als Gewerkschafter und SPD-Parteivorstandsmitglied an den Koalitionsgesprächen in der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales teil. Die Arbeitsgruppe tagte erstmals am 29. Oktober, und hat in den kommenden Tagen weitere Termine vereinbart. „Als Gewerkschafter und SPD Mitglied werde ich die Themen, die die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bewegen, in die Koalitionsgesprächen einbringen“, sagte Schild zu Beginn der Gespräche. „Große Koalition heißt für uns: Wir werden wieder Ordnung am Arbeitsmarkt schaffen. Die Schmuddelecken in denen sich arbeitsmarktpolitische Flöhe und Wanzen wohl fühlen, werden wir aufräumen. Die Zukunft unseres Landes hängt an qualifizierten Fachkräften und nicht an der Existenz von Billigfrisören.

Ordnung am Arbeitsmarkt
„Wir brauchen eine neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, um den Wert der Arbeit zu schützen, mehr Beschäftigung zu schaffen und Missbrauch auf dem Arbeitsmarkt zu verhindern. In einem rot-schwarzen Regierungsprogramm muss die Einführung eines gesetzlichen, flächendeckenden Mindestlohns von 8,50 Euro zum 1. Februar 2014 stehen, die Bekämpfung prekärer Beschäftigung, die Stärkung des Tarifvertragssystems und der Tarifbindung durch die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen, die Ausweitung von Mitbestimmungsrechten bei Leiharbeit und Werkverträgen und die Ausweitung des Geltungsbereich des Arbeitnehmerentsendegesetzes auf alle Branchen, damit ein tariflich vereinbarter Mindestlohn auf alle Beschäftigten einer Branche erstreckt wird.“

Rente
Beim Thema Rente geht es u.a. um die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Gestaltung flexibler und abgesicherter Altersübergänge, zum Beispiel eine Teil- bzw. Kombirente ab 60, die Erleichterung des Rentenzugangs vor dem 65. Lebensjahr, z. B. durch abschlagsfreien/abschlagsgeminderten Zugang für besonders langjährig Versicherte, eine Verbesserung der Absicherung von erwerbsgeminderten Menschen und eine Stabilisierung des Rentenniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung und Stärkung der betrieblichen Altersversorgung.

Mindestlohn
Wir werden für die rund 6,8 Mio. Menschen, die derzeit unter 8,50 Euro verdienen, eine spürbare Lohnerhöhung durch einen gesetzlichen und flächendeckenden Mindestlohn erwirken. In absehbarer Zeit wird niemand in Deutschland mehr gezwungen sein, für vier oder fünf Euro pro Stunde zu arbeiten. Der Mindestlohn soll einheitlich in ganz Deutschland eingeführt werden und auf Vorschlag einer vom BMAS eingesetzten Mindestlohnkommission jährlich angepasst werden. Der Mindestlohn soll mit klaren Regeln zur Kontrolle und Sanktionen bei Umgehung verbunden werden.
8,50 Euro Mindestlohn ist kein Anschlag auf die Tarifautonomie, sondern unverzichtbare Dumping-Notbremse im europäischen Arbeitsmarkt. Für eine tatsächlich ausreichende Bezahlung braucht es aber Tarifverhandlungen und Tarifverträge.
Der amerikanische Präsident Roosevelt hat bei der Einführung des Mindestlohns in den USA 1938 gesagt: "Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben." Genau diese Geschäfte finden aber hierzulande statt: In der Pflege, in Schlachtereien, auch in Betrieben der Metallwirtschaft.
Es kommt nicht auf das „Ob“, sondern auch auf das „Wie“ von Mindestlöhnen an. Mindestlöhne sind nur ein notwendiges Korrektiv auf Arbeitsmärkten mit ungleicher Machtverteilung, wie sie sich in Deutschland herausgebildet haben.

25.10.2013 | Europawahl

Europäische Finanzmarkt- und Bankenregulierung 2008-2013

"Die Finanzkrise hat die wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Realität der Europäischen Union verändert", schreibt Udo Bullmann, Vorsitzender der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament, in seinem Papier, "Zurück zum demokratiekonformen Markt". In dem Papier geht es vor allem um die Ursachen der Finanzkrise und was im Europaparlament getan wurde und weiterhin getan werden muss, um den Finanzmarkt zu regeln. 

Das Papier schafft es, dieses hoch komplexe Thema anschaulich darzustellen und macht so verständlich, worin der Regulierungsbedarf konkret besteht und welche Auswirkungen die Regulierungen haben.

10.09.2013 | IG Metall verurteilt volksverhetzendes Plakat

NPD Parolen stoßen weiter auf Widerstand

"Mehr Geld für Oma statt für Sinti und Roma" lautet die Aufschrift eines aktuellen Wahlplakats der rechtsextremen NPD. "Dieses Plakat in Nordhausen aufzuhängen ist eine Ungeheuerlichkeit! Es macht mich zutiefst betroffen und wütend!" So Bernd Spitzbarth, der 1. Bevollmächtigte der Nordthüringer IG Metall. 
Mehrere Städte und Gemeinden im Bezirk sehen die Plakate zu recht als Volksverhetzend an und haben diese abgehängt. Nun beschäftigt dieser Vorgang die Gerichte.

"Für uns ist klar, das faschistische Parolen nicht unter die freie Meinungsäußerung Fallen. Wir wollen in einer Welt des respektvollen Umgangs miteinander und solidarität leben, in einer Welt die Bunt und nicht Braun ist", so Bezirksleiter Armin Schild. "Ob auf der Arbeit oder im Alltag, Rassismus darf niemals als "Normal" hingenommen werden, weil er sich immer gegen Andere richtet und Gift für eine moderne multikulturelle Gesellschaft ist."

Die IG Metall Nordhausen hat hierzu eine Pressemitteilung herausgegeben.

04.07.2013 | 63. Bezirkskonferenz - Neustädter Erklärung verabschiedet

IG Metall fordert Politikwechsel für Deutschland und Europa

Unterzeichnung der Neustädter Erklärung

Einen grundlegenden Politkwechsel für Deutschland und Europa hat die IG Metall im Bezirk Mitte bei ihrer 63. Bezirkskonferenz am 4. Juli in Neustadt an der Weisntraße gefordert. Gemeinsam mit spanischen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, die auf Einladung des Bezirks Mitte an der Konferenz teilnahmen, wurde eine Neustädter Erklärung verabschiedet. Darin wird eine rücksichtslose und einseitige Politik kritisiert, die zu Lohnkürzungen und Einsparungen im Gesundheits- und Bildungssystem führt.

"Starke Gewerkschaften sind Garanten für Arbeitnehmerrechte in Europa", sagte IG Metall Bezirksleiter Armin Schild bei der Konferenz. Er kündigte an, dass der Bezirk seine grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit europäischen Partnergewerkschaften intensivieren werde. Im Jugendbereich werde ein wechselseitiges Programm für die Jugend und die Einrichtung einer Arbeitsgruppe von Betriebspraktikern, Ausbildern und Jugendvertretern aufgebaut. 

Schwerpunkt in Neustadt war die Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Allein im Bezirk Mitte haben über 50.000 Beschäftigte deutlich gemacht, was sie
von der Politik erwarten: Einen Kurswechsel bei der Rente, einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, eine gerechte Neuordnung des Arbeitsmarkts bei Leiharbeit und Werkverträgen und die Stärkung des Sozialstaats in Deutschland und Europa.

Am Nachmittag mussten Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien zu den Forderungen der Beschäftigten Rede und Antwort stehen. Bezirksleiter Armin Schild machte im Anschluss deutlich, dass die Konferenz erst der Auftakt der Aktivitäten zur Bundestagswahl 2013 war: "Wir werden vor der Wahl genau hinschauen, wer welche Lösungen anbietet und unsere Vertrauensleute und Betriebsräte auffordern, die Konzepte der Parteien mit den Beschäftigten zu diskutieren." 

Für den 7. September ruft die IG Metall die Beschäftigten aus Hessen, Rheionland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen zu einem großen Aktionstag für einen Politikwechsel auf.

02.07.2013 | Aktionstag 7. September 2013

Politikwechsel!

Ein Politikwechsel in wichtigen Bereichen des Arbeitslebens ist dringend nötig. Das ist das Ergebnis der großen Beschäftigtenbefragung der IG Metall. Allein im Bezirk Mitte haben mehr als 50.000 Beschäftigte deutlich gemacht, was sie von der Politik nach der Bundestagswahl erwarten: Einen Politikwechsel bei Rente, einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro, eine gerechte Neuordnung des Arbeitsmarkts bei Leiharbeit und Werkverträgen und einen sozialen Staat in Deutschland und Europa. 

Ein Politikwechsel ist dringend notwendig. Damit er nach der Bundestagswahl am 22. September kein Wahlversprechen bleibt, wollen wir unseren Forderungen am 7. September in Frankfurt Nachdruck verleihen. Gemeinsam mit dem DGB und anderen Gewerkschaften ruft die IG Metall die Beschäftigten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen auf an diesem Tag nach Frankfurt zu kommen. Dort wollen wir gemeinsam demonstrieren und den Tag anschließend auf einem Familienfest auf dem Römer ausklingen lassen.

18.06.2013 | Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung

Beschäftigte fordern Politikwechsel

Die Beschäftigten im Bezirk Mitte wollen einen Politikwechsel: Das ist das Ergebnis der größten Beschäftigtenbefragung Deutschlands, die die IG Metall zwischen Februar und Mai 2013 durchgeführt hat. 514.134 Beschäftigte aus über 8.400 Betrieben haben sich bundesweit an der beteiligt. Alleine im Bezirk Mitte wurden 52.711 Beschäftigte aus 1.184 Betrieben befragt. Im Bezirk waren 26 Prozent der Befragten kein Gewerkschaftsmitglied. Es ist also gelungen über 12.500 Menschen außerhalb der IG Metall für die Befragung zu interessieren. Dies zeigt, dass diese Themen und Aussagen nicht nur auf Gewerkschaftsmitglieder zutreffen, sondern von einem Großteil der Beschäftigten getragen werden.

Arbeitsbelastung nimmt zu. Ein Ergebnis der Befragung ist, dass Arbeitsdruck und -belastung in der Arbeitswelt zunehmen. 83 Prozent der Befragten haben den Eindruck, dass sie in den letzten Jahren immer mehr Arbeit in der gleichen Zeit verrichten müssen. 56 Prozent fühlen sich
auf der Arbeit gehetzt und stehen unter Zeitdruck. Dass der Arbeitsplatz gesund und ergonomisch gestaltet ist, halten 97 Prozent für wichtig.

Für eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt. 88 Prozent der Befragten bezeichnen einen unbefristeten Arbeitsvertrag als „sehr wichtig“, 84 Prozent ein verlässliches und ausreichendes Einkommen. Prekäre Beschäftigung wird abgelehnt. 94 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Leiharbeit und Werkverträge gesetzlich neu geregelt werden müssen und 93 Prozent sind für die Einführung eines Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro. 

Rente und altersgerechte Arbeit. Sehr viele Beschäftigte sehen eine fehlende Vorbereitung der Unternehmen auf den demographischen Wandel. Gerade einmal 27 Prozent sehen ihren Betrieb auf eine alternde Belegschaft vorbereitet und nur 25 Prozent glauben, dass sie unter den derzeitigen Bedingungen bis zum gesetzlichen Rentenalter arbeiten können. 
Beim Thema Rente herrscht große Unsicherheit über die Zukunft. Gerade einmal 37 Prozent glauben, dass ihre zukünftige Rente zum Leben ausreichen wird. 82 Prozent der Befragten im Bezirk Mitte stimmen der Aussage, dass die Rente mit 67 zurückgenommen werden muss, absolut zu. Den Erhalt und die Stärkung der sozialen Sicherungssysteme halten 98 Prozent der Befragten für wichtig. 

Beschäftigte fordern Politikwechsel. Besonders wichtig sind den Befragten die Themen gute und gesunde Arbeit, altersgerechte Arbeit und Rente, sowie eine neue Ordnung am Arbeitsmarkt. Diese Forderungen werden von der IG Metall ernst genommen und sie wird diese auch den Parteien gegenüber einfordern. Die Parteien sind gefordert, politische Konzepte zur Lösung dieser Probleme vorzulegen und sie nach der Bundestagswahl auch einzulösen. Damit dieser Politikwechsel kein Wahlversprechen bleibt wird die IG Metall vor und nach der Bundestagswahl am 22. September Druck auf die Politik ausüben. Für den 7. September ruft die IG Metall die Beschäftigten aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen zu einem Aktionstag "Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa" in Frankfurt auf.

Detailliertere Informationen zu den einzelnen Bundesländern des Bezirk Mitte können den Medieninformationen entnommen werden.

26.02.2013 | Arbeit: Sicher und fair!

IG Metall gibt Startschuss für bundesweite Befragung der Beschäftigten

„Arbeit: sicher und fair!“ Unter diesem Themenfeld führt die IG Metall bis Ende März eine bundesweite Befragung in zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten durch. 
Befragt werden die Beschäftigten zu ihren individuellen Lebensumständen, ihre Arbeitsbedingungen, Auswirkungen des demografischen Wandels im Betrieb und zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Zur Teilnahme an der Befragung sind Beschäftigte aus bundesweit rund 8300 Betrieben, sowie Rentner und Arbeitslose aufgerufen.

Mit der Befragung sollen verwertbare Ergebnisse einerseits für gewerkschaftliches Handeln vor Ort erzielt werden, andererseits will sich die IG Metall mit diesem Votum der Beschäftigten auch in den Bundestagswahlkampf einmischen. 

31.01.2013 | Tarifkommission im Bezirk Mitte unterstützt Arbeitskampf der IG BCE

Solidarität mit den Streikenden von Neupack

Streikposten bei Neupack

Mit einer Spendensammlung auf ihrer gemeinsamen Sitzung am 29. Januar in Mainz, haben sich die Tarifkommissionen der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie Bezirk Mitte mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen bei Neupack solidarisiert. 

Die IG BCE führt Neupack in Hamburg und im niedersächsischen Rotenburg seit Anfang November 2012 einen Arbeitskampf für einen Tarifvertrag. Die Eigentümerfamilie hat sich seither nicht bewegt und versucht mit allen möglichen rechtlichen und rechtswidrigen Schikanen die Belegschaft zu spalten. 

"Wir unterstützen Euch in Eurem Kampf für das Streikrecht und die Tarifautonomie. Dazu haben wir bei den 160 anwesenden Delegierten der organisierten Beschäftigten gestern in Mainz 911,25 € für eure Streikkasse gesammelt", sagt IG Metall Bezirksleiter Armin Schild. 

Weitere Informationen zum Arbeitskampf bei Neupack und den Schikanen des Arbeitgebers auf den Internetseiten der IG BCE und im Fernsehbericht des Magazins Panorama:

Magazin Panorama zum Arbeitskampf bei Neupack

10.01.2013 | Aufruf zur europäischen Demonstration am 23. Januar 2013 in Brüssel

Entsenderichtlinie soll um Durchsetzungsrichtlinie ergänzt werden

Die Entsendung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern innerhalb des europäischen Auslandes wird in der Entsendrichtlinie geregelt. Damit sollen Arbeitsbedingungen und Sozialstandarts festgelegt werden. 

Derzeit berät das Europäische Parlament über eine Durchsetzungsrichtlinie der Entsenderichtlinie, um Kontrollen zu ermöglichen. Diese Neuregelung wurde auch von den Gewerkschaften gefordert, um den Missbrauch der Entsenderichtlinie zu verhindern. Nach der geplanten Neuregelung soll nun das Herkunftsland für Kontrollen zur Einhaltung der Entsenderichtlinie zuständig sein. Prüfungen sollen jedoch erst nach einer sogenannten "Risikobewertung" möglich sein. Der DGB befürchtet, dass damit der Missbrauch im Rahmen der Entsenderichtlinie keineswegs effektiv eingedämmt wird. Er sieht weiterhin eine Umgehung der Standarts und Sozialdumping.

Die Entscheidung über die Durchsetzungsrichtlinie soll am 23. Januar 2013 getroffen werden. Deswegen ruft der DGB zur Europäischen Demonstration am 23. Januar 2013 in Brüssel auf, um eine effektivere Verhinderung des Missbrauchs der Entsenderichtlinie und Sozialdumping zu fordern.

15.11.2012 | Solidarität mit Südeuropa

Europäischer Aktionstag gegen Krisenpolitik

Europaweit gingen am 14. November mehrere zehntausend Menschen auf die Straße. Auch in Deutschland protestierten viele gegen die Sparpolitik der Regierung, beispielsweise in Frankfurt. Sie forderten Schluss mit dem Sozialabbau und zeigten sich solidarisch mit den Menschen in Südeuropa. 
Die IG Metall im Bezirk Mitte zeigt sich solidarisch mit den streikenden in Italien. Eine kleine Delegation nahm an einer Kundgebung in Ravenna teil.

07.10.2012 | IG Metall-Delegation besucht Spanien

Spanische Gewerkschaften und IG Metall für gemeinsames Vorgehen

Europäische Konferenz in Madrid

Während in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen aus Anlass des Aktionstages gegen prekäre Beschäftigung in zahlreichen Betrieben Aktivitäten für gute und faire Arbeitsbedingungen stattfanden, besuchte eine 40-köpfige Delegation der IG Metall aus vier Bundesländern die spanischen Schwestergesellschaften MCA-UGT und FI-CCOO in Madrid.
Auf ihrer dreitägigen Reise informierten sich die Metaller bei den spanischen Gewerkschaftern, Politikern, Betriebsräten, Studierenden und Jugendlichen über die Situation im Land und nahmen an einer Streikkundgebung gegen Massenentlassungen teil. Damit drückten sie ihre Solidarität mit den spanischen Kollegen aus. Armin Schild, Bezirksleiter der IG Metall: "Spanien ist ein Labor des Neoliberalismus. Wir dürfen nicht zuschauen, wie eine gescheiterte Ideologie wieder aufersteht. Wir müssen gemeinsam handeln gegen prekäre Beschäftigung und das Schleifen von sozialen Rechten." 
Große Einigkeit bestand zwischen den spanischen Gewerkschaftern und den mitgereisten Metallern darüber, dass die europäischen Gewerkschaften eine gemeinsame Antwort auf die Deregulierung der Arbeitsmärkte und die soziale Kahlschlagpolitik in Europa finden müssen. Dies hielten sie in einer gemeinsamen "Madrider Erklärung" fest. 

25.09.2012 | Gute Arbeit - gut in Rente

IG Metall trägt Rentendebatte in die Betriebe

Die IG Metall im Bezirk Mitte wird in den nächsten Tagen die Rentendebatte in die Betriebe tragen. Darauf haben sich ca. 100 Repräsentanten und Geschäftsführer der über 300.000 IG Metall-Mitglieder im Bezirk am 18. und 19. September auf einer Tagung in Frankenthal/Pfalz verständigt. Zuvor hatten sich zum Auftakt der Kampagne "Gute Arbeit - gut in Rente" am 13. September in Frankfurt IG Metall-Vertreter und Betriebsräte aus ganz Deutschland getroffen. 
Die IG Metall will gemeinsam mit den Beschäftigten Druck auf die Arbeitgeber und die Politik aufbauen. Beim Thema Altersarmut ist die Politik gefordert von der "Rente mit 67" abzukehren, ein anständiges Rentenniveau zu sichern und flexible und abschlagsfreie Übergänge aus dem Berufsleben zu ermöglichen. Gleichzeitig braucht es, damit die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gesund das Rentenalter erreichen können, eine deutliche Veränderung der Arbeitsbedingungen. Alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze müssen her. Hier sind die Arbeitgeber in der Pflicht. 
Das Thema hat für die IG Metall vor der Bundestagswahl besondere Priorität: "Wir werden dafür sorgen, dass den Beschäftigten die Rentenkonzepte der Parteien bekannt sind und wir werden alles dafür tun, dass dies ein wahlentscheidendes Thema wird" sagt IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild. 

10.04.2012 | Ein Beitrag von Bezirksleiter Armin Schild

Schlecker und die Rolle der FDP

Foto: IG Metall

Marktwirtschaft à la FDP: Tausenden droht Armut, Allgemeinheit darf zahlen, Banken kassieren

Die Einrichtung einer Transfergesellschaft für 12.000 Schlecker-Beschäftigte ist gescheitert am Widerstand der noch verbliebenen FDP-Wirtschaftsminister in Bund und Ländern. Diese Entscheidung mit fatalen Folgen wird viele für den Rest ihres Lebens in Armut stürzen. Rational nachvollziehbare Argumente gibt es für die Blockadehaltung nicht. Sie kostet, ohne Not, die Zukunft von tausenden Menschen. 
Leidtragende sind vor allem die rund 13.250 noch vorhandenen Beschäftigten bei Schlecker, die nun ebenfalls vor dem Aus stehen. Denn bei der durch den Widerstand der FDP gescheiterten Transfergesellschaft geht es eben nicht nur um die bereits entlassenen Mitarbeiter, sondern vor allem auch um die Chance des Neuanfangs für Schlecker selbst. Sinn und Zweck einer Transfergesellschaft ist nämlich auch, dem Insolvenzverwalter, gemeinsam mit den restlichen Mitarbeitern, den Gläubigern (Banken, Lieferanten, etc.) die Möglichkeit zu geben, überlebensfähige Teile aus dem Unternehmen herauszulösen, um sie unter neuer Leitung und unter einem neuen Besitzer selbsttragend fortzuführen. 
Bereits Anfang März 2012 wurden 2.400 der 5.400 deutschen Filialen der Schlecker-Gruppe geschlossen. Was mit den restlichen 3.000 Filialen und deren Mitarbeiterinnen geschieht, immerhin mehr als die Hälfte der Schlecker-Beschäftigten, ist offen. Gesucht werden Investoren, die das Geschäft mitsamt der Mitarbeiter fortführen. Dabei sind die berechtigten Forderungen der bereits entlassenen Mitarbeiter zu berücksichtigen. Ohne diesbezügliche Rechtssicherheit wird sich kein Investor finden. 
Ohne Transfergesellschaft müssen sich die ehemaligen Mitarbeiter mit ihren Forderungen und Ansprüchen in den Kreis der Gläubiger einreihen. Im Falle einer Abwicklung können sie auf Zahlungen aus der Insolvenzmasse des Unternehmens hoffen, wenn dafür die "Masse" reicht. Für Arbeitnehmer ist das ein Geschäft mit unsicherem Ausgang, dass sich oft Monate, wenn nicht Jahre hinzieht. 

Funktion einer Transfergesellschaft ist es, diese Unsicherheit abzulösen durch kalkulierbare und verbürgte Ansprüche. Dabei verzichten die entlassenen Beschäftigten mit Eintritt in die Transfergesellschaft auf Forderungen und Abfindungsansprüche. Als Ausgleich dafür erhalten sie von der Transfergesellschaft zwischen 80 und 87 Prozent ihres vorherigen Nettoeinkommens. Die Transfergesellschaft bietet ihnen darüber hinaus Weiterbildungsangebote, Bewerbungstraining, etc. und unterstützt sie bei der Suche nach einem neuen Job. 
Durch die Zugehörigkeit zur Transfergesellschaft wird auch die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I mindestens um sechs Monate nach hinten verschoben. Damit werden die Entlassenen auch vor den unmittelbaren Wirkungen der Hartz Gesetze geschützt. Viele der 12.000 Ex-Schlecker Mitarbeiter kommen nun in den nächsten 12 Monaten vom Schlecker-Regen in die Leiharbeits- und Mini-Job-Traufe. Damit sinken ihre wahrscheinlich ohnehin schon geringen Rentenansprüche unter das Armutsniveau. Lebenslange Armut steht ihnen bevor. Anders von der FDP behauptet, hätte nicht der Staat, sondern der Insolvenzverwalter die notwendigen 70 Millionen Euro für die Finanzierung der Transfergesellschaft getragen. 
Dazu sollte das insolvente Unternehmen einen Kredit der Staatsbank KfW erhalten, für den die Länder bürgen. Laut Insolvenzverwalter sollte dieser Kredit mit den Erlösen aus dem angestrebten Verkauf der Auslandbeteiligungen der Schlecker-Gruppe getilgt werden; ein vergleichsweise sicheres Geschäft. So wären durch die Transfergesellschaft Gelder aus der Insolvenzmasse in beschäftigungs- und sozialpolitisch sinnvoller Weise an die ehemaligen Beschäftigten geflossen. 
Nun müssen diese Gelder direkt von den Beitragszahlern in die Sozialsysteme getragen werden. Die Bundesagentur für Arbeit kann diese Gelder zwar beim Insolvenzverwalter einklagen, muss sich dabei jedoch ebenfalls in die lange Reihe der Gläubiger einreihen. Die Erfahrung zeigt, dass die Agentur mit hoher Wahrscheinlichkeit nur einen sehr kleinen Teil der Forderungen zurückerhalten wird. Die Zeche zahlen mal wieder die Sozialsysteme und damit die Steuerzahler. 

Es gibt jedoch auch Gewinner. Und das sind mal wieder die Banken, da ihr Anteil an der Insolvenzmasse nun gestiegen ist. 
Angeblich, so war aus Koalitionskreisen zu vernehmen, stelle die Insolvenz für die Beschäftigten eigentlich gar kein großes Problem dar. Es gebe ja 24.000 offene Stellen im Einzelhandel. Für einige Koalitions-Politiker scheint klar: Wer von der alten Schlecker Belegschaft nicht alsbald einen neuen Job hat, der sei ja quasi selbst schuld. Eine absolut realitätsferne Einschätzung. Für die fünzigjährige Schlecker-Verkäuferin in Koblenz, Ehemann im Vollschichtbetrieb einer Aluminiumfabrik, ist es keine Lösung, wenn in Koblenz bei "dm" eine Halbtagskraft befristet an der Kasse gesucht wird. 
Bereits vor der Schlecker-Insolvenz waren fast 300.000 ausgebildete Verkäuferinnen arbeitslos gemeldet. Mehr als die Hälfte der 24.000 offenen Stellen ist als Teilzeitjob oder Minijob, jede dritte offene Stelle ist befristet ausgeschrieben. 
Wenn nun noch der - zu Recht - schlechte Ruf des Arbeitgebers Schlecker als Argument gegen eine Transfergesellschaft ins Feld geführt wird, dann ist das vollends grotesk. 
Festzuhalten ist, dass Anton Schlecker mit seiner arbeitnehmerfeindlichen Unternehmenspolitik genau das umgesetzt hat, was den politischen Zielen der FDP entspricht und wofür er noch gestern von ihr gelobt wurde. Bundeswirtschaftsminister Rösler spricht von der "Anschlussverwendung" der Verkäuferinnen, so als spräche er von ausgemusterten Tiefkühltruhen. "Anschlussverwendung" sollte in die Nominierungsliste zum Unwort des Jahres aufgenommen werden. Die Rösler-FDP zeigt mit dieser kalten Technokraten-Sprache, dass sie sich ihrer Verantwortung für die Menschen in diesem Land nicht bewusst ist. Hinter jedem Arbeitsplatz steckt ein Schicksal, auch wenn das so mancher Politiker der schwarz-gelben Koalition vergessen zu haben scheint. 
Rösler allein zu Haus im Bundeswirtschaftsministerium, das geht nicht gut. Stellt sich die Frage, welche Anschlussverwendung es für ihn gibt? Als Bundeswirtschaftsminister ist er untragbar, seine Partei versenkt Rösler mit jeder Wahl tiefer in die Bedeutungslosigkeit. Es spricht Bände, dass die Bundeskanzlerin sich trotzdem lieber um den Koalitionsfrieden als um die Zukunft von tausenden Menschen kümmert, indem sie Rösler öffentlich den Rücken stärkt.  

03.04.2012 | Schon über 1500 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

Aufruf: Europa neu begründen!

Grafik: europa-neu-begruenden.de

"Europa neu begründen" - Wissenschaftler und Gewerkschafter für ein anderes Europa und gegen die selbstzerstörerische Politik des Fiskalpakts

Das Projekt Europa steht auf der Kippe. Sozial, politisch und ökonomisch steckt die Europäische Union in der Existenzkrise. Forciert wurde diese Krise durch neoliberale Deregulierungspolitik und gewissenlose Gier der Finanzeliten, die gegen Krisenländer spekulieren und eine finanzmarktkonforme Politik erzwingen wollen. Öffentliche Ausgaben sowie Arbeits- und Sozialeinkommen werden durch europäische Vorgaben radikal gekürzt, Lohnabhängigen, Arbeitslosen und Rentnern werden die Kosten der Bankenrettung aufgebürdet. Gleichzeitig droht irreparabler Schaden für die politische und soziale Demokratie in den Mitgliedsstaaten. Griechenland droht im Würgegriff der "Troika" aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds zu ersticken. Deshalb ist es höchste Zeit für grundlegende Veränderungen. Wenn Europa eine Zukunft haben soll als ein solidarisches und demokratisches Projekt, müssen die Weichen politisch neu gestellt werden. 
Deshalb rufen Wissenschaftler und Gewerkschafter auf: "Europa neu begründen! Den Marsch in den Ruin stoppen! Die Krise durch Solidarität und Demokratie überwinden!" Sie plädieren für eine europäische soziale Bürgerbewegung, die gegen die desaströse und selbstzerstörerische Krisenpolitik und für einen radikalen Politikwechsel antritt. Ein erster Schritt auf diesem Weg muss die Ablehnung der vorliegenden Fassung des Fiskalpakts - auch durch den Deutschen Bundestag - sein. 
Zu den Erstunterzeichnern gehören u. a. Detlef Wetzel, Helga Schwitzer, Armin Schild, Michael Sommer, Klaus Wiesehügel, der Ökonom Gustav Horn und der Philosoph Jürgen Habermas. InitiatorInnen des Aufrufs sind der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bisirske, das DGB-Bundesvorstandsmitglied Annelie Buntenbach, der Wirtschaftsprofessor Rudolf Hickel (Memorandum-Gruppe), der Sozialwissenschaftler Steffen Lehndorff und IG Metall-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Urban. 

10.03.2012 | IG Metall kritisiert Kappung der Solar-Förderung

Rösler bringt Deutschland die Sonnenfinsternis

"Die Energiewende hat Gegenwind statt Rückendeckung", sagte IG Metall-Bezirksleiter Armin Schild und kritisiert scharf die geplante Kappung der Solarförderung. Die von der Bundesregierung, auf Betreiben von Bundeswirtschaftsminister Rösler, beschlossene Reduzierung der Solarförderung, führte eine bislang hoffnungsvolle Zukunftsbranche ohne Not in den Abgrund. Allein in Thüringen werden dadurch nach IG Metall-Berechnungen mehr als 5.000 Jobs gefährdet. Die von der Bundesregierung 2011 beschlossene Energiewende werde dadurch faktisch Makulatur. 
Der Bundestag habe noch immer keinen Energiewende-Beauftragten, wie es die Ethikkommission unter Klaus Töpfer empfohlen hatte. Von den notwendigen 4.500 Kilometern neuen Stromleitungen, um den Nordsee- und Ostsee-Windstrom vom Norden nach Westen und Süden zu bringen, seien gerade mal 120 Kilometer ausgebaut. Leitungen für erneuerbaren Strom seien weder vorhanden noch in ausreichendem Maß geplant. Auch andere regenerative Energietechnologien würden eher behindert statt gefördert. Offshore-Projekte würden auf Eis gelegt, weil die Betreiber zuverlässige Rahmenbedingungen vermissen. Die Bundesregierung müsse endlich die Verantwortlichkeit für die Energiewende in einem Ministerium bündeln, fordert die IG Metall. Dies könne nicht das Wirtschaftsministerium mit Sun-Blocker Philipp Rösler an der Spitze sein. Er stehe für Sonnenfinsternis anstatt für Sonnenaufgang. 

10.11.2011 | 22. ordentlicher Gewerkschaftstag in Karlsruhe

IG Metall Vorstand wird verjüngt

Die Delegierten des 22. Ordentlichen Gewerkschaftstages haben sowohl die Empfehlung der Satzungsberatungskommission als auch den Urantrag für eine Verkleinerung des Vorstandes abgelehnt. Beim Gewerkschaftstag in Karlsruhe hat die IG Metall ihren siebenköpfigen geschäftsführenden Vorstand verjüngt. Der Erste Vorsitzende Berthold Huber wurde mit 96,2 Prozent für eine zweite Amtszeit wiedergewählt. Detlef Wetzel und Bertin Eichler wurden ebenfalls in ihren Ämtern bestätigt. Weitere geschäftsführende Vorstandsmitglieder sind Christiane Benner, Jürgen Kerner, Helga Schwitzer und Hans-Jürgen Urban. 

07.09.2011 | Vortrag auf der Hauptamtlichen-Tagung des Bezirks in Frankenthal

Friederike Spiecker zu Eurokrise und Lohnpolitik

Foto:fspiecker.de

Anlässlich der Hauptamtlichen-Tagung am 6. und 7. September 2011 in Frankenthal hielt die Ökonomin und Wirtschaftspublizistin Friederike Spiecker einen Vortrag mit dem Titel:
"Perspektiven der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Zeichen der Eurokrise - Möglichkeiten und Verantwortung der Lohnpolitik."
Friederike Spiecker ist Diplom-Volkswirtin. Sie lernte in den 1990er Jahren in der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Berlin, unter deren damaligem Leiter Heiner Flassbeck das Handwerkszeug in theoretischer und empirischer Makroökonomie sowie Konjunkturprognose. Heute arbeitet sie als freie Wirtschaftspublizistin zu nationalen sowie internationalen Fragen der Wirtschaftspolitik. 

17.08.2011 | Prof. Dr. Rudolf Hickel, Uni Bremen

Triebkräfte im Börsenchaos - Profiteure der Krise

Ein Gespenst ist nicht gebannt. Es ist die Angst vor dem großen Börsencrash. Da berichten selbst normalerweise zurückhaltende Medien aufgeregt von der Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise. Mit der Behauptung, allein in der ersten Woche der massiven Kursverluste seien an den Aktienmärkten 2,5 Billionen US-Dollar vernichtet worden, wird ein Klima der Panik forciert. Dabei wird die Frage, was und zu wessen Vorteil oder Lasten vernichtet worden ist, nicht gestellt. Jedenfalls gibt es realwirtschaftlich für die meisten der dreißig größten börsennotierten DAX-Unternehmen keinen Anlass zu derart rasanten Kursverlusten. Dennoch werden Unternehmen auf Gewinnkurs in den Absturzstrudel hineingerissen. Die erratische Bewegung der Aktienkurse hat sich mal wieder von der realen Wertschöpfung deutlich entkoppelt. 
Die breite Berichterstattung, vor allem aber - abgesehen von wenigen rühmlichen Ausnahmen - die viel zitierten Analysten im Tross mit den ziemlich ahnungslosen Interpreten in den meisten Medien glänzen wieder einmal durch einen komplizierten und zugleich hilflosen Sprachgebrauch. Viel Nichtwissen lässt sich erahnen. Von Hysterie, Volatilität und den frei durch Ludwig Erhard erfundenen fünfzig Prozent Psychologie in der Wirtschaft ist die Rede. Die Börse, nur ein irrationales Chaos? Verwiesen wird auch auf komplexe Techniken der Chartanalysten. Da ist aber auch viel "Kaffeesatzleserei" im Spiel. Sicherlich müssen die in Computermodelle eingebauten Schwellen, ab denen der Verkauf von Aktien automatisch einsetzt und dadurch der Kursabsturz forciert wird, berücksichtigt werden. Jedoch, die häufigen Fehlprognosen sowie das gespannte Spekulieren auf den symbolischen schwarzen und dann doch nur grauen Montag zeigen am Ende, teuer verkaufte Informationen bringen kaum Aufklärung, ja sie beschleunigen die Krise. Was fehlt, ist der Mut zur Beschreibung der Triebkräfte, die sich in diesem scheinbaren Börsenchaos durchsetzen. Diese Triebkräfte gehen von milliardenschweren Hedgefonds und anderen Investmentfonds aus. Sie suchen nach Extragewinnen im Börsenchaos. Genutzt werden Leerverkäufe von Wertpapieren mit der gewinnbringenden Spekulation auf den gewollten Kursabsturz. Vor allem die nicht einmal durch den Verleih gedeckten Geschäfte wirken auf den Märkten zerstörerisch. Hinzu kommen lukrative Kreditausfallversicherungen (CDS) ohne einen Bezug zu einem vergebenen Kredit. Mit diesen ungedeckten CDS wird dann erfolgreich auf die Zahlungsunfähigkeit angeschlagener Krisenstaaten spekuliert. Dazu zählen heute Griechenland und neuerdings Italien und Spanien ebenso wie die USA. Der jüngste Test auf die Zahlungsunfähigkeit eines Eurolandes lehrt: Mit urplötzlicher Gewalt wurde in Italien auf eine Pleite und damit auch eine Überforderung des EU-Rettungsschirms gewettet. Die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen sind gestiegen und der Preis für Kreditausfallversicherungen (CDS) sprang nach oben. Und dann wurde Frankreich ohne Not getestet. Dahinter verbirgt sich eine große Zahl gezielter Spekulationsangriffe durch die Hedge- und andere Investmentfonds auf der Suche nach schnellen Profiten. Eine Kommandozentrale, auf die in Verschwörungstheorien gesetzt wird, ist nicht erforderlich. Allerdings spielen Informationsaustausch und Gerüchte eine wichtige Rolle. Es dominiert ein gleichgerichtetes, renditegetriebenes Verhalten im Klima der Krise. Die Spekulationskampagne hat riesige Gewinne in deren Kassen gespült. Zu den durch die Spekulationsattacken verängstigten Banken, die auch nach den Sicherheitsregeln nach Basel II zum Verkauf ihrer italienischen Staatsanleihen, aber auch ihrer CDS veranlasst wurden, gehört auch die Deutsche Bank. Die Fonds haben dann die preiswerten 2 CDS gekauft, um jetzt durch Panik in die Höhe getriebenen Prämien zu kassieren. Zu der Spekulationsattacke gehört auch die Kalkulation auf eine verschreckte EU-Politik, die nicht weiß, ob sie Italien am Ende durch die Ausweitung des Rettungsfonds auffangen soll. 
Deutlich wird, die bedrohlichen Erschütterungen des finanzmarktgetriebenen Kapitalismus vollziehen sich nicht in einem von ökonomischen Interessen freigehaltenem Raum. Letztlich setzen in der Annonymität der Börsen - auch durch Nutzung der unkontrollierten Geschäfte außerhalb der Börsen - die Finanzoligopole ihre Geschütze ein. Die Macht der Spekulationsfonds jagt die Politik in die Bedeutungslosigkeit. Mit hängender Zunge sucht die Politik vor den Spekulationsattacken Schutz. Politik, Gesellschaft aber auch die Akteure in der Produktion ökonomischer Werte werden über beängstigende Kursverluste an der Börse in Geiselhaft genommen. Zugleich werden die in der Öffentlichkeit verbreiteten Ängste wegen der horrenden Schuldenstände geschickt durch die Spekulanten genutzt.
Die Erinnerung an den Börsencrash, der nach 1929 zur Weltwirtschaftskrise führte, lehrt: Damals wurde mit einer intensiven Regulierung der Finanzmärkte reagiert. Die Börsenaufsicht sowie die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken wurden geschaffen. Dazu gehörte auch das sogenannte Uptick-Gesetz. Dadurch wurden Leerverkäufe bei Titeln mit fallenden Kursen untersagt. Ein Leerverkauf einer Aktie durfte nur getätigt werden, wenn die davor liegende, letzte Transaktion über dem vorherigen Kurs lag. Das Gesetz wurde trotz heftiger Kritik 2007 aufgehoben. 
Trotz der vielen vollmundigen Ankündigungen, ist der Kampf gegen die schlimmsten Auswüchse der nach 2007 sichtbar gewordenen, systemgefährdenden Finanzmarktkrise ausgeblieben. Leerverkäufe von Wertpapieren wurden nicht dauerhaft verboten, Kreditausfallversicherungen nicht reguliert. Auch als Reaktion auf nur kleinere Regulierungen der offiziellen Banken sind Hedgefonds zusammen mit aus den Banken ausgelagerten Zweckgesellschaften zu unkontrollierten Schattenbanken herangewachsen. Vor dieser außergesetzlichen Macht im Schatten hat unlängst auch der Internationale Währungsfonds gewarnt. Das Rating-Triopol wirkt mit dem Instrument der Absenkung der Noten ganzer Staaten völlig unkontrolliert und ohne Haftung für die Fehl-Urteile als Brandbeschleuniger. Mit dieser Konstellation ist die Niederlage einer heute gestalteten Politik programmiert. Wenige Megafonds können ganze Volkswirtschaften sowie die Eurozone in den Absturz spekulieren. Finanzmanager untergraben die Demokratie. 
National und international muss die Hegemonie der strategischen Finanzfonds zusammen mit den Ratingagenturen zugunsten des Vorrangs der Politik gebrochen werden. Dazu dienen Regulierungen vor allem gegenüber den neuen Schattenbanken, eine Verhaltenskontrolle der Finanzmanager sowie das Verbot von ökonomisch schädlichen Spekulationsinstrumenten, wie mehrfach verpackte Wertpapiere, Kreditausfallversicherungen ohne eine Kreditbasis sowie Leerverkäufe ohne geliehene Anleihen. Diesem Ziel der Führungsrolle der Poltik im Prozess der Globalisierung dient auch die weltweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Die EU muss sich endlich eine gemeinsam verantwortliche Politik entgegensetzen. Dazu gehört auch eine ernsthafte Strategie zur Sanierung der Länder in der Staatsschuldenkrise durch eine Stärkung der dortigen Wirtschaftskraft.
 
Der Autor, Prof. Dr. Rudolf Hickel war bis 2007 Professor für Finanzwirtschaft an der Uni Bremen und bis 2009 Direktor des Instituts für Arbeit und Wirtschaft. Zudem ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac. 

Interview mit Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall

Urban "Lindner steht in der Tradition von Westerwelle"

Wie steht die IG Metall zum Lindner-Vorschlag?
Urban:
 Bisher gab sich der FDP-Generalsekretär im Ton moderat. Nun stellt er sich aber in die Tradition von Westerwelle, der den Erwerbslosen "spätrömische Dekadenz" vorwarf. Wenn Lindner die längere Arbeitslosengeld I-Bezugsdauer als "Quasi-Frühverrentungsform" tituliert, dann steckt darin die abschätzige Annahme, die Älteren hätten keine Lust mehr zum Arbeiten und müssten durch Kürzungen angetrieben werden. Das ist absurd. Die Wahrheit ist doch, dass Ältere schlicht kaum Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben.
Wie sieht dienn die Situation Älterer aus?
Urban:
 Viele Arbeitslose sind Ältere. Von den ca. 2,9 Mio. Arbeitslosen sind knapp 900.000 über 50 Jahre alt. Über 60 Prozent von ihnen sind Langzeitarbeitslose. Sie haben so gut wie keine Chance, einen Job zu finden und sie haben über Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Sie müssen besser unterstützt werden. Und wenn wir in die Betriebe schauen, sind ältere Beschäftigte oft kaum zu finden. Die Quote sozialversicherungspflichtig Beschäftigter nimmt mit steigendem Lebensalter rapide ab. Liegt der Anteil bei den 60-Jährigen noch bei 30 Prozent, sinkt er bei den 64-Järhrigen auf ungefähr 5 Prozent. Ursache sind häufig die schlechten Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Sie sind für gesundheitliche Schäden und Beeinträchtigungen verantwortlich, die viele Beschäftigte zwingen, vorzeitig aus dem Beruf auszuscheiden. 
Lindner behauptet aber, die Wirtschaft brauche Fachkräfte, die ihr durch die Kürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes. 
Urban:
 Ich sehe im Vorstoß von Herrn Lindner in erster Linie einen neuen Angriff auf den Sozialstaat. Nach der Verschlechterung der Altersteilzeitregelung und der Einführung der Rente mit 67 wird nun die Fachkräftedebatte für weiteren Sozialabbau instrumentalisiert. Das ist durchsichtig. Wem es ernsthaft darum geht, Ältere länger im Betrieb zu halten, der muss bei den Arbeitsbedingungen ansetzen. Dringend notwendig sind Konzepte Guter Arbeit, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit nachhaltig zu sichern. So könnte über Jahre angehäuftes Erfahrungswissen in den Betrieben gehalten werden.  
Ist es nicht legitim, Vorschläge zu machen, wie der Staat sparen kann?
Urban:
Hier soll auf Kosten derjenigen gespart werden, die lange Jahre Versicherungsbeiträge entrichtet haben und bei denen nun der Versicherungsfall eingetreten ist. Um es klar zu sagen: Es handelt sich beim Arbeitslosengeld nicht um "staatliche Almosen", sondern um erworbene Ansprüche. Herr Lindner plädiert somit für eine kalte Enteignung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das ist ungerecht und darüber hinaus ökonomisch kontraproduktiv, weil die Binnennachfrage weiter geschwächt wird. 

Beitrag von Johannes Steffen von der Arbeitnehmerkammer Bremen

Kampf der Altersarmut

Die Ursachen für die Prognose künftig steigender Altersarmut sind weitgehend bekannt: Rentenpolitik und Arbeitsmarktentwicklung. Prekäre Beschäftigungszeiten werden als magere Jahre von Anwartschaften oder gar Rentenbeitragslücken auf den Versichertenkonten verbucht. Johannes Steffen von der Arbeitnehmerkammer Bremen analysiert die derzeit kursierenden Konzepte der Parteien und zeigt Optionen für eine strukturell armutsfeste Rente auf. 

Neue Studie des DIW

Mehr Leiharbeit und Minijobs - weniger Einkommen

Der Aufschwung geht an vielen Arbeitnehmern vorbei. Das belegt die Studie des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW). Kleinverdiener können sich immer weniger leisten. Bei Verdienern mit 3000 Euro netto ist die Kaufkraft nahezu konstant geblieben. 

Sozialpolitik

Demonstration und Kundgebung des VDK am 11. Juni in Neustadt

Am 11. Juni 2011 demonstrierte der VDK gegen die derzeitige Sozialpolitik und deren Auswirkungen. Mit dabei: Vertreterinnen und Vertreter der IG Metall Neustadt und Ludwigshafen/Frankenthal, des DGB, der IG Metall Bezirksleitung und einer Delegation der zu der Zeit noch im Streik befindlichen Kolleginnen und Kollegen von KBA in Frankenthal.
Kein Thema wurde ausgelassen: Rente mit 67, Gesundheitspolitik, Arbeitsmarktpolitik und Hartz IV - die Redner des VDK zeigten auf, dass die unsoziale Politik Verteilungspolitik zu Lasten der Schwächeren ist und machten auch deutlich, dass dies Auswirkungen auf Tarifeinkommen von Beschäftigten hat. Die vorgetragenen Positionen und Forderungen deckten sich weitgehend mit denen der IG Metall.

Interview mit Hans-Jürgen Urban

Drei Fragen zum Atom-Ausstieg

Interview mit dem Geschäftsführenden Vorstandsmitglied der IG Metall, Hans-Jürgen Urban zum Thema Atomkraft, Ausstieg und den möglichen Auwirkungen. Das Inerview enstand im Rahmen des bundesweiten Demonstrationstags gegen Atomkraft am 28. Mai 2011.

Frage: In Deutschland ist heute nahezu jeder gegen Atomkraft. Auch die IG Metall. Kostet das Abschalten nicht Arbeitsplätze?

Antwort Hans-Jürgen Urban.

Die IG Metall war bereits lange vor Fukushima ohne Wenn und Aber gegen die Nutzung der Atomenergie. Die IG Metall ist der Auffassung, dass wir einen sozial-ökologischen Politikwechsel brauchen, der weit über das Abschalten der Atomkraftwerke hinausweist. Dabei geht es insgesamt um den sorgsamen Umgang mit Ressourcen und den massiven Ausbau regenerativer Energien. Es geht aber auch um eine neue Verkehrsinfrastruktur, in der der öffentliche Personennah- und –fernverkehr eine ausgeprägtere Rolle spielen muss. Hierfür brauchen wir ein Investitionsprogramm, welches in der Folge viele neue Arbeitsplätze schaffen wird. Nicht nur im Dienstleistungsbereich, sondern auch im Industriesektor.

Frage: Siehst Du die Politik auf einem guten Weg?

Antwort: Es ist zwar gut, wenn in nahezu allen Parteien nun über den Atomausstieg diskutiert wird. Aber wir sollten uns keine Illusionen machen. Die Atomlobby und die mit ihr verbundenen Bereiche wollen nicht auf Extraprofite verzichten und haben ihre Hinhaltetaktik keineswegs aufgegeben. Deswegen reicht es auch nicht, isoliert über Energiepolitik zu reden.

Wir müssen die Energiewende mit einer umfassenden Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft verbinden, sonst droht sie zu scheitern. Dafür brauchen wir nicht nur den Ausbau der betrieblichen- und Unternehmensmitbestimmung. Wir brauchen auch unternehmensübergreifende Strukturen, die den demokratischen Einfluss der Gesellschaft erhöhen. Dies wäre eine Beitrag dazu, dass die Energiewende auch tatsächlich umgesetzt wird und nicht an kurzfristigen Extraprofitinteressen der Atomlobby scheitert.

Frage: Rückt die soziale Frage wegen der ökologischen Anforderung in den Hintergrund?

Antwort: Einige versuchen in der Tat, Ökologie gegen Soziales auszuspielen. Doch wer die ökologischen Probleme wirklich lösen will, wird mit so einem Vorgehen scheitern. Wer die Energiewende z.B. dafür missbraucht, die Energiepreise zu erhöhen, schippt nicht nur der Energielobby weitere Kohlen in den Keller, er setzt vor allem auch die breite Akzeptanz der Bevölkerung für eine ökologische Politik aufs Spiel. Ein zweiter Aspekt: Wenn wir für einen ökologischen Kurswechsel ein Investitionsprogramm benötigen, stellt sich die Frage, wer es finanzieren soll. Da durch die Hartz-Gesetze und die Ausweitung des Niedriglohnsektors große Teile der Bevölkerung keinen finanziellen Spielraum mehr haben, bleibt nichts anderes, als Wohlhabende, Reiche und florierende Unternehmen zur Kasse zu bitten. Eine entsprechende Steuerreform ist ökologisch notwendig, aber auch ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit!

Soziale Mindeststandards bei Fördermitteln

IG Metall fordert Zeitenwende in der Leiharbeit

Frankfurt. Die IG Metall im Bezirk Frankfurt, zuständig für Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen, fordert Arbeitgeber und Politik auf, Rahmenbedingungen für eine faire Leiharbeit zu setzen. 
Der anhaltend rasante Zuwachs der Leiharbeit belege, dass Leiharbeit auch gerade nach der Wirtschaftskrise in vielen Fällen missbraucht werde, um reguläre Jobs zu verdrängen. Nutznießer seien Verleih- und Entleihunternehmen. Ihre Extragewinne würden nicht nur von Leiharbeitern, sondern auch von den Steuerzahlern aufgebracht, weil sie zum einen Fördermittel des Staates in Anspruch nehmen und zum anderen einen Niedriglohnsektor etablierten, im dem viele Menschen ergänzende Sozialhilfen beantragen müssten. 
IG Metall Bezirksleiter Armin Schild forderte die Arbeitgeber und Landesregierungen in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland auf, dem Beispiel Thüringens zu folgen und nicht länger Fördermittel an Firmen zu zahlen, in denen Niedriglöhne gezahlt würden. "Zuerst bekommen sie Fördermittel vom Staat für Investitionen und dann bekommen Leiharbeitnehmer Geld vom Staat, weil ihr Lohn nicht ausreicht und sie aufstocken müssen. Wir brauchen soziale Mindeststandards für Fördermittel und gerechte Löhne", sagte Schild am Mittwoch in Frankfurt. 

Armin Schild nimmt Stellung

Vorwurf "Amokfahrt" überschreitet Grenzen

Armin Schild

Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) hat am 24. Februar 2011 das Engagement der IG Metall für eine faire Bezahlung von Leiharbeit mit einer "Amokfahrt" verglichen. Gegen diesen Vergleich wehrt sich Bezirksleiter Armin Schild in einem offenen Brief an Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung.

Bezirksleiter Schild darin wörtlich:

"Es spricht nichts dagegen, dass Arbeitgeberverbände in der öffentlichen Auseinandersetzung zuspitzen und rhetorische Analogien zur Verdeutlichung ihres Anliegens verwenden. Mit Ihrer öffentlich geäußerten Unterstellung, die IG Metall vollziehe eine „Amokfahrt gegen die Zeitarbeit" überschreiten Sie jedoch deutlich die Grenze dessen, was unkommentiert bleiben darf."

Bezirklicher Aktionstag am 24. Februar

21.000 protestierten gegen Leiharbeit und prekäre Beschäftigung

Über 21.000 Beschäftigte haben am Donnerstag im Bezirk Frankfurt am Aktionstag teilgenommen. Mit dem bundesweiten Aktionstag will die IG Metall gemeinsam mit ihren Mitgliedern gegen Lohndumping in der Leiharbeit, den Missbrauch von Befristung und Werkverträgen sowie die Nicht-Übernahme von Auszubildenden protestieren

Bildergalerie Aktionstag

Diskussionsveranstaltung am 17. März im DGB-Haus

„Fair statt prekär. Gerechte Löhne statt Leiharbeit“

DGB Logo

Podiumsdiskussion mit einführenden Statements von:

• Thorsten Schäfer-Gümbel, SPD-Landes- und -Fraktionsvorsitzender
• Stefan Körzell, DGB-Bezirksvorsitzender Hessen-Thüringen
• Isaf Gün, IG-Metall-Vorstand, Ressort: Frauen und Gleichstellung
• Armin Schild, IG-Metall Bezirksleiter Frankfurt

Moderation: Petra Fuhrmann, MdL, SPD.

Die Möglichkeit für Fragen und Beiträge aus dem Publikum ist gegeben.

Die Themen der einführenden Statements und alle weitere Informationen, auch zur erbetenen Anmeldung, stehen in der Einladung.

Zeit und Ort der Veranstaltung:

17. März 2011
17:00 bis 19:00 Uhr 
DGB-Haus Frankfurt am Main
Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77

Bezirkliche Aktionen am 24. Februar

Schild: Schwarz-Gelb macht Klientelpolitik für Leiharbeits-Lobby

IG Metall Bezirksleiter Armin Schild hat am Montag in Frankfurt den Kompromiss zur Hartz IV-Reform kritisiert: „Die schwarz-gelbe Blockadehaltung zu einer Neuregelung des Grundsatzes gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Skandal. Nach den uns vorliegenden Informationen hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck mehrere Vorschläge in das Verfahren eingebracht, die es CDU und FDP ermöglicht hätten, einen Kompromissweg zu finden.“ Offensichtlich wollten die schwarz-gelben Regierungen in Bund und Land dauerhaft die Verwüstung des Arbeitsmarktes festschreiben. Ihr Ziel sei eine zweite abgesenkte Lohnlinie in den Betrieben.

Arbeitsbelastungen und Überstunden nehmen zu

Gute Arbeit als Krisenopfer

Nach der Krise wächst in vielen Betrieben der Arbeits-und Leistungsdruck: Die Arbeitgeber stellen trotz des Aufschwungs keine neuen Leute fest ein. Leiharbeit und Überstunden nehmen zu. Die Folge: Die Zahl psychischer

und psychosomatischer Erkrankungen nimmt zu. In einigen Betrieben des Bezirks liegt der Krankenstand bei über 25%.
Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei der IG Metall sieht steigende Arbeitsbelastung und Überstunden als eine Krisenfolge. Viele Arbeitgeber verweigern eine Mitarbeit an einer Initiative der Humanisierung der Arbeit. Viele wollen keine gute Arbeit für ihre Belegschaften. Weitere Informationen zu diesem Thema unter www.denk-doch-mal.de

 

Allianz für den freien Sonntag in Hessen und Rheinland-Pfalz gegründet

Der verlorene Kampf um die Zeit - ein Rückblick

Erinnern Sie sich noch an die IG Metall-Kampagne "Samstags gehört Vati mir"? Zug um Zug wurde die Wochenarbeitszeit verkürzt. 1982 forderte die IG Metall die 35-Stunden-Woche. Und jetzt? Jetzt beträgt die reale Wochenarbeitszeit für männliche Arbeitnehmer 42,7 Stunden, wieder genauso viel wie zu Beginn des Kampfes um die 35 Wochenstunden.

Wirtschaft politisch-ökonomisch gestalten

Der Ökonom Rudolf Hickel fordert 2011 einen Kurswechsel

Für den Ökonom Rudolf Hickel stehen 2011 zwei Forderungen an erster Stelle: die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen sowie eine expansive Lohnpolitik, die auch zu einer effektiven Steigerung der Erwerbseinkommen führen muss. Auch im Staatshaushalt ist in 2011 ein Kurswechsel erforderlich. Die Bundesregierung sollte anstatt die Konjunktur zu belasten und die öffentliche Armut zu steigern ein mittelfristig ausgerichtetes Zukunftsinvestitionsprogramm auflegen. Diese Stärkung der Aufschwungkräfte würde durch eine Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur im Bildungs-, Energie- und Verkehrsbereich fundiert.

Informationen zu sozialpolitischen Themen

Wissenswertes unter Denk-doch-mal.de

Demografische Entwicklung, Fachkräftemangel, Rente mit 67 Belastungen am Arbeitsplatz. Wer interessante und informative Beiträge zu diesen Themen und mehr sucht, wird sicherlich unter www.denk-doch-mal.de fündig

DGB-Index "Gute Arbeit" 2010

Ein Drittel der Deutschen sind mit ihrem Job unzufrieden

In der jährlichen DGB-Befragung zum Index "Gute Arbeit" wird deutlich, dass nur 15 Prozent der Beschäftigten in Deutschland mit ihrem Job zufrieden sind. Ein Drittel benotet ihren Arbeitsplatz mit "mangelhaft», 52 Prozent halten ihre Arbeitsbedingungen für mittelmäßig. Der DGB und die IG Metall kritisieren die  Zunahme von prekärer Arbeit und Leiharbeit.

Gesundheitsreform

Ausstieg aus der paritätischen Finanzierung

Am 12. November 2010 hat der Bundestag in 2./3. Lesung den nicht zustimmungspflichtigen Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Finanzierungsgesetz - GKV-FinG)“ beschlossen. Damit wird der Beitrag zur GKV ab dem 1. Januar 2011von 14,9 auf 15,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber werden durch das Einfrieren ihres Anteils bei 7,3 Prozent entlastet. Die gesetzlichen Krankenkassen können künftig Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe von ihren Versicherten verlangen. Übersteigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag zwei Prozent des Ein-kommens eines Versicherten, dann soll der geplante Sozialausgleich für Geringverdiener greifen.

Gesetzesentwurf der Bundesregierung

Redebaustein zur Gesundheitspolitik

IG Metall stellt ihre Forderungen an die Politik

Zehntausende kamen nach Frankfurt

Frankfurt. Tausende Kolleginnen und Kollegen waren am 5. September 2009 aus dem IG Metall Bezirk Frankfurt in die Bankenmetropole gekommen - aus Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und aus Thüringen. Zehntausende aus ganz Deutschland formulierten auf vielen Plätzen in der Stadt und in der Arena kurz vor der Bundestagswahl ihre Forderungen an die Politik. Allen voran die Jugend mit der "Operation Übernahme".
Die IG Metall macht für sichere Arbeitsplätze und für die Zukunft der Jugend mobil. Und das ist auch notwendig. Denn: "Viele Unternehmer entlassen erst nach der Bundestagswahl und handeln dabei politisch motiviert", ist sich Bezirksleiter Armin Schild sicher. Gerade die Landtagswahlen in Thüringen und im Saarland hätten aber gezeigt, dass die Menschen soziale Gerechtigkeit wollen und keine Fortsetzung des bisherigen neoliberalen Kurses. Armin Schild: "Damit ist auch klar: Schwarz-Gelb darf keine Mehrheit bekommen. Wir wollen nicht die Zeche zahlen für die größte Finanzkrise seit 1929." Der 5. September 2009 in Frankfurt war beeindruckend: Es war die größte Veranstaltung vor der Bundestagswahl. Hier kamen Metallerinnen und Metaller mit einer klaren Botschaft zu Wort: "Macht endlich Politik für die Menschen!"

Metallerinnen und Metaller befragen KandidatInnen zur Bundestagswahl

Bild zum Thema 2009_Podiumsdisk.

Diskussion auf dem Hambacher Schloss mit Vertrauensleuten und Betriebsräten der IG Metall Neustadt und Ludwigshafen/Frankenthal am 9. Juli 2009 - aber ohne CDU und FDP. Sie folgten der Einladung nicht.

Im künftigen Bundestag ...
... könnten die insgesamt fünf anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten der SPD, der Linken und der Grünen nach der Wahl sitzen, arbeiten und entscheiden. Metallerinnen und Metaller fühlten ihnen schon mal auf den Zahn, wie sie sich eine Politik für die Menschen vorstellen. Kein brisantes Thema aus dem Pfälzer Aufruf der IG Metall wurde ausgespart. Die Positionen der IG Metall formulierte Bezirksleiter Armin Schild mit Werner Dietrich und Günter Hoetzl.

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