IG Metall Neustadt
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15.08.2020, 13:08 Uhr

Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie

IG Metall Neustadt reagiert auf Presseartikel des Pfalzmetall-Chef

  • 14.12.2017
  • Aktuelles, Tarif

Johannes Heger lehnt einen Entgeltzuschuss bei Arbeitszeitverkürzung strikt ab und will "Nicht einmal darüber verhandeln." So titelte die Rheinpfalz am 14.12.2017 in ihrer Ausgabe. "Die IG Metall Neustadt und ihre 10 Mitgliedsbetriebe im Arbeitgeberverband Pfalzmetall sind hier völlig anderer Auffassung und bereit, dafür in den Konflikt einzutreten", so Ralf Köhler - 1. Bevollmächtigter.

Die Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie laufen. Unter dem Motto "Miteinander für morgen" fordern wir eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 6 Prozent - sowie eine Wahloption bei der Arbeitszeit:

Da die Arbeitgeber von gesünderen Mitarbeitern profitieren, müssen sie sich auch an der Finanzierung einer gesellschaftlich notwendigen Aufgabe beteiligen. Die Arbeitnehmer sollen mit der befristeten Arbeitszeitverkürzung die Möglichkeit erhalten, sich selbstbestimmt und finanziell sorgenfrei von den der Belastung aus Schichtarbeit zu erholen oder angemessen um Kinderbetreuung bzw Pflege von Angehörigen kümmern zu können.  

Die Argumentation, dass eine zweitweise Verkürzung der Arbeitszeit zu einem verschärften Fachkräftemangel führen würde, ist nicht nachvollziehbar. In vielen Betrieben der Region sind Beschäftigte unterhalb ihres Qualifikationsniveaus eingesetzt und bezahlt. Außerdem sind bei vorausschauender Personalpolitik, Erstausbildung und Qualifizierung, solche Defizite nicht zu erwarten.

Die Forderung nach dem Recht auf eine zeitweilige Verkürzung der Arbeitszeit, die ohne Begründung möglich sein soll, greift in die Frage der Personalplanung ein. Deswegen fordert die IG Metall auch eine erweiterte Mitbestimmung bei der Personalbemessung und einen Schutz vor Überlastung der Arbeitnehmer.

Bei dieser Forderung stellen sich die Arbeitgeber quer, weil sie sich auf keinen Fall die Alleinverfügungsgewalt über die Anzahl der zu beschäftigenden Arbeitnehmer nehmen lassen wollen. Die IG Metall will eine Leistungsbegrenzung und den Schutz der Gesundheit durchsetzen, die Arbeitgeber möchten aus den vorhandenen Mitarbeitern gern noch mehr herausholen. 

Das ist der wahre Konflikt und deshalb wir die IG Metall konsequent an ihren Forderungen festhalten, da wir offenbar den Nerv einer zunehmend gehetzten Arbeitsgesellschaft getroffen haben und viel Zuspruch für unsere Positionen erfahren.


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