IG Metall Neustadt
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15.08.2020, 19:08 Uhr

Konflikt um Forderung nach Tarifvertrag

Erster Warnstreik bei Eberspächer catem in Herxheim

  • 03.07.2018
  • Aktuelles, Tarif, Betriebe, Bildergalerie

Nachdem in den Verhandlungsrunden am 15. und 18. Juni die Grundlage für ein regionales Tarifergebnis verabredet wurde, ruderte der Arbeitgeber zurück, stellte Ende Juni den erzielten Kompromiss in Frage und forderte Nachbehandlungen. Damit befinden sich die Tarifparteien wieder in der ursprünglichen Ausgangssituation. Die IG Metall fordert für ihre Mitglieder die Herstellung einer Tarifbindung und rief daher zum ersten Warnstreik in der Firmengeschichte am Standort Herxheim für den 3. Juli auf.

Der Automobilzulieferer-Konzern mit Sitz in Esslingen (Baden-Württemberg) und 10.000 Mitarbeitern weltweit, davon etwa die Hälfte in Deutschland, hat etwa 4.000 Mitarbeiter in Tarifbindung mit der IG Metall. Für etwa 1.000 weitere Mitarbeiter gilt eine solche kollektive Vereinbarung nicht. Der größte davon betroffene Standort, mit mehr als 450 Beschäftigten, befindet sich in Herxheim (Pfalz). Hier beträgt der Unterschied im Jahreseinkommen 5 - 25 Prozent zum Tarifniveau der Branche.

Die Forderung der IG Metall nach Anerkennung der aktuell gültigen Tarifverträge in der Pfalz wurde Anfang Mai an den Arbeitgeber übermittelt. Es bedurfte einiger Aktivitäten der Gewerkschaftsmitglieder, bevor erste Gesprächen mit der IG Metall Neustadt Mitte Juni stattfanden. Ralf Köhler, Verhandlungsführer der IG Metall: „Jetzt gilt es, selbstbewusst und gemeinsam zu handeln. Erst wenn die Verantwortlichen bei Eberspächer die IG Metall und ihre Mitglieder ernst nehmen, wird es faire Verhandlungen auf Augenhöhe geben."

Direkt im Anschluss an den Warnstreik am 3. Juli wurden die Gespräche zwischen IG Metall und Eberspächer catem fortgesetzt. Nach dreistündigen Verhandlungen und dem Austausch der unterschiedlichen Standpunkte verständigten sich die Tarifparteien darauf, möglichst am 18. Juli einen Abschluss zu vereinbaren. Sollte dies nicht gelingen, wären die Verhandlungen um einen Kollektivvertrag gescheitert und die IG Metall würde in einen verschärften Konflikt eintreten (müssen).


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