IG Metall Neustadt
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10.08.2020, 20:08 Uhr

Neue Broschüre zur Balance von Arbeit und Familie vorgestellt

Betriebsratsdialog zur Vereinbarkeit von Arbeit und Leben

  • 20.11.2014
  • Politik

Am 20.11.2014 fand in Frankfurt am Main der Betriebsrätedialog zum Thema Vereinbarkeit von Arbeit und Leben statt. Betriebsratsmitglieder aus dem gesamten Bezirk Mitte trafen sich im Saalbau Griesheim um die Erfahrungen und Konzepte aus ihren Betrieben vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Im Rahmen dieser Zusammenkunft wurde die Broschüre „Die Balance von Arbeit und Privatleben – Betriebliche Praxis im IG Metall Bezirk Mitte“ vorgestellt.

Anhand praktischer Beispiele aus dem betrieblichen Alltag wird in dem Heft der Frage nachgegangen: Wie kann eine vernünftige Balance von Arbeit und Privatleben aussehen und wie kann man dem Facharbeiterverschleiß in den Betrieben entgegen wirken?

Gerade junge und hochqualifizierte Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sehnen sich in zunehmenden Maße nach einer besseren Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit. Dafür braucht es flexible Arbeitszeitmodelle, die den verschieden Lebensrealitäten gerecht werden. Doch wird auch heute noch Flexibilität in vielen Unternehmen als Einbahnstraße gesehen. Flexibles Arbeiten bedeutet dann vor allem die ständige Verfügbarkeit der Belegschaft für Überstunden, oft auch gegen deren Willen. Diesen Trend belegen auch die Ergebnisse der jüngsten Beschäftigtenbefragung der IG Metall: 73,3% der Befragten gaben an, dass sie mehr als die tarifvertraglich festgelegte Arbeitszeit von 35 Stunden arbeiten. 45% wollen eine 35-Stunden-Woche. Zur gleichen Zeit nimmt die Zahl derjenigen zu, die unfreiwillig in Teilzeitbeschäftigung verharren. Viele wünschen sich eine ihrem Lebenslauf angepasste abgesenkte Arbeitszeit. Wo dieser Wunsch verwehrt wird, kommt es häufig zu einem Anstieg gesundheitlicher Probleme bei den Angestellten: psychische Belastungen, im Besonderen Burn-Out, nehmen zu. Diese Dynamik bringt nicht nur eine Belastung der Angestellten und ihrer Familien mit sich, sondern birgt auch eine Gefahr für die langfristige Fachkräftesicherung in den Betrieben mit sich.

Armin Schild, Bezirksleiter des IG Metall Bezirks Mitte, ließ in seiner Ansprache vor einem vollbesetztem Saal keinen Zweifel daran, dass die Frage nach Lebensqualität der Angestellten unteilbar mit ihren Arbeitsbedingungen verbunden ist. Sichere Jobs und angemessene Arbeitszeiten seien von größter Wichtigkeit, nicht nur um junge Leute für die Betriebe zu gewinnen, sondern auch um dem Facharbeiterverschleiß bei den älteren Angestellten entgegen zu wirken. Dazu sei eine Abkehr von prekären Beschäftigungsbedingungen unabdingbar. Es müssten wieder mehr Angestellte in die Betriebe geholt werden, statt die zusätzliche Arbeitsbelastung als Überstunden auf die Belegschaft abzuwälzen. Auch aus diesem Grund fordert die IG Metall ein Rückkehrrecht auf Vollzeitarbeit nach einer abgesenkten Teilzeitphase. IG-Metall Vorstandsmitglied Christiane Benner wies in ihrer Rede auch darauf hin, dass das Problem der Doppelbelastung von Familie und Arbeit immer noch in verstärktem Maße zu Lasten der Frauen geht.


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