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Im Dialog: Zwischen Arbeit, Altersteilzeit und Rente

  • 04.02.2021
  • Aktuelles, Ratgeber

Geschätzt jeder dritte Bechäftigte ist heutzutage älter als 50 Jahre. Diese demografische Entwicklung fällt zusammen mit der Heraufsetzung des gesetzlichen Renteneintrittsalters sowie mit einer zunehmenden Arbeitsverdichtung durch den globalen Wettbewerb und fortschreitende technische Entwicklungen. Wir greifen die Veränderungen als IG Metall auch in der Pfalz auf und werden im Betrieb, in der Tarifpolitk und Gesellschaft aktiv, um gute Bedingungen zu sichern oder zu erstreiten.

Das Jahr 2021 bringt bei der Rente einige Änderungen - und viel Streit um den weiteren Kurs in der Rentenpolitik. Die gute Nachricht zuerst: 2021 tritt die Grundrente in Kraft. Das bedeutet, mehr Geld für rund 1,3 Millionen Rentner*innen mit schmalen Alterseinkünften. Weitere Neuerung: Die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen steigen. Gutverdiener zahlen dadurch etwas mehr in die Rentenkasse, erwerben aber auch höhere Rentenansprüche.

Insgesamt wird 2021 ein eher mageres Rentenjahr. Nur für Wenige wird die gesetzliche Rente überhaupt angehoben. Hintergrund ist der wirtschaftliche Einbruch infolge der Coronapandemie. Im Westen müssen sich Rentnerinnern und Rentner auf eine Nullrunde einstellen. Im Osten sollen die Renten immerhin um 0,72 Prozent steigen – wegen der langfristigen Angleichung an das weiterhin höhere Westniveau. Bei einer Erholung der Wirtschaft nach der Corona-Krise ist im Jahr 2022 auch wieder mit steigenden Renten zu rechnen.

Für einen flexiblen Übergang in den Ruhestand streitet die IG Metall seit Jahren: Sei es für die Altersteilzeit als tariflich abgesicherte Regelung oder sei es gegen die starre "Rente mit 67".  Altersteilzeit ist heute in der Metall- und Elektroindustrie das dominierende Modell für Beschäftigte, die vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden wollen. Die IG Metall Neustadt informiert ihre Mitglieder zu den rechtlichen Grundlagen zur Altersteilzeit und dem Tarifvertrag "Flexibler Übergang in die Rente" (TV FlexÜ), zum Kündigungsschutz und zur Verdienstsicherung für Ältere. Wir sorgen für Durchblick bei Fragen wie:

  • Für wen gilt der Kündigungsschütz?
  • Wie funktioniert die Verdienstsicherung?
  • Wer hat Anspruch auf einen Altersteilzeitvertrag?
  • Was ist, wenn Beschäftigte in der Altersteilzeit krank werden?
  • Welcher Beitrag wird in die Rentenkasse eingezahlt?

Die IG Metall Neustadt erklärt, was Arbeitnehmer*innen beachten müssen, wir beraten und unterstützen unsere Mitglieder bei Problemen. Wir informieren zu Themen wie "Gesundheit", "Vorsorge", "Rente", "Pflege", vermitteln Wissenswertes rund um Wiedereinliederung, Erwerbsminderung, Berufskrankheiten, Vorsorge, Vermögensangelegenheiten, Rentenantrag, und vieles mehr. So setzten wir uns im Rahmen der am 14. März stattfindenden Landtagswahl für eine gute und wohnortnahe Gesundheitsversorgung ein.

Gute Arbeit, gut in Rente - wer möchte das nicht? Es lohnt sich, auch nach Ende des aktiven Arbeitslebens weiterhin Mitglied der IG Metall zu sein. Solidarität endet nicht am Werkstor und unser politischer Einfluß erwächst aus einer hohen Mitgliederzahl. Nur mit vielen Mitstreitern können wir Arbeits- und Lebensbedingungen verbessern. Im Regelfall gilt: Tarifsteigerung = Rentenerhöhung, weil die Einkommensentwicklung in die Rentenformel einfließt.

Der Arbeitskreis "Außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit" (AGA) bietet Kolleg*innen, die außerhalb des aktiven Arbeitslebens stehen, eine Vielfalt an Möglichkeiten, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und in die regionale Gewerkschaftsarbeit aktiv einzubringen. Wer den Arbeitskreis einmal kennenlernen möchte, meldet sich bitte bei uns.